Anwalt für Rücktritt Polestar 3

Hallo zusammen, da Polestar es in zwei Jahren seit Auslieferung nicht geschafft hat, die bestehenden Mängel (Fehlalarme und unbeabsichtigtes Schließen des Kofferrraums) zu beheben und es zusätzlich einen Auffahrunfall offensichtlich durch eine unbeansichtigte Aktivierung des Tempomats in einer Warteschlange gab (ja das liegt ja intelligenterweise auf dem Ganghebel! und eigentlich sollte er ja Fahrzeuge vor dem Auto erkennen) benötigen wir einen mit Polestar erfahrenen Anwalt, der insbesondere auch das Thema mit der finanziellen Instabilität des Unternehmens im Blick hat. Empfehlungen gerne per PN (wir haben einen PS3 der Launch Edition).

In einem anderen Forum habe ich gelesen, Polestar sei zumindest bei der SPA2 Plattform die Betatestwiese für Volvo und ich muss sagen, dass zumindest wir das so erfahren konnten.

Jegliche Hinweise oder auch Leidensgenossen willkommen!

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Ich kann leider keine Kanzlei empfehlen, aber aus dem Gespräch mit einem Anwalt (Fall in anderer Sache) berichten: Er vertritt sowohl Autohäuser als auch Kunden (natürlich in unterschiedlichen Konstellationen) und bzgl. Softwarefehlern würden den Herstellern wohl von Seiten der Gerichte sehr lange Behebungszeiten zugestanden („ist ja alles so neu und schwierig und kompliziert“). Zusätzlich sind die Chancen, bei Fällen wie bspw. deinem Auffahrunfall den Hersteller in die Haftung nehmen zu können, sehr gering, da nach aktueller Rechtslage und bei unseren Fahrzeugen der Fahrer jederzeit eingreifen können muss und damit die Verantwortung trägt. Überhaupt einen Nachweis über eine Fehlfunktion zu erbringen wird schon fast unmöglich sein, zumal dann ggf. der Bremsvorgang des Fahrzeugs (kurz) durch den Fahrer übersteuert wurde - dann hätte das Auto alles „richtig“ gemacht. Da gibt es einige interessante Fälle zu bei Tesla.

Bzgl. Rücktritt: Wer ist bei dir der Vertragspartner? Polestar selbst oder ein Händler? Soweit ich weiß musst du ihm gegenüber deine Ansprüche geltend machen (oder es zumindest versuchen), das macht die Sache umso schwieriger (hatte er angemessene Möglichkeiten zur Nachbesserung usw.). Da wird es bei Softwareproblemen schnell kompliziert (siehe meine Anmerkungen oben).

Auf jeden Fall viel Erfolg!

Bei meinem Rücktrittsgesuch war Polestar selbst der Ansprechpartner. Also nicht der Leasinggeber (ALD, die wickeln das am Ende nur ab), sondern dieser virtuelle Hersteller, den man per Mail oder Chat erreichen kann und der sich immer mal wieder per „Assistance“ ins echte Leben einbringt.

Der Händler vor Ort ist bei mir genauso mitgefangen wie ich selbst und führt nur die Schritte aus, die aus „Schweden“ empfohlen werden.

Mit dem Ergebnis, dass ich nach 2.5 Wochen Werkstatt nicht mal meine Papiere aus dem Fahrzeug holen konnte, da er weiterhin nicht aufgeht :joy:….

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Kurzer Zwischenstand von mir: Wegen der langen zu erwartenden Verfahrensdauer und der bekannten Probleme der Erheblichkeit eines Mangels bei Softwareproblemen werden wir den Rechtsweg nicht wählen. Allerdings kann ich bei meinen Erfahrungen natürlich niemandem empfehlen, ein solches Auto zu kaufen, der nicht das Risiko einer solchen Abwicklung eingehen möchte. Man tritt halt als Bittsteller beim sogenannten Servicepartner auf, der eigentlich nicht so richtig Lust dazu hat, auch wenn er versucht, es sich nicht anmerken zu lassen.

