Die Annahme, dass Korrelation automatisch Kausalität bedeutet, ist ein häufiger Denkfehler.
Mein Fahrzeug bekommt immer, seit 4 Jahren, Unterbodenwäsche - bis jetzt ist noch nichts kaputt gegangen.
Wenn der OBC durch Unterbodenwäsche defekt wird, dann war sicher schon ein Vorschaden,
zb. Marder, Gehäuseriss etc… - vorhanden.
Der OBC sitzt beim Polestar 2 unter der Fronthaube und dem Inverter und ist von unten durch Abdeckungen geschützt. Wahrscheinlich wird der bei einer Unterbodenwäsche nicht eimal nass.
Das ist auch bei anderen Herstellern/Modellen sehr schwankend. Gut, wenn man mehrere Markenwerkstätten im Umfeld hat, wo man anfragen kann.
Mein zweiter Service bei ~53.000km hat nur 210€ gekostet (Volvo Vertragswerkstatt). Wenn ich die 40€ für das Software-Update rausrechne (kam 2 Wochen später als OTA), waren es sogar nur 170€.
Es ist halt tendenziell heute so: es passiert weniger, aber wenn was passiert, dann wird es richtig richtig teuer.
Es gibt an dem Auto keine kleinen Komponenten die man mal eben günstig ersetzt (Zündkerzen etc).
Die Drive Unit hält 300.000 km oder halt nicht.
Und wenn nicht ist man mehrere Tausend Euro los.
Bei meinem wird auf Garantie der Elektromotor hinten getauscht (Klacken bei Lastwechsel). Außerhalb der Garantie wäre sowas brutal teuer.
Ich halte das Klischee von der günstigen EV-Wartung für irreführend: die Reparaturkosten sind dermaßen hoch, dass man bei der TCO meiner Einschätzung nach nicht wirklich günstiger fährt. Es ist halt eher so, dass es eben weniger Probleme gibt, aber wenn dann sind sie teuer oder manchmal auch exorbitant teuer (HV-Batterie).
Der Polestar 2 ist denke ich sicher auf der unproblematischeren Seite, aber es ist imho illusorisch zu glauben man müsse nicht 100-200 € im Monat für Wartung und Reparatur zurücklegen.
Es ist ein modernes Mittelklassewagen, 2,1 Tonnen, 230 bis 476 PS, mit jeder Menge Technik; und Komponenten werden getauscht, nicht repariert.
Das ist leider auch beim Verbrenner mittlerweile so und kann man auch in anderen Bereichen als der Antriebstechnik beobachten. Allerdings hat man beim BEV meines Erachtens die Komponenten noch mehr zusammengefasst, so dass eine Reparatur noch schneller ins Geld geht. Dies ist der Ansatz von Werkstätten wie die EV Clinic. Noch ist es jedoch mühsam gute Anbieter in der (eigenen) Region zu finden.
Tatsächlich unterschreibe ich diese Spanne komplett. Es ist das, was nach meiner konkreten Erfahrung realistisch ist für die Kosten, die ein Auto für Wartung und Reparaturen im Schnitt (!) verursacht. Die vereinzelten Posten, die unregelmäßig über die Zeit kommen, klingen runter gerechnet auf den Monat immer sehr brutal. Aber Autos sind teuer…
Der Posten ist lediglich bei Neuwagen, auch Leasing, in den ersten Jahren geringer.
Insgesamt hat mein LRDM jetzt über 100.000 auf dem Buckel und hatte in der Zeit genau 2 Probleme. Einmal wurde das Kamera Modul getauscht, weil es immer die Kalibrierung vergessen hat. Das führte dann zu div. Fehlermeldungen in den Assistenzsystemen. Das andere war ein Fall für die Mobilitätsgarantie, da mir auf einer längeren Rückfahrt eine defekte Ladesäule irgendwie das Lademanagement des Fahrzeugs zerschossen hat und ich an jeder weiteren Ladesäule div. Anbieter nur noch Ladefehler im Display angezeigt bekam. Am Fahrzeug selbst war aber eigentlich nichts kaputt ein einfaches Laden am AC Charger hat den Zustand wieder aufgelöst. Leider habe ich das nicht probiert und musste stattdessen 1 Woche mit einem Mietwagen unterwegs sein. Ansonsten immer alles tip top. Da ich die Anschlussgarantie gebucht habe. kann ich leider nichts zu den Kosten sagen,.außer dass es mich nichts gekostet hat.
Ich denke halt, dass wegen der neuartigen Kostenverteilung (weniger reguläre, aber dafür umso teurere Defekte) in Zukunft eine Garantie mehr nachgefragt wird.
Ich habe doch deutliche Zweifel, ob sich Fahrer das Risiko einer HV Batterie außerhalb der Garantie antun wollen.
Es geht gar nicht mal darum ob es im Schnitt mehr oder weniger Kosten sind, aber Leute haben eben eine Präferenz für gleichmäßig verteilte Kosten, das ist eine Binsenweisheit für die Risikowahrnehmung.
Wenn einem in Jahr 9 die HV-Batterie versagt stzt man auf 15.000+ € Kosten, ein Motor kostet auch 4.500 €, ein gebrauchter vielleicht die Hälfte aber mit Risiko, und bisher ist nicht bekannt ob Polestar z.B. den aktuell häufiger gemeldeten Klack-Fehler überhaupt behoben hat. Es gab schon einmal die Rückmeldung dass das nicht der Fall sei / der Fehler auch mit Tauschmotor wieder auftrat.
Hast du dir schon Gedanken gemacht, ob du den Polster bei einem Händler kaufst oder von Privat?
Ich habe nämlich genau das gleiche vor wie du & möchte einen PS2 LRSM MY23 kaufen mit ca. 40.000 - 70.000 km als Nachfolger zu meinem MG4 64 kWh damit ich ein bisschen weiter komme & bin