Mit dem PS nach Griechenland

Es war eine Probefahrt mit unserem PS 2 LR. Ziel: im Winter, nach Griechenland. Zunächst ging es von der Schweiz aus durch Italien südwärts und dann mit der Fähre von Ancona nach Patras - mit einer beachtlichen Zahl von Apps und Ladekarten im Handschuhfach. Die Frage: Kann man mit dem E-Auto in Griechenland Ferien machen? Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja, man kann, braucht aber zuweilen gute Nerven. Die Autostrada in Italien war ladetechnisch problemlos, auch wenn die Schnellladestationen bis zu 1 Euro pro KwH kosten. Praktisch war der Telepas-Sender, den ich mir besorgt hatte. In Griechenland muss man planen, soviel ist sicher. Die Polestarkarte oder Ionity gehen nicht.
Im Einzelnen: Auf der schönen (und meist leeren) Autobahn zwischen Patras und Athen war eine eingeplante schnelle Ladestation ausser Betrieb (auf hin- und Rückfahrt!). Doch dann zeigte sich neben einer BP Tankstelle eine neue schnelle Ladestation von Elpe-Future. Freundliches Personal half mit ihrer Karte, am Schluss konnte ich in der Tankstelle zahlen. Viermal billiger als entlang der Autostrada in Italien… Auf der Insel Tinos, unserem Ziel, gibt es zwei Ladestationen mit vier Steckern, zwei bei der halbstaatlichen Elektrizitätsgesellschaft DEH. Davon funktioniert aber nur einer und nur mit der App von DEH-Blue. Die Ladestationen beim Supermarkt Massoutis funktionieren ebenfalls nur mit einer App. Beim Ladeversuch bin ich leider gescheitert… Inzwischen gibt der Provider an, dass die Ladestation anderswohin verschoben wurde. Fazit: Elektromobilität ist in Griechenland noch im Entwicklungsstadium. Mit einer guten Planung und Vorbereitung findet man aber Lösungen.
Und noch zwei Bemerkungen zu unserem weissen Sternchen: In Italien und Griechenland haben wir keinen einzigen Polestar gesehen, dafür waren wir unterwegs der grosse Hingucker. Mehrmals wurde das Auto mit dem Handy abgelichtet. Der Fahrkomfort ist und bleibt einmalig und mit 14kwh / 100 sind wir auch günstig gefahren – auch weil es für die Jahreszeit unüblich warm war. Auf der Fähre bekommen die E-Autos eine Sonderbehandlung. Man versucht rund um das Auto eine schmale Gasse freizulassen. Praktisch zum Ein- und Aussteigen, ob es aber im Brandfall hilft? Die Angst vor brennenden E-Autos kann man den Leuten leider nicht nehmen.
Unser nächster Versuch: wir fahren im Sommer noch einmal nach Griechenland…

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„Davon funktioniert aber nur einer und nur mit der App von DEH-Blue.“
Das ist ein wirklich guter Tipp, der mir zur Zeit auf Kreta weiterhilft. Diese App hat eine brauchbare Standortkarte und funktioniert als Ladeschnittstelle.
EnBw und Plugsurfing sind nicht vertreten.

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Bin gespannt auf Deine Erfahrungen auf Kreta, ich werde im Herbst dorthin fahren.
Das Netz ElpeFuture ist ebenfalls mit Schnellladestationen auf Kreta vertreten, ich habe aber noch keine Erfahrung mit der App.

Kreta erfordert für mich eine Wegeplanung sternförmig um die Ladestation. Jetzt sind die Entfernungen nicht so weit, das geht schon. Doch für einen Aufenthalt im Süden vergewissert man sich besser, das man nachts eine gastfreundliche Ladedose zur Verfügung hat.
Vielleicht interessant:
Plugshare findet viele kleine Ladestationen. Aber ob die alle zugänglich sind während der Nebensaison bezweifle ich. Es gibt Lader von „Blink“, deren App ich aber nicht laden darf: ist in deinem Land nicht verfügbar. Vielleicht probierst du, die vorher runterzuladen. Dann gibt es die Lader von Lidl, kostenlos und zeitlich begrenzt.

Danke! Ich sehe, dass in Südkreta auch DEI Blue Stationen (bei Phaestos) angeboten werden. Leider nur 22kw. Lidl wäre aber eine gute Lösung.

Wir planen gerade unseren Herbsturlaub in Kroatien. Hat da schon jemand Erfahrung mit? Laut Ladeplanung in Google Maps und ABRP sollte das kein Problem darstellen und die entsprechenden Ladekarten sollten passen (Plugsurfing, ENBW, Ionity).