Mein Jahr mit dem Polestar 4: Von Begeisterung zu Ernüchterung

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll. Viele Punkte wurden sicher schon besprochen, aber ich möchte einfach nochmal drüber reden.

Ich fahre den Polestar 4 jetzt seit über einem Jahr.
Die anfängliche Begeisterung ist mittlerweile Ernüchterung gewichen.
Optisch ist das Fahrzeug großartig, die Begrüßungsanimationen zaubern mir immer noch ein Lächeln aufs Gesicht. Doch nach dem Einsteigen verfliegt diese Freude schnell: Mal wird der Schlüssel wird nicht erkannt, die Sitzheizung bleibt lauwarm, oder Scheibenwischer gehen grundlos an, GPS findet sich nicht. Die Liste ist lang.

Die Hauptprobleme:

Klimatisierung:

  • Sitzheizung trotz Version 4.2.8 unzureichend
  • Heizleistung inkonstant, gefühlt geschwindigkeitsabhängig, bläst teils kalte Luft bei 22-23°C
  • Sitzlüftung/Klimaanlage im Sommer enttäuschend

Assistenzsysteme & Beleuchtung:

  • Pilot Assist: Phantombremsungen, Schlingern, unterscheidet Baustellenmarkierungen nicht
  • Auffahrwarnung völlig unvorhersehbar
  • Matrix LED Fernlicht wirkt unfertig
  • Abbiegelicht fehlt komplett

Fehlende Features:
Digital Key (Android), Plug&Charge, Anpassungen für Scheibenwischer/Beleuchtung, Wischwassersensor (50-Cent-Teil eingespart!), Touch-Rekuperation versehentlich verstellbar (Sicherheitsrisiko), Fahrerdisplay wirkt prototyphaft

Support & Kommunikation:
Vier Werkstattbesuche, bei Heizungsproblemen hieß es stets „funktioniert normal“. Keine Roadmaps, keine verbindlichen Aussagen von Polestar.

Ja, ich habe das Auto blind gekauft und mit Kinderkrankheiten gerechnet. Aber nach über einem Jahr sollten Grundfunktionen wie Heizung und Assistenzsysteme einwandfrei arbeiten.
Wir reden hier immerhin nicht von revolutionären Elektroauto-Features, sondern von simplen KFZ-Basisfunktionen, die ein alter Golf oder zehn Jahre alte Teslas zuverlässiger beherrschen. Stattdessen fühlt es sich an wie ein Prototyp mit erratischer Softwareentwicklung.

Ich würde den Polestar 4 so nicht noch einmal kaufen. Wenn ich könnte, würde ich ihn zu oft gegen mein Model 3 zurücktauschen wollen.

An die Community:
Wie sind eure Erfahrungen? Was stört euch am meisten im Alltag?

Besonders interessiert mich: Wie geht ihr mit der finanziellen Dimension um?
Bei mir ist es Leasing mit geplantem Kauf, und mittlerweile bereue ich diese Entscheidung sehr. Meine größte Sorge: Selbst wenn die Software irgendwann alle Probleme löst – wie lange wird Polestar sie dann noch supporten und weiterentwickeln? Diese Unsicherheit bei einer langfristigen finanziellen Verpflichtung für ein unfertiges Produkt belastet mich.

Habt ihr ähnliche Überlegungen? Überlegt jemand, vorzeitig auszusteigen, oder arrangiert ihr euch damit? Würde mich interessieren, wie andere mit dieser Situation umgehen.

Danke fürs Lesen! Bin gespannt auf eure Erfahrungen und hoffe, dass ich nicht der Einzige bin, der so frustriert ist.

