Google Maps und der Wind

Ich bin im Grunde mehr als zufrieden mit der GM Navigation. Schnell, genau und akkurat. Bei der Navigation vor einigen Tagen hatte ich dann eine Differenz von 4% zwischen Wegfahren und Ankunft. 55% - 51%
Das ist nicht viel und hat auch gepasst. Beim Heim fahren war es dann die andere Richtung. 5% → 9%

Gefahren bin ich immer laut Geschwindigkeitsgrenzen und Staus oder unerwartete Verzögerungen waren auch keine.

Meine Vermutung ist, dass GM den Wind nicht berücksichtigt hat, der recht stark - rund 50km/h - geblasen.

Was mich interessiert bei dem Thema ist, wie eure Erfahrung damit ist?

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Bis jetzt habe ich den Eindruck, dass Google Maps ziemlich „konservativ“ rechnet, jedenfalls wäre mir noch nicht aufgefallen, dass ich mit weniger SoC angekommen wäre, als am Anfang der Navigationsstrecje in Google Maps berechnet und angezeigt. Im Gegenteil: ich komme regelmässig mit mehreren %-Punkten mehr an, ich habe aber auch einen eher „ruhigen“ Fahrstil, viele CH-Autobahnkilometer und beschleunige z.B. sehr oft mit den Tempomat, was „scharfe“ Sprints selten macht…

Eine klare Auswirkung auf die Berechnungen bei unterschiedlichen Windverhältnissen hätte ich noch nicht bemerkt, und gerade auf meinen regelmässigen West-Ost-Strecken kann ich (starken) Wind beim Fahren jeweils gut feststellen (Westwind-Wetterlage oder Bise = kalter NO-Wind).

Kann ich nicht ganz zustimmen. Im Winter passt es bei mir zu der Vorherberechnung, im Sommer habe ich immer ein paar Prozente Luft. Vielleicht (Achtung: Mutmaßung) wird da auch der Durchschnitt der bisherigen Fahrten genommen. Und das passt halt im Winter nicht zu den bisherigen Fahrten.

Ich kann auch feststellen, dass GM bei der Berechnung die letzten Verbräuche berücksichtigt.
Fahre ich im Gegensatz zur Normalofahrt einmal besonders „vorsichtig“ mit max. 115, dann rechnet Google zu Beginn den „üblichen, bekannten“ Wert, kommt dann im Laufe der Fahrt aber auf immer größere Reserven. Je näher am Ziel desto genauer :-), was ja klar sein dürfte.
Das GM allerdings äußere Einflüsse wie Wind berücksichtigen könnte (soll), halte ich für Wunschdenken.
Die Topografie als Einflussgröße ist ja schon erstaunlich…

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Wind berücksichtigt werden kann. Da gibt es ja zu viele Unbekannte: Fährt man im Windschatten von einem LKW? Ist der Wind da wo man fährt genau so stark wie dort wo gemessen wurde? Wie windschnittig ist das Auto (bspw. mit oder ohne Gepäckträger)? Wie ist genau die Windrichtung zur Fahrtrichtung (dreht sich ja auch teilweise)? Wie ist der Verlauf der Windgeschwindigkeit über die ganze Fahrt?

Das dürfte ja auch alles auswirken und ist nicht vorhersehbar…

Wenn ich so über eure Antworten lese und nachdenke, dann fällt mir ein, warum das sein könnte. Es ist selten, dass wir alle 4 Unterwegs sind. Sonst sind es meist 1 Erwachsener und 1-2 Kinder. Ich fahre meist alleine.

Dann dürfte der Unterschied daher vermutlich kommen.

Das kann ich bestätigen…nach ein paar „sportlichen“ Fahrten war GM zu pessimistisch, ebenso nach dem Wechsel auf Sommerreifen, und beim Wechsel auf WR schrumpft für die ersten Stecken der Safety-Puffer. Nach ca. 500km passt der Zielwert mit 2-3% zuviel dann wieder.
GM rechnet irgendwie die Verbrauchshistorie ein.
Wind, Regen und Schnee kann ich mir nicht vorstellen wie das vernünftig funktionieren könnte.

Darf ich euch etwas herausfordern?

Was suchen denn sonst „Echtzeitwetterdaten“ (u.a. gemäss Pop-up Fenster Temperatur und Windrichtung/-stärke) in der Premiumversion von ABRP, wenn diese nicht sinngemäss in die Berechnung einfliessen (könnten)?

Die aktuell angezeigten Wetterdaten an meinem Standort stimmen jedenfalls im Moment in ABRP sehr gut…

Natürlich kann ich im Moment mangels entsprechender Dokumentation von ABRP nicht beurteilen, was der Mehrwert ist/sein kann, aber immerhin…

@moddy1134 : ich denke dabei nicht an die „Mikroverhältnisse“ (hinter einem LKW im Windschatten etc.), sondern an die grossräumigeren, aktuellen Wetterverhältnisse, wie sie inzwischen bei jeder Meteo App verfügbar sind - wie wandernde Regenzelle, generelle Windrichtung und -stärke, Temperatur (-unterschiede) - und rein rechnerisch sicherlich über die festgelegte Fahrstrecke wenigstens näherungsweise integriert werden könn(t)en.

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Genau das meinte ich mit „vernünftig funktionieren“, gerade Wind: wie lenkt z.B. der Berg/das Tal die Richtung und Geschwindigkeit…Fallwinde, Fön mal als Stichworte. Großräumig ist die Wettervorhersage zu 60% korrekt, für kleinräumige Verhältnisse ist zu ??% richtig.
Eine Trendaussage mag ja gehen, aber letztlich ist das Rauschen, insbesondere wenn du ein paar Mal etwas kräftiger das Spasspedal betätigst.

Ich kann mir sehr gut eine Lösung basierend auf BigData gesammelt von vielen Stationen und auch Fahrzeugen vorstellen, aber das ist Zukunftsmusik.

Hä? Ich versteh nicht, wovon Du sprichst.

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Ich habe einen ähnlichen Effekt festgestellt, aber eine andere Erklärung als Wind dafür: GM beachtet nicht die Batterieheizung. Wenn ich morgens los fahre (keine Wallbox), ist die Batterie kalt. Dementsprechend bekomme ich den Verbrauch auch nicht unter 28. Da passt die GM Vorhersage nicht. Komme mit weniger an als prognostiziert. Tagsüber steht er an der Ladestation. Fahre ich nach Hause, ist Batterie warm und der Verbrauch bei 21-23. Da passt die GM-Vorhersage auch nicht, ich komme mit reichlich mehr an (sind jeweils etwa 20% Abweichung), als prognostiziert.
Da könnte auch noch mit reinspielen, wenn GM jeweils die Werte der vorherigen Fahrt nimmt. Verstärkt den Fehler dann sogar noch.

Fremdeinflüsse auf den Verbrauch wie Wetter könnten von Google grundsätzlich analog wie Staus berücksichtigt werden mittels ortsabhängigen Echtzeit-Rückmeldungen der Verbrauchsdifferenzen gegenüber der Verbrauchsprognose. Dabei wäre wichtig, dass der reine Fahrt-Verbrauch getrennt von anderen Verbrauchern wie Heizung, Kühlung, Batteriemanagement berücksichtigt wird.

Ich hatte bei den letzten Fahrten eine exakte Prognose von GM was den SoC am Zielort angeht. Sowohl Batterievorheizung als auch der Rest scheinen ziemlich gut einzufließen. Ich beobachte das mal weiter.

Das wäre auch meine Mutmaßung gewesen, denn bei stets gleicher Strecke (Hamburg Berlin) passt sich bei der mir der errechnete Ladestand an. Das kann mit der Temperatur zusammenhängen die GM evtl. kennt aber sicher nicht mit dem Wind (die GM nicht kennen kann). Stattdessen brauchte es zB bei ähnlichen Bedingungen, bis GM nach dem Wechsel auf Winterreifen wieder akkurater wurde.

Und wenn ich mal sehr schnell fahre (also länger 180) dann steigt Verbrauch sehr deutlich und auf der nächsten Fahrt „rechnet“ GM bei mir dann offenbar etwas anders. Auch stimmt GM nie, wenn ich deutlich schneller fahre als 140 km, es braucht dann eine Weile während der Fahrt bis der Ladestand sich wieder auf ein realistisches Level einpendelt.

Ich denke die „Echtwetterdaten“ betreffen wohl in erster Linie die grobe Temperatur und nicht Regen / Wind, die sich auf einer längeren Fahrt nicht wirklich zielgenau vorhersagen lassen.