Wesentliche Mängel sind nach wie vor der erratisch auslösende Innenraumalarm beim Abschließen, die überraschend schließende Kofferraumklappe (weil er wohl angeblich zwei Radarsensoren hinten hat) und die unbeabsichtigte Aktivierung des ACC wohl auf die gespeicherte Geschwindigkeit aus dem Stand mit dem anschließenden Auffahrunfall (hatte Heckträger drauf). Da die Punkte 1-2 laut Auskunft des Meisters Stand der Technik bei Volvo/Polestar sind, wird es von dort wenig Support geben. Es gibt allerdings in anderen Kleinserien andere dominante Mängel wie z.B. in den USA reihenweise und mehrfach abrauchende Ladegeräte etc., Vermutlich haben sie hinter den Kulissen immer wieder erhebliche Änderungen vorgenommen.

Das mit dem Gangwahlhebel finde ich außerordentlich riskant, auch wenn es der Meister als vom Hersteller beabsichtigt beschrieben hat. Da ich von Polestar keine wirkliche Unterstützung erwarte, habe ich es zusätzlich dem KBA mitgeteilt, mit Chance wird Polestar und Volvo (EX90 und ES90) zu einem Rückruf bzw. einer Softwareanpassung gezwungen. Dann wäre es ja auch gelöst. Bis dahin vermeide ich das ACC und habe Kriechen ausgeschaltet.

Mein Wagen war zur Inspektion in der Werkstatt und ich hatte es Polestar vorher auch mitgeteilt, aber in der Kombination Servicepartner/Polestar wurde nichts gemacht. Jetzt schiebt Polestar alles auf den Servicepartner, aber wegen der beiden ersten Mängel war das Auto ja schon dreimal in der Werkstatt, davon das letzte mit Fristsetzung.

In zwei Monaten wird dann der Lackschaden des Unfalls beseitigt und die Frontschürze erneuert, zum Glück nur etwas über 2.000 EUR. Vielleicht nutzt Polestar ja die beiden Tage, um etwas zu machen, eventuell auch auf Druck des KBA. Daten ausgelesen haben sie für die beiden ersten Fehler ja schon lt. Auskunft des Meisters mehrfach.

Eigentlich ist das Auto sonst gar nicht so schlecht bis auf diese drei Sachen, von denen ich sogar vermute, dass sie ALLE softwareseitig sind. Unser Polestar 2 ist wirklich ein angenehmes oder sogar tolles Auto bis auf wenige konstruktive Dinge wie das zu schwache Fahrwerk. Wir sind sehr zufrieden, allerdings hatte es auch mal einen Totalausfall, bei dem wir dann schon damals lernten, dass man nicht immer den Abschlepper rufen sollte, wenn das Auto oder die Hotline das aufgibt.

Ich schau mich in Ruhe mal bei anderen Herstellern um und beobachte die Wiederverkaufspreise des PS3, aktuell wäre der Wertverlust leider fatal. Aber ich bin gar nicht so sicher ob die Dinger wenn sie ein paar Jahre alt sind nicht ganz gut verkauft werden können, da sie eigentlich robust gebaut sind. Ob man gut Ersatzeile bekommen wird, weiss ich nicht, aber zumindest Volvoteile und Windschutzsscheiben wird man bekommen.

Bis dahin wird sich auch die Frage, was aus Polestar wird, geklärt haben. Aufpassen wird man inzwischen bei allen Herstellern, dass man nicht vom Regen in die Traufe kommt. Auch das spricht für fahren so lange es irgend geht. 800V brauche ich zumindest nicht, ich habe es in der Praxis selten vermisst. Ich glaube, dass der EX60 sich ganz gut verkaufen wird und dass sie auf der SPA3 Plattform weitere (größere) Autos anbieten werden. Auf jeden Fall werden wir stärker darauf achten, dass ein neues Auto in Stückzahlen gebaut wird.

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Technische Probleme bei Fahrzeugen sind immer ärgerlich und im Alltag beschwerlich. Ich verstehe deine Frustration dem aktuellen Hersteller gegenüber aber leider lese ich bei deinen Problem kein einziges, das beim Wettbewerb nicht auftreten könnte. Ebenfalls der mangelhafte Service ist nichts Herstellerspezifisches. Ich persönlich habe die schlechtesten Erfahrungen mit Mercedes gemacht (und meide die Marke), aber das sind alles sehr individuelle Ausschnitte.

