Ladeprobleme

Hallo zusammen,

ich verfolge schon eine Weile mehrere Themen und hab jetzt auch eine Frage:

Letztes Wochenende waren wir von NRW nach Bayern unterwegs, um die 500km. Wir haben mit 100% auf der Hinfahrt gestartet und mussten mit unserem Polestar 2 LRSM einmal nachladen bei ca. 30% an einer EnBW Ladestation mit 150kw Leistung. Hier hat er schon nur mit 71kw konstant geladen. Wir kamen dann mit ca. 10% Restkapazität an und haben mit dem polestar-Ladekabel an einer normalen Steckdose geladen. Nach über 36 Stunden an der Steckdose hatte er nur 92% und die Metallstäbe vom Schukostecker waren extrem heiß.

Auf der Rückfahrt hat uns google Maps zwei Lade-Stops empfohlen, die wir dann auch eingelegt haben. Der erste Stopp an einer Tesla-Ladestation war richtig schlecht mit 43kw durchgängig und der zweite Ladestopp an einer anderen Tesla-Station ging zumindest mit 103kw. Die Außentemperatur war bei allen Stopps um die 16 Grad und ich hab zur Batterie-Konditionierung Google Maps verwendet.

Hatte jemand schon ein ähnliches Problem in der Vergangenheit?

Hallo Jessica,

da es sich hier um zwei verschiedene Ladearten (AC & DC) handelt, würde ich erstmal nicht mit einem allgemeinen Problem des Autos rechnen.

Bei EnBW habe ich öfter die Erfahrung gemacht, dass dort Lastmanagement aktiv war und die vollen 150kW nicht zur Verfügung standen. Wart ihr jeweils die einzigen an der Ladesäule? Bei 150kW Säulen und 2-Ausgängen wird auch gerne mal auf 2x75 kW gesplittet (gleiches bei älteren Tesla-Stationen).

Die Vorkonditionierung sprichst Du an, war dort jeweils eine Ladesäule (nicht nur Koordinaten oder eine Adresse ohne CCS-Anschluss) ausgewählt? - erkennbar an der Anzeige der verfügbaren Ladeanschlüsse.

@Schuko-Laden: bei 82% Ladehub und Verlustleistungen von 10-15% kommt man gar nicht so verkehrt hin, 36h @ 2kW. Wenn der Ladeziegel aufgrund der Temperatur durch die Dauerlast reguliert.

Zur ersten beschriebenen Ladung habe ich zwei Kommentare:

  1. 30% sind noch relativ viel, ich würde empfehlen mit niedrigerem SoC zu laden
  2. Wenn an einer 150kW Station mit ungefähr 75kW geladen wird hört sich das auch evtl. danach an, dass es zwei Ladeanschlüsse gibt, die sich die 150kW teilen.

Die Ladung an der Schuko Steckdose dauert tatsächlich sehr lange und wird nur in Ausnahmefällen empfohlen, weil es eine starke Belastung der Hausinstallation bedeutet: https://www.polestar.com/de/manual/polestar-2/2024/article/d221bc112d4ea560c0a801517a10d5fd/

Ich bin letztens auch an eine 150kW Station gefahren, da stand ein PHEV und hat mit 3kW geladen. Mein Auto hat nur knapp 130kW bekommen (obwohl auf 10% runter und Akku schön warm gefahren weil ich mit 160 unterwegs war :grin:). Ich vermute die Station hat volle 22kW fürs AC-Laden reserviert.
Ein anderes mal (war noch mit meinem Enyaq) hab ich nur 75 kW bekommen, da hing aber ein IONIQ 5 am anderen Kabel.
Grundsätzlich sollte man, wenn es schnell gehen soll, mindestens 300er Säulen anfahren. Bei den 150er hat man doch meistens Pech was die Belegung anbelangt.

Zu den Tesla-Stationen kann ich nichts sagen, hab da noch nie geladen.

Zur Schuko-Ladung haben andere schon geschrieben: Nur in äußersten Notfällen nutzen. Auch wenn da nur 2kW über die Leitung gehen, der Polestar braucht für den vollen Ladehub fast 2 volle Tage. Das würde ich keiner Hausinstallation antun wollen.

Ich habe mir neulich eine 300Kw EnBW Säule mit einem Ioniq 6 teilen müssen. Meine Beobachtung legt nahe, dass entgegen der landläufigen Meinung nicht die Leistung geteilt wird, sondern die Stromstärke. Ich bekam 80kW, er 130kW. Also jeder 200A (der PS2 hat 400V, der Ioniq 650V). Das gab mir zu denken und hat schon Begehrlichkeiten geweckt…

Zu diesem Thema habe ich vor über einem Jahr mal ein interessantes YT Video gesehen. Da ging es um die Technik des Power-Sharings aktueller DC-Ladesäulen. Zudem wurde ein neuen Prototyp vorgestellt, der kleinere „Power-Stacks“ (ich glaube es war statt 2x75kW 6x25kW) verwendet um die Last intelligenter auf die beiden Kabel zu verteilen.
Ich meine es ging um Alpitronic.