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Die meisten der von dir beschriebenen Probleme nerven mich auch, nur wenn man es nüchtern betrachtet, ist das von uns allen schon Jammern auf sehr hohem Niveau. Ich möchte jetzt auch keine Debatte darüber lostreten, aber wenn ich mir die Videos von anderen Herstellern anschaue, insbesondere von Tesla, denke ich, dass man sich bei jedem Auto ärgern wird. Zumindest versucht Polestar, die Probleme zu beheben, und der PS4 ist im Vergleich zu anderen Herstellern ein Auto, das nicht jeder hat, super verarbeitet ist und in meinen Augen eines der schönsten Autos in dieser Kategorie ist. Ich würde es mir trotzdem wieder kaufen, weil es – abgesehen von den Problemen – viel Spaß macht.
Da mir bewusst ist, dass sich die Technik in den nächsten Jahren noch wesentlich verbessern wird und ich keine Lust habe, nach einigen Jahren einen Käufer zu suchen, habe ich ein 4 jähriges Operating-Leasing abgeschlossen und gebe das Fahrzeug anschließend wieder zurück.

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Ich bin tatsächlich weitestgehend zufrieden nach 1 Jahr P4. Der Wagen ist auf 3 Jahre geleast, das passt. Auch die Ladeleistung auf Langstrecke im Winter geht bei meinem Wagen völlig in Ordnung.

Aktuell habe ich 2 kleine Probleme:

  1. Knopf der Heckklappe außen ohne Funktion - scheint bekannt, wird getauscht

  2. Lautstärkeregler in der Mittelkonsole regelt nicht ordentlich sondern zappelt, mal lauter, mal leiser, mal mehr, mal weniger - Für eine feinfühlige Regulierung der Lautstärke muss man sich schon sehr konzentrieren und selbst dann klappt es zu 50% nicht.

Bei Problem 2 ist sich die Werkstatt unsicher, ob es ein Hard- oder Softwareproblem ist. Der Knopf ist dennoch bestellt. Kennt das jemand?

Beste Grüße Fabian

ja, ist der Regler, nimm dir Zeit beim Wechseln, wird mehrere Stunden dauern …

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Danke dir. Die Werkstatt soll für beide Knöpfe einen Tag einplanen.

Das wird jetzt auch ein etwas längerer Text.

Klimatisierung, Sitzheizung ist bei mir tip top seit ich das Auto im Oktober 2024 übernommen habe. Sitzlüftung habe ich nicht, gibts bei tailored knit nicht. Tailored knit ist ein grandioser Sitzbezug.
Mit dem Matrix LED bin ich zufrieden, finde ich nicht anders, als das des A6 C8, den ich vorher hatte.
Vieles ist unfertig, so wirklich nervend und im Alltag einschränkend ist:

  1. DC Laden bei Kälte. Brauche ich selten, aber wenn dann sind es Fahrten mit 2-3 Ladestopps. Aktuell habe ich eine geplante Autoreise durch eine Flugreise ersetzt, da ich mit Kleinkind oder Geschäftstermin nicht abschätzen will, ob ich in 20 oder 50 Minuten wieder von der Ladestation wegkomme. Letzten Winter ging das problemlos.
  2. Musik beim Start, Amazon oder Spotify immer auf default. Tasten tot.
  3. Assistenzsysteme werden mal besser, mal schlechter. Mein 2014er A3 konnte das schon einwandfrei, der P4 leider nicht. Nachdem gestern das Radar mit Schnee verklebt war und der Tempomat trotzdem funktioniert hat, glaube ich fast, das ACC geht über Kamera, so wie das mal bei den 1er/2er BMWs der Fall war. Und bei einigen anderen Autos. Vielleicht wirds ja noch.
  4. Wischwasser kommt immer erst aus den Düsen, wenn die Wischer schon bei der A-Säule sind. Mit dem Effekt, dass das Wischwasser die Seitenscheibe einsaut und die Wischer trocken wieder herunterfahren. Jetzt bei dem Sauwetter sehr mühsam.

Die restlichen Dinge sind bekannt, damit kann ich leben.