Warum ich eigentlich schreibe; Ich verstehe dein Problem mit dem Gangwahlhebel nicht. Ja ich brauchte ein paar Tage um mich dran zu gewöhnen, kann mich funktional aber nicht über die Logik beschweren, den Autopiloten durch das Durchdrücken von D zu starten. Die Herangehensweise ich ja auch nicht auf diesen Konzern beschränkt.

Ich fahre jetzt seit zwei Monaten EX90 und bin 100% zufrieden. Die Software läuft anstandslos, die Performance ist kein Vergleich zum P2. Der Pilot Assist ist ebenfalls deutlich besser, aber sicher kein Klassenprimus.

Nochmal, ich kann deinen Frust nachvollziehen und dass du dich auf dem Markt umsiehst ist absolut nachvollziehbar. Ich persönlich kann mir gerade nicht vorstellen beim Wettbewerb glücklicher zu werden.

Ohne das hier vertiefen zu wollen: die ersten ex90 wurden vor zwei Jahren ausgeliefert und sie hatten ziemlich exakt die gleichen probleme. Mein Händler hat deshalb keine ausgeliefert damals und die Bestellungen zurückgegeben, weil er sich die Kunden nicht verprellen wollte.

Es ist schon klar, dass alle bei der Umstellung auf softwaredefined vehicle in große Probleme reinlaufen, weil eben die gesamten Koordination der verschiedenen Entwicklungsteams eine Riesennummer ist und wenn dann das Auto ausgerollt ist wird es nochmal schwieriger.

Bei Polestar haben sie dann irgendwann die Hauptentwicklung nach Polen verlagert und auch die Entwicklungsleiter SW haben fröhlich durchgewechselt. Hauptproblem ist vermutlich, dass sie beim Absatz etwa bei einem Zehntel der aviserten Stückzahl sind und daher haben sie relativ schnell die Entwicklungskapazitäten umverlagert.

Ja, Ärger hat man mit allen wenn man nicht (wie Du) eine Plattform nimmt, die schon länger am Markt ist. Ich hatte vorher 15 Jahre lang Mercedes GL(S) und auch da wurde die Serviceorganisation immer schlechter weil sie versucht haben, zu konsolidieren. Das war auch einer der Gründe warum ich von Mercedes weg bin. Da gab es auch immer Stockschaltung am Lenker.

Sicherlich mag mancher mit einer Doppelbelegung des Gangwahlhebels (theoretisch) kein Problem haben, aber wenn man Kriechen ausschaltet, steht das Auto mangels Gas fest auch wenn ein Gang drin ist. Wenn man dann einige Zeit steht, erinnert man sich nicht immer ob man schon einen Gang drin hat, weil man ja in der Zeit wo man wartet etwas anderes macht, sich unterhält oder aus dem Fenster schaut. Wenn man dann losfahren will, schaut man ja auf den Verkehr, nicht auf das Mini Display. Am Anfang hat das Auto zudem manchmal einen Sprung gemacht, wenn man anfuhr, aber das haben sie ein wenig abgemildert. jetzt ist es so, wenn die Bremse nicht getreten ist, man zieht entspannt und zu lang den Hebel nach unten, beschleunigt er zackig auf mindestens 25kmh (oder die letzte gespeicherte Geschwindigkeit). In den interntionalen Foren sind einige, die das Problem auch haben und (vornehmlich auch) Volvo aufgefordert haben, es zu verändern. Weil es eine so unsichere Implementierung und damit ein hohes Sicherheitsrisiko ist, haben sie es ja beim Polestar 4 trotz vermutlich identischem Gangwählhebel wieder aufs Lenkrad gepackt. Es wäre ja relativ einfach, die Aktivierung nur bei einer Geschwindigkeit von 30kmh zu ermöglichen, früher war das völlig normal bei den meisten Herstellern. Was mich viel mehr beunruhigt ist dass der Grundgedanke ja ist, teilautonomes Fahren zu ermöglichen, daher sind ja auch so viele Sensoren da. Es gibt ja unzählige Sicherheitssysteme (https://cdn.ancap.com.au/app/public/assets/57fc5cb122cdf74ed18f1096f544a69e663f5aa1/original.pdf?1750117160) die aber zumindest in meinem Fall übersteuert wurden. Sicherlich wird dort auch das Verhalten des Fahrers mit einbezogen. Wenn er also bremst, man gleichzeitig etwas Gas gibt weil man anfahren will, übersteuert er.