Möglichst an 300/400 kw Ladestationen Laden, dann gibt es auch, wenn ein zweites Fahrzeug am zweiten Anschluss anschließt, immer noch 150/200 kw für den Polestar.
Bei Tesla sollten eigentlich immer eine gute Ladeleistung geben, wenn du bei einem V3 Standort bist. Dieser ist zu erkennen das nur 1 Kabel an der Säule hängt. Bei V2 Ladern gibt es load Sharing auf 75 kw. Hier zu erkennen das 2 Kabel an der Säule hängen.
Fällt die Kühlung aus, dann gibt es nur so 35-40 kw, dann Säule wechseln, gibt ja genug an Tesla Standorten.

Das habe ich dieses Jahr auch deutlich vermehrt festgestellt. Ist schon ärgerlich, wenn man ein Auto hat, dass fix laden kann, aber nicht genügend zur Verfügung bekommt. Es war jetzt schon so häufig, dass ich inzwischen Alternativen zu ENBW suche. Einzig der Grund, dass ich mit &Charge abrechnen kann, lässt mich noch dahin fahren.

Hallo Zusammen, ich wollte eben das erste Mal bei mir in der Firma laden und musste nun feststellen, dass nur ca. 5-6 KW ankommen, obwohl die Anlage bis zu 22KW (11 KW wenn doppelt geladen wird) ausspucken sollte. Aktuell stehe ich alleine dran und es kommen nur 5-6 KW an, was komisch ist. Liegt das am Kabel (Standardkabel was es zur Auslieferung dazu gibt) oder muss ich am Auto irgendwas anders einstellen?
Laut App braucht das Auto exakt 10h um vollzuladen, aber die Zeit verbessert sich auch nicht. Wenn 8Uhr ist soll das Laden um 18 Uhr beendet sein, eine halbe Stunde später um 8:30 Uhr ist es plötzlich 18:30 Uhr usw.
Danke für euer kurzes Feedback!

Blöd. Das Standartkabel kann 3x16 A, also 11 kW. Schau mal im Display auf der Seite wo du das Ladelimit einstellt, ob darunter mindestens 16 A ausgewählt sind. Zeigt die Anzeige im Cockpit bei der Ladegeschwindigkeit 1~ oder 3~ (Phasen) an? Sitzt du im Auto, während du die Anzeige 5-6 kW siehst? Wenn Klima, Heizung oder so laufen, kommt im Akku auch weniger an. Ansonsten versuche es an einer öffentlichen Säule, am besten mit Display, auf dem die abgegebene Leistung angezeigt wird.

ich bin relativ neu im Game, deswegen stell ich mich wahrscheinlich auch ziemlich dumm an… Sorry dafür!
Wenn ich in der App auf Laden gehe, kann ich die A´s bei „Leistung begrenzen“ hochschrauben. Es war bei 10A, habe es jetzt auf 16 A hochgeklickt und siehe da, prompt ein besseres Ergebnis.
Frage - wie weit kann ich die A´s hochschrauben? nach 16A verbessert sich das Ergebnis (Laden Abgeschlossen um…) nicht mehr. Kann ich hier auch zu viel hochschrauben und dem Akku schaden?
Und wieso genau werden in der App immer nur glatte Stunden angezeigt? :smiley: Laden abgeschlossen ist immer exakt auf die Stunde. Also 8:31 und beendet ist es um 14:31 usw…

Der Polestar kann dreiphasig maxima 16 A, so dass dann 11 kW anliegen. Mehr geht nicht. Höhere Stromstärken sind für einphasiges Laden gedacht, dies ist in Deutschland aber unüblich, da Du dann auch eine höhere Spannung als 230 V benötigst um eine akzeptable Leistung zu erhalten.

Kurze Zusammenfassung:

  • Die Stromstärke für das AC-Laden lässt sich von 6-32A einstellen (entweder im Auto oder in der App). Wenn man immer maximale Geschwindigkeit möchte, einfach auf 32A stellen.
  • Das Kabel muss 3-phasig ausgelegt sein (sieht man an der Pin-Belegung) um mit 11kW laden zu können (der Polestar 2 kann aktuell nicht mehr)
  • ob mit einer oder mit mehreren Phasen geladen wird, wird im Cockpit-Display während des Ladevorgangs angezeigt: Da steht dann rechts neben der Ampere-Zahl z.B. ~3 (für 3-phasiges Laden)
  • Bei sehr hohem Ladestand (über 95%) kann es vorkommen, dass die Geschwindigkeit vom BMS reduziert wird
  • Der Fahrer kann dem Akku mit der Ladung grundsätzlich nicht schaden, das wird vom BMS verhindert
  • Die Ladesäule muss natürlich auch alle Voraussetzungen erfüllen
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Das ist eine ‚Eigenheit‘ der Software. Zum Ende hin wird es dann genauer.

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