Der Vorteil vom 4WD

Vorne weg, ich bin kein Autonarr und hab mich da nie im Detail mit beschäftigt. Für einige wird meine Storie daher sehr naiv sein :wink:

Für mich war Allrad immer ne Spielerei. Da der Hund im Kofferraum mitfährt, fahre ich ohnehin sehr vorrausschauend mit entsprechend konservativer Beschleunigung.

Auch wegen mehr Reichweite schien mir der SMLR die richtige Wahl.

Heut waren wir in den Chiemgauer Alpen und wollten zu einem Wanderparkplatz. Der Weg führte über eine Waldstraße. Ein Schild wies auf Schneeketten Empfehlung hin. Ein 5er BMW und ein Q4 fuhren uns voraus und ich hängte mich dran.

Was soll ich sagen - sowas ist mir noch nie passiert. Mit der Steigung merkte ich, wie er immer weniger auf das Pedal reagierte, bis er irgendwann tatsächlich einfach zum stehen kam. Ich stand auf de Gas aber er machte keinen Zentimeter mehr vorwärts. Die Reifen drehten aber auch 0,0 durch, wurde das dann elektronisch unterbunden?

Der BMW und der Q4 sind einfach ganz normal hoch gefahren. Ohne Schneeketten. Kann dann ja nur 4WD gewesen sein.

Hab mich auf jeden Fall heute sehr erschrocken und hatte Glück, dass ich nach 50 m rückwärts fahren zum Glück wenden konnte und das es ansonsten nicht rutschig war.

Sicherlich ein Spezialfall, aber da wir ja doch am WE öfter im Voralpenland sind, würde ich wohl beim nächsten Auto intensiver überlegen, ob ein 4WD nicht doch mehr Sinn macht.

PS: Ich hatte neue Pirelli Winterreifen drauf…

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Du hättest noch in den „Sportmodus“ schalten können. Hier wird ein definierter Schlupf am Rad zugelassen. Hätte vielleicht geholfen. Oder auch nicht.
Ansonsten, ja, 4WD hilft da.

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Da hab ich überhaupt nicht dran gedacht. Du meinst „ESC“ OFF? Weil glaub mehr kann man ja garnicht einstellen oder?

Wären noch 100-150 zum Parkplatz gewesen… :expressionless:

Genau das. Damit wird Schlupf ermöglicht, was mit eingeschalteter Funktion sonst dazu führt, dass die Power so weit runter geregelt wird, bis sich halt kein Rad mehr dreht.

Allrad hätte geholfen, da hier halt zwei Räder mehr antreiben, aber auch hier gibt es Grenzen.

Ja, das meine ich. Es heißt aber „Sportmodus“ und das ESC ist nicht wirklich aus. Nur reduziert.

Screenshot vol Manual (Modell 2022):

Oha. Das hätte heute vllt tatsächlich den Unterschied ausmachen können.

Danke euch. Das würde ich tatsächlich nochmal drauf ankommen lassen um das auszuprobieren.

Auch schon wieder lustig, diese Formulierung:

„…es kann nicht ausgeschaltet werden“. „ … kann als deaktiviert betrachtet werden…“

:grin::roll_eyes:

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Ichhabe hier einen Nachbarn, der eine steile Auffahrt geschottert hat, weil noch Baustelle.
Mit Müh und Not kam ich rückwärts hoch, vorwärts ging gar nicht.
Musste aber hinter her paar Stellen, wo ich den Schotter weg kratzte wieder hin scharren.
Muss ihn mal fragen, ob andere Autos ohne Allrad dort hoch kommen.
Ich finde schon, dass es ein 2 Tonnen Fahrzeug schwer hat auf schlechtem Untergrund Traktion zu finden.
Leichte FAhrzeuge haben es einfacher. - Ich frage ihn mal.

Frag mal in Österreich die Bauern in der Nähe von Skigebieten, wieviele der SUVs und Allradfahrzeuge die schon aus den Straßengräben gezogen haben… bergab ist jedes Auto Allrad und bei Schneeglätte und entsprechendem Gefälle helfen nur Schneeketten vorne. Oder Spikes wie in Skandinavien.

Das Problem von dir, wie bereits genannt Schlupf die Elektronik, die abgeregelt hat. Der BMW hatte, falls nicht AWD, Heckantrieb wo den Berg hoch vermutlich etwas mehr Gewicht auf der angetriebenen Achse war.

Ja, ein Verbrenner hat auf der angetriebenen Achse meist mehr als 50%.
Der Polestar ungefähr 50%, glaube ich und dann noch schwerer.

Korrekt, da hab ich auch drüber nach gedacht. Durch die Neigung berghoch rotiert der Kraftvektor jedoch um die Hangneigung nach hinten.

Naja, bei den paar % Steigung macht das nicht viel aus und wenn, dann gewinnt der Heckantrieb und der Frontantrieb verliert.
Man müsste auch mal wissen, wie schwer die Fahrzeuge waren.
Wenn ein alter Suzuki SJ410 (leicht) im Gelände fährt, hat ein schwerer Geländewagen, z.B. Mitsubishi Pajero, keine Chance, da doppeltes Gewicht. Hatten wir im Wald oft genug beobachten können, bei den gleichen Fahrern.
Der Boden muss das Auto halten können.

Physikalisch hast Du Recht, dass der Heckantrieb gewinnt. Allerdings nur, wenn wir von der Traktion alleine sprechen. Wenn du diese im Schiebebetrieb auf der nicht lenkbaren Achse hast, verlierst du die Manövrierbarkeit bergauf, und bergab unter gewissen umständen. Der Fronttriebler kommt eventuell einen Hang nimmer hoch, aber wenn er hoch kommt, kommt er auch sicher wieder runter. Und alle anderen sind wir dann jene, welche sie aus dem Strassengraben ziehen wenns bergab geht in hochalpinen Gebirge. :grin:

Wenn Du beim Fronttriebler die Ketten aufziehst, hast du die Traktionserhöhung auf der angetriebenen und lenkbaren Achse. Beim Hecktriebler hast Du vorne immer noch die gelenkte Achse ohne Ketten. Das kann bergab heikel werden.

Und das ist dann wiederum der Vorteil eines AWD. Da montiert man die Ketten gemäss Hersteller und das ist aus gutem Grund eigentlich immer vorn.

Und dann kommt eben wenns hart auf hart kommt, noch ein entscheidener Faltor dazu; der Fahrzeuglenker. Und solange die Physik nicht vollends zuschlägt und der Fahrer weiss was er tut und warum ers tut, sowie wo die Grenzen des Fahrzeugs sind, kommen die alle heil hoch oder runter. Fast jeder Fahrer hat keinen Schimmer wo und warum oder wann er das ESC auschalten soll. Schon do macher stehr an der verschneiten Hoteleinfahrt und kommt weder vor- noch rückwärts weil das ESC ihn auf null runterregelt aufgrund mangelnder Traktion.

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