Warum ist es der P4 geworden?
Ich habe das Auto damals ohne Probefahrt bestellt, da dies noch nicht möglich war und ich mit der Firmenwagenbestellung längst drüber war. Ich habe lange auf einen Q6 Etron gewartet, der war dann aber mit meinem Budget nicht machbar und die Innenraumqualität war im Vergleich zu den Audis zuvor enttäuschend. Tesla sind wir einige Male gefahren, da hat einiges gestört. Anforderung war:
AWD,
Ordentlich großer Akku, um meine übliche 340km Pendelstrecke auch im Winter ohne „Ladeerlebnis“ zu meistern
Platz für die Familie
Angenehme Sitze
Fahrgefühl
Probefahrten auch mit Enyaq RS, ID7 Heckantrieb (GTX gabs noch nicht), BMW i4 M50. Preislich alles zwischen 67K und 70K Großkundenpreis.
Dann gabs da noch den Polestar 4, der mir seit der Vorstellung sehr gut gefallen hat. Ich hatte vorher keinen Kontakt zu Polestar und bin daher mal den P2 MY24 DM mit dem Öhlins Fahrwerk probegefahren. Fahrgefühl war top, lediglich war mir das Auto insgesamt etwas zu klein, aber die Sympathie für Polestar stieg. Wir sind dann im Anschluss 45 Minuten im P4 gesessen und eigentlich war nach 5 Minuten klar, dass ich dieses Auto unbedingt haben will. Preislich ging es sich dann mit etwas nachverhandeln gut aus und somit ist er es geworden. Von der Innenraumgüte, dem Design und dem Fahrgefühl bin ich immer noch überzeugt. Schade, dass die Software nicht besser ist.

Finanzieller Aspekt:
Ich habe das Glück, ein Firmenauto zu fahren, somit kostet mich der P4 nichts, da Sachbezugbefreiung in Ö. Er kostet aber Zeit, ein paar außerplanmäßige Werkstattaufenthalte waren schon dabei. Panne gabs zum Glück keine.
Wertverlust bei E-Autos ist ohnehin groß, der P4 wird nach Ende der Leasingzeit wohl schwer anzubringen sein. Mein Leasing läuft 2028 aus, ab 2026 sind alle Mitbewerber in der Preisklasse (BMW, Audi, Mercedes) auf 800 Volt und besserer Effizienz. Die letzten Firmenwägen habe ich aus dem Leasing herausgekauft, da ich immer Abnehmer hatte. Ob das beim P4 auch so sein wird? Wir werden sehen.

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Kann dir sagen, ist Hardware. Wurde bei mir letzte Woche getauscht. Wenn du Fragen hast, gern pn.

I have a dealer (Volvo) appointment to replace the whole part tomorrow. As I understood, they will disassemble the console to get to the PCB with the button, and replace the whole thing (not just the rotating button). They said it will take around 3-4 hours of work.

Ich würde hier noch die H/K Anlage als enttäuschenden Punkt mitaufnehmen. Ich habe viel am Equalizer herumgebastelt, leider werde ich mit dem Klangbild im 4 überhaupt nicht warm…
Die Anlage vergleiche ich bewusst nicht mit einer B&W Anlage. Bin kürzlich aber wieder mal zwei verschiedene Volvo XC60 gefahren ebenfalls mit einer H/K Anlage und finde die um Welten besser…
Komisch, denn die im Volvo verbaute Anlage hat 600W Systemleistung und die im Polestar hat 1320W…
Auch die H/K im 2er gefällt mir deutlich besser.
Findet das noch jemand so?
Soweit ich weiß, gab es damals für den 2 ein Update welches den Klang der Anlage deutlich verbessert hat, vielleicht komm ja so etwas noch nach?

Btw: die Touchtasten am Lenkrad machen mich auch irre und die Sitzheizung selbst nach 4.2.8 ist lange nicht so warm wie die im XC60…

Ich habe das Auto noch nicht so lange. Bin vorher einiges anderes gefahren und hab mir abgewöhnt, mich über Fehler oder Unzulänglichkeiten permanent aufzuregen. Ich erfreue mich jeden Tag an diesem Fahrzeug, ich liebe es zu fahren, auch wenn ich mal 5 Min länger an einer Lade stehe oder die Mucke nicht gleich startet oder oder oder.
Ich kenne kein Fahrzeug was fehlerfrei ist, teilweise viel schlimmer als PS. Sogar mein Cube EBike hat Probleme mit der Bosch Software.
Vielleicht ist manchmal ein wenig Gelassenheit erfreulicher :blush::wink: Zumindest lässt man sich nicht von Technik den Tag verderben, das machen schon andere :sunglasses:

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Ich teile hier auch mal meine Erfahrung nachdem es bei mir auch nur noch zwei Wochen bis zum vollen Jahr sind.

Das wird wohl länger, ein TL;DR gibts deshalb am Ende​:wink:

Ich schicke dazu voraus, dass ich von einem aus 2015 stammenden Golf Variant komme, somit war der P4 bei mir sowohl der Umstieg auf Elektro als auch auf ein sehr viel moderneres Auto.

Bei mir standen unter anderem auch noch P2, ID.7 und i4 im Raum und ich bin auch die beiden letzteren Probe gefahren vor der Entscheidung.

Bereu ich den P4? Definitiv absolut überhaupt gar nicht​:smile:

Gibt es etwas, warum ich ihn aktuell eintauschen will? Nein, insgesamt überwiegt für mich deutlich das Positive.

Ja, natürlich gibt es Dinge, die (noch) nicht perfekt funktionieren. Nur bin ich mir sicher, dass kein Auto perfekt funktioniert. Und der P4 hat noch Macken, die mehr oder weniger stören, aber er macht schon viel richtig.

Und überzeugt er mit einem tollen Innenraum der jenseits von absolut super ist, gerade wenn man mit einem ähnlich teuren i4 oder einem sogar teureren ID.7 (man könnte auch Plastikbomber sagen) vergleicht. Und dabei habe ich den P4 „nur“ als SM, mit Pilot, aber ohne Plus.

Die Wahl ohne Plus Paket bereue ich nicht. Während dem bisher einzigen Werkstattbesuch (Marder​:roll_eyes:), hatte ich einen P4 mit Plus und muss sagen: für mich macht es keinen/zu wenig Sinn. Lediglich die Tailored Knit hätte ich gerne, aber allein dafür? Nein, dafür sind auch die Standard Sitze schon angenehm genug.

Ich muss dazu sagen: ich selbst bin über 2m hoch und komme dabei regelmäßig in Autos an gewisse Grenzen platzmäßig. Das merkt man beim Plus Paket zum Beispiel am HUD: egal wie ich das einstelle, entweder ist es oben abgeschnitten oder unten bereits auf der Motorhaube angezeigt. Somit eher sinnbefreit für mich persönlich. Pixel LED: eine nette Spielerei, die ich vorher nicht hatte und die ich auch nach dem Leihwagen nicht vermisse.

Aber das positive für mich als Riesen: viel Platz im Innenraum. Ich hatte noch nie ein Auto, in dem jemand hinter mir sitzend halbwegs komfortabel Platz hatte. Im Golf Variant zuvor war es absolut undenkbar, dass jemand hinter mir Platz genommen hätte und auch im Probe gefahrenen ID.7 ist da nicht mehr viel Platz übrig…

Ich bin grundsätzlich niemand, der mit Sitz-/Lenkradheizung fährt, daher bin ich hier bei der Diskusssion eher raus. Ich verstehe alle, die sich hier über eine zu schwache Sitzheizung beschweren, aber es tangiert mich einfach nicht so.

Da stört mich eher noch die normale Heizung im Innenraum, die bisher gerade auf längeren Strecken mit der Zeit gefühlt immer kühler wird.

Der Pilot Assist hat sich innerhalb des Jahres stark verbessert finde ich. Ich hab allerdings keinen wirklichen Vergleich mit anderen Autos sonst. Ich fahre gern damit und gerade mit meinen wöchentlich 400 Autobahn Kilometer am Wochenende kommt er absolut perfekt zurecht. In der Stadt unter der Woche fahre ich allerdings immer selbst und ohne Pilot aktiv.

Und damit wäre ich bei den Punkten, die mich momentan noch am meisten stören, da sie mir im Alltag noch ständig auffallen:

In der Stadt ist der Parkpiepser im dichten Verkehr (Ampel!) deutlich zu nervös und piepst bei mir sehr oft, wenn ich hinter jemandem zum stehen komme. Mein alter Golf hatte das recht elegant gelöst: zuerst eine visuelle Einblendung des Abstands und erst ab dem orangenen/mittleren Bereich tatsächlich ein Piepen. Der P4 dagegen piept sofort, blendet aber nichts ein.

Beim Einparken ist das dagegen noch nerviger, denn er piept bereits laaaange bevor die Kamera zuschaltet, wenn man vorwärts fährt.

Wenn wir schon von Kameras sprechen: ich würde mir eine Einblendung des Toten Winkels beim Blinker setzen im Fahrerdisplay wünschen.

Und nicht nur unter 30kmh wie im CD die „Bordstein-Vermeide-Ansicht“:wink:

Hmpf, der Knopf in der Mittelkonsole…. Der zur „Mediensteuerung“… der nur zur Mediensteuerung taugt, wenn man schon einmal am CD etwas gestartet hat und nicht gerade die Wiedergabe Quelle gewechselt hat. Das muss besser gehen.

Die hier im parallel Thread gerade wieder angesprochene Zusatzheizung in der Frontscheibe für die Sensoren: Es kann meiner Meinung nach nicht so schwierig sein, etwas Strom beim Vorheizen durch einen Heizdraht zu senden. Dass das schon zwei Winter funktionslos ist, find ich schade.

Zu Planungs Situation: auch ich habe aufgrund diverser Rabatte und Angebote über meinen Arbeitgeber das Auto für zunächst 3 Jahre geleast und plane zum jetzigen Zeitpunkt ihn danach zu übernehmen.

Wieso? Es ist für mich nach wie vor alles in allem ein tolles Auto, mit dem ich jedes Mal wieder gerne fahre.

Natürlich wird in zwei Jahren schon wieder einiges Neues am Markt sein, aber ich stell mir die Frage: wozu? Ich brauche nicht alle drei Jahre das Neueste vom Neuen. Ich lade zu 90% dank des großen Akkus an der Wallbox in der Arbeit. In Zukunft dann auch daheim an der eigenen. Ich komme mit der Reichweite also gut aus.

Auf Langstrecke hatte ich bisher auch keine Schwierigkeiten mit VK oder zu geringer Ladeleistung. Aber wenn es denn mal zum unterwegs laden wird, dann ist es bei mir die Urlaubsreise, bei der ich Zeit habe.

Also ja: ich wünsche mir natürlich eine funktionierende VK, am besten auch manuell startbar und nicht nur per Zieleingabe. Aber es ist für mein Fahrprofil nicht kriegsentscheidend.

TL;DR:
Würde ich mich momentan aufgrund der Erfahrung des letzten Jahres für ein anderes Auto entscheiden? Nein.

Habe ich vor, ihn aufgrund dessen nach den drei Jahren Leasing abzugeben? Ebenfalls nein.

Hat er noch Verbesserungspotential bei der Software? Ja, natürlich. So wie vermutlich fast jedes andere E Auto dort draußen. Aber es gibt halt auch keinen Totalausfall für mich.

Muss Polestar an der Kommunikation gegenüber Kunden arbeiten? Klares Ja! Einfach alles erstmal als „Stand der Technik!“ oder „Uns ist kein Bug bekannt“ abzutun hilft nicht. Ein einfaches: „Wir schauen uns das an!“ und „Hieran arbeiten wir als nächstes!“ schafft oft viel Vertrauen. An dieser Stelle also auch mal wieder einen großen Dank an @Enso , ohne den wir hier im Forum vermutlich nochmal 50% weniger Infos von und Kontakt zu Polestar hätten :wink:

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Danke für die ehrlichen Worte der Autotester hier. Ich sammle gerade alle Negativpunkte um den Preis am Gebrauchtmarkt zu drücken. Manches kann man durchaus verwenden.

  • Geringe Ladeleistung bzw. VK (im Winter)
  • schlechte Pilot Assist Leistung
  • keine Heizung bei den Sensoren
  • kein Wischwasserstatus
  • Abweichende Angabe der Rest-Reichweite im Winter vs. Realität. Nur sommertauglich.

Da geht noch was.

Dann musst du dich aber beeilen am Gebrauchtmarkt:
Denn Punkt 1 - 3 + 5 kann schon mit dem nächsten Update Geschichte sein (reine Fantasie, keine Infos!).

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@olschw - Danke für deinen ausführlichen Beitrag! Es tut gut zu lesen, dass ich mit den Assistenzsystemen nicht alleine bin. Dass dein 2014er A3 das besser konnte als der P4, sagt wirklich alles.

Ich kann deine anfängliche Begeisterung absolut nachvollziehen. Ich habe das Auto das erste Mal in Irland im Polestar Space gesehen – schon nach meiner Bestellung – und war einfach nur begeistert. Vorher hatte ich schon das Car Maniac Video gesehen und fand es mega.

Was du zur DC-Lade-Situation im Winter schreibst, verstehe ich gut: Wenn du nicht einschätzen kannst, ob der Ladestopp 20 oder 50 Minuten dauert, und deshalb lieber den Flieger nimmst, sagt das schon einiges über das Vertrauen in die Zuverlässigkeit. Gerade mit Kleinkind oder Geschäftsterminen ist diese Unvorhersehbarkeit wirklich unpraktisch.
Ich habe mir das Auto speziell mit Hinblick auf eine künftige Familie angeschafft und den Tesla Model 3 als zu klein daher eingetauscht. :see_no_evil:

Deine Sorge zum Wiederverkaufswert 2028 teile ich absolut. Allerdings hast du als Firmenwagen-Fahrer mit Sachbezugsbefreiung eine deutlich komfortablere Situation. Ich habe Financial Leasing mit hoher Anzahlung und Schlusszahlung – sitze also sehr tief drin. Mein vorheriges Model 3 hatte bessere Kommunikation, schnellere Updates mit echten Features. Die Grundfunktionen haben einfach zuverlässiger funktioniert.

@hawk - Den Punkt mit der Heizung, die auf längeren Strecken kühler wird, bestätige ich absolut. Was du zur Zusatzheizung der Sensoren schreibst: Zwei Winter lang funktionslos. Ich bezweifle mittlerweile, ob die Heizdrähte überhaupt funktionieren oder ob das wirklich nur ein Softwareproblem ist.
Bei einem Premiumfahrzeug ist das einfach nicht nachvollziehbar.

Den Punkt hatte ich tatsächlich komplett vergessen in meiner Aufzählung und erst durch deinen Beitrag wurde ich daran erinnert. Das zeigt für mich nochmal, wie viele Baustellen es wirklich gibt und wie unfertig das Gesamtpaket noch ist.

@ffmusic - Gelassenheit ist sicher eine gute Eigenschaft. Allerdings habe ich Financial Leasing mit sehr hoher Anzahlung und bin langfristig gebunden. Bei dieser Investition erwarte ich schon, dass Basisfunktionen zuverlässig arbeiten.

Damit hatte ich ehrlich gesagt auch nicht gerechnet. Ich bin naiv davon ausgegangen, dass Polestar das besser hinbekommt – es ist ja nicht ihr erstes Auto und die Marke hat einen gewissen Ruf. Da sehe ich einen Teil der Fehleinschätzung durchaus bei mir. Aber genau deshalb ist die Enttäuschung auch so groß.

Ursprünglich hatte ich nicht mal vor, das Auto nach dem Leasing weiterzuverkaufen. Ich wollte es langfristig behalten, weil ich so überzeugt davon war. Diese langfristige Perspektive macht die aktuellen Probleme und die fehlende Transparenz bei Updates umso belastender. Man braucht einfach das Vertrauen in Zuverlässigkeit und Support – und genau das fehlt mir aktuell.

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Ich habe den Polestar 4 SM mit Plus-Paket (Tailored Knit) seit August 2024, also nun 1.5 Jahren und fast 27’000 km. Vorher gab es im Fuhrpark einen PS2 MY23, Skoda Enyaq MY21, Skoda Octavia MY21 und einen VW Polo (2018).

Vom Design her ist das Auto ein absoluter Hingucker, sowohl von aussen als auch von innen. Weil es eine gute Aktion für ein vorkonfiguriertes Modell war, ist die Ausstattung jetzt nicht 100% das, was wir heute wählen würden, aber das sind keine deal-breaker. Vor der Auslieferung hat mir vor allem die Fahrzeugbreite und die Wendigkeit Bauchschmerzen gemacht, weil wir in der Stadt wohnen. Das hat sich in der Praxis ziemlich entkräftet. Ja, man muss aufpassen, aber es ist das erste Auto, wo ich nach einem Jahr keinen Felgenkratzer habe. Das Auto ist auch agiler, als ich es erwartet hätte.

Dafür gibt es aus meiner Sicht Probleme, die ich so nicht erwartet hätte und die eigentlich einfach funktionieren müssen:

  • ACC: In einem Tunnel auf der Autobahn ohne Auto vor mir gab es eine Phantombremsung von 80 auf 60km/h. Zum Glück war niemand hinter mir, aber für Kind und Frau im Fond war das maximal unangenehm. Seit dem OTA bremst der ACC extrem spät und extrem radikal, beschleunigt dafür viel zu sanft. So ist der ACC auf der Autobahn unbrauchbar und einfach nur unangenehm für alle. In solchen Momenten wäre ich lieber in einem Skoda oder VW.
  • Routenplanung GM im Winter: ist um 15-18% zu optimistisch bei der Ladeplanung, sogar wenn ich energieeffizienter fahre. Das geht einfach nicht und das muss besser werden. Nach der letzten Langstrecke waren wir sogar so weit, uns Plug-in Hybride von Skoda und VW anzuschauen. An so einem Punkt war ich in 4.5 Jahren E-Mobilität nie.
  • Alarmanlage: leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, dass Insassen im abgeschlossenen Auto zurück bleiben können, ohne dass der Alarm los geht. Wahrscheinlich werde ich deswegen nicht um einen Werkstattbesuch rumkommen
  • V2L: Dass es dazu einfach gar keine Kommunikation seitens Polestar gibt, finde ich schwach. Zumindest könnten sie etwas vage ankündigen, dann wüsste ich „man arbeitet dran“. Für mich war diese Funktion ein Grund für die Entscheidung pro Polestar und gegen den ID.7. Klar war es so verpackt, dass es nicht sofort verfügbar sein würde. Aber das ist jetzt schon 1.5 Jahre her und passiert ist dazu einfach gar nichts.

Was mich immer noch begeistert:

  • Innenraumqualität und Platzverhältnisse. Egal, wo wir sonst noch drin sassen…im P4 fühlen wir uns irgendwie wie zuhause.
  • Fahrspass: das Auto fährt sich einfach toll, was den miesen ACC ein stückweit obsolet macht, aber eben auf längeren Autobahnabschnitten dann doch nicht.
  • Infotainment: der grosse Bildschirm und das sehr intuitive UI sind für mich ein grosser Pluspunkt. Im Ex90 fühlte ich mich im Demowagen irgendwie verloren, aber das hat vielleicht auch etwas mit Gewohnheiten zu tun.
  • Design: es ist einfach ein wunderschönes Auto und hebt sich von der breiten Masse ab.
  • Digitaler Rückspiegel: gerade bei Regen und Schnee ein Vorteil. Definitiv bessere Sicht als es im P2 mit der kleinen Heckscheibe der Fall war.
  • Ladeleistung: kann hier echt nicht klagen. Ein grosser Pluspunkt ist 22kW AC. Klar, die Werte punkte Schnelladen von Volvo mit dem EX60 oder von BMW mit dem iX3 sind eine Ansage, aber wir wissen alle, dass dies Werte zuerst von der breiten Masse in der Praxis erzielt werden müssen.

Das Auto ist toll und war bei uns vor allem als Langstreckenauto für die Familie gedacht. Für Frau und Kind ist der Komfort bei Langstrecken top, für mich aufgrund der miesen ACC und der schlechten Routenplanung im Winter ist eine Langstrecke wenig entspannend.

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Tiermodus … verwende ich immer in der SB-Waschbox wenn die Töchter hinten im Kindersitz verweilen

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Hat bei mir leider so nicht funktioniert. Das ist aber wirklich das kleinste Problem :slight_smile:

Ich habe in wenigen Tagen ebenfalls das erste Jahr vollendet und aktuell 30.000 km auf der Uhr. Im Vergleich zum Anfang hat sich durch die Updates vieles stark verbessert.

Ein paar Themen nerven mich gewaltig, aber trotzdem würde ich mich jederzeit wieder für einen PS4 entscheiden. Das Auto erreicht mich irgendwie emotional, anders kann ich es nicht ausdrücken.

Meine größten Pain-Points:

  • Profil-Chaos. Es ist ein Glücksspiel ob das Gast-Profil oder mein eigenes geladen wird. Ich würde so gerne einfach das Gast-Profil komplett deaktivieren können… Das würde mir eine Menge Lebenszeit einsparen. Aus meiner Sicht ist das aktuell einfach verbuggt.
  • Türen öffnen sich oft nicht. Gefühlt ist das Problem in letzter Zeit schlimmer geworden.
  • Verkehrszeichen-Erkennung - damit ist alles gesagt.

Alles andere ist für mich nebensächlich. Ich hatte nie Probleme mit Ladegeschwindigkeit, Heizung, Klima, etc.

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Naja, das mit dem „beeilen“ ist so eine Sache. :wink: Je länger man wartet, desto günstiger werden die Modelle so und so. Ich kann nur gewinnen.

Ich bin am Montag den P4 Probe gefahren, kann also leider nicht viel dazu beitragen.

Absolutes Traumauto… wären da nicht negativen Punkte hier… die halten mich echt aktuell von einer Bestellung ab.

Da ich im Außendienst bin, und deswegen zuverlässig Termine einhalten muss, sind halt „planbare“ Ladezeiten schon wichtig. Was ich hier so lese, ist das eher Glücksspiel.
Dann die Ladeplanung im Winter. wenn ich hier lese, das es 15%-18% zu optimistisch geplant wird, dann finde ich das schon sehr merkwürdig.
Die Türen haben bei mir auch „Probleme“ gemacht. Die gingen teilweise gar nicht auf, erst als ich an der Türklinke gedrückt habe hat es funktioniert, das funktioniert bei meinem 10 Jahre alten Wagen besser.
Wieso hat der Wagen keinen Park Assistent? Gibt es den gar nicht oder habe ich den nicht gefunden?
Der Rückspiegel ist schon sehr störend als Gleitsichtbrillenträger, ob man sich daran gewöhnt bezweifle ich irgendwie.

Wie zu Anfang gesagt, eigentlich auch Traumauto was Verarbeitung, Platzangebot, Aussehen etc angeht, aber die anderen Punkte schrecken schon ab.

Sorry wenn das hier nicht passt, möchte den Thread nicht zuspammen, nur danken für die Hinweise.

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