Ich glaube wenn Du meine Serviceaufenthalt, Ausfall-, Kommunikationshistorie mit hunderten Telefonaten hättest und eigentlich kümmert sich von Anfang an niemand darum, immer musst Du wieder fragen, was ist nun, und das wo das Auto nach einer Woche Fahrt erstmal 6 Wochen in einer Werkstatt 600km entfernt steht, wäre Deine gute Laune bestimmt auch aufgebraucht. Aber hohes Risiko für Ärger dürfte man aktuell überall haben. Daher weiss ich auch nicht ob ich mir nicht lieber ein etwas einfacheres Auto lease und fertig, dann kann ich es alle zwei oder drei Jahre in den Wind jagen und Thema durch. Aber den Ärger hat man da genauso, wenn nicht noch mehr weil die Leasingbank auch noch mitspielen muss.

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Beim Abholen des ES90 habe ich vom Volvo-Händler gehört, dass es beim EX60 erste technische Bugs gibt. Wenn man bspw. von der einen Radio-Station auf die nächste stellt, spielt die vorherige noch im Hintergrund mit. Das ist ein harmloser Bug, aber für die Radiopendler offenbar ziemlich nervig.

Software wird nie fehlerfrei sein, dafür gibt es bereits ein Update beim Händler.

Mit dem Polestar 3 hat das aber so gar nichts zutun.

https://www.volvocars.com/de-ch/support/car/ex60/software-release-notes/

Der Thread ist unpassend, aber

Das stimmt nur zur Hälfte. Volvo veröffentlicht für alle SPA-2 und SPA-3 Fahrzeuge in Zukunft ein einziges Update. Noch hat die EX60 Software-Version einen „neueren“ Stand, das wird sich wahrscheinlich aber mit einem der nächsten Updates ändern. Dann werden Polestar 3, EX90, ES90 und EX60 auf der selben Software-Version sein.

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Ich verstehe deine Antwort nicht so ganz. EX90 und P3 teilen sich die Basis und haben, wenn ich mich nicht irre, einen sehr ähnlichen Softwarestand. Wenn du inzwischen die neuen CPU erhalten hast, sollten wir Software- (und Hardware-)seitig mit sehr ähnlichen Fahrzeugen unterwegs sein.

Mir ist durchaus bekannt und bewusst, dass der EX90 massive Anlaufschwierigkeiten hatte aber wir sprechen jetzt über dan Stand den die Fahrzeuge heute haben und ich wiederhole mich, ich habe keine Softwareprobleme. Ich finde weder das „Mini Display“ unübersichtlich (ich schaue durchaus auch mal drauf bevor ich losfahre) noch die Bedienung des Fahrhebels besonders eigensinnig. Leichter Zug nach unten vorwärts fahren, durchziehen Pilot Assist, lange durchziehen Reaktivierung der vorherigen Geschwindigkeit. Die Tesla Bedienung ist übrigens quasi identisch. Mag sein, dass es einigen Nutzern schwer fällt sich an diese Bedienung zu gewöhnen, ich kann es nicht nachvollziehen. Der einzige Grund warum ich mir die Aktivierung des Assistenten am Lenkrad (wie beim P2) zurückwünsche, ist die bequemere einhändige Bedienung. Kann aber durchaus sein, dass die explizit nicht gewünscht ist, damit der Assitent bewusster aktiviert wird.

Wie geschrieben, ich habe eine ähnliche Servicehistorie bei Mercedes hinter mit (inkl. Notlauf wenn man unter einem Hochspannungsmast herfuhr). Nervig, ärgerlich, aufwenig, Zeit- und damit Kostenintensiv. Kann dir leider aber überall passieren. Ob das ein Grund ist den Anwalt einzuschalten, das muss jeder für sich entscheiden.

Im Prinzip schreibst du richtig, mit einem ausgreiften Auto auf einer alten Plattform wirst du (wahrscheinlich) weniger Probleme haben. Du fährst aber halt auch ein älteres Auto mit, insbesondere bei BEV, entsprechenden Nachteilen.