BLDC Motoren sind vom Prinzip her auch Permanentmagent-Synchronmotoren. Der Hauptunterschied liegt in der Ansteuerung der Leistungselektronik (keine reine Sinusansteuerung sondern „Blockkommutierung“). Allerdings sind echte Sinus-angesteuerte PM-Synchronmotoren am effizientesten und vor allem am harmonischsten bezüglich abgegebenem Drehmoment (nicht pulsierend).
Gerade bei Elektroautos ist es so, dass die verbauten PM-Motoren möglichst auf extrem tiefen Back-EMF optimiert werden: das heisst also, dass man mit relativ wenig Aufwand (und damit wenig Energieverlust) das Feld schwächen kann und der Motor auch oberhalb der Nenndrehzahl effizient bleibt und eben auch möglichst gut rollen kann. Insbesondere IPM Motoren (also Motoren mit „vergrabenen“ Permanentmagneten) sind hier gut. Man nutzt automatisch auch das immer vorhandene Reluktanzmoment aus, um die Drehmomentdichte zu steigern.
Ausserdem gibt es natürlich das grosse Bestreben, möglichst wenig seltene Erden (die ja für die Permanentmagnete gebraucht werden, wenn diese ein starkes Magnetfeld liefern sollen) einzusetzen. Dann kann man die Abhängigkeit dieser kritischen Rohstoffe verringern und trotzdem leistungsdichte Maschinen bauen.
Es ist meiner Meinung nach sehr clever, eine Asychronmaschine und eine Synchronmaschine zu verbauen, so wie das beim Polestar 2 (und auch beim neuen 3er mit 800 V Antriebsstrang) gemacht wird, da das sehr effizient ist.
Ich bin mir allerdings etwas unschlüssig, bezüglich dem, was einige Hersteller wie z.B. Mercedes und auch Porsche beim Taycan machen: ein 2-Gang-Getriebe an der Hinterachse, um den Motor in einem besseren Wirkungsgradbereich auch bei Autobahngeschwindigkeit zu betreiben. In den Theorie natürlich schon ein Vorteil, aber durch das zusätzliche Getriebe inkl. Kupplung kommt einerseits Komplexität und Zusatzgewicht in Fahrzeug, andererseits verliert man ja durch diese zusätzliche Getriebestufe wieder 1-2% Effiezienz. Interessanterweise scheint beim neuen Cayenne Electric kein 2-Gang-Getriebe zum Einsatz zu kommen.
Ich bin auch schonmal einen Polestar 4 gefahren, der hat ja zwei Synchronmotoren und im Range Modus wird der vordere Motor mit einer Kupplung getrennt. So kann man natürlich effizient unterwegs sein, aber es war etwas unangenehm, die doch längere Verzögerung, bis die volle Allradleistung zur Verfügung steht, abzuwarten, wenn man den Polestar 2 gewohnt ist. Ich gehe davon aus, dass sich in Zukunft das Konzept vorne Asychronmotor, hinten Synchronmotor, durchsetzen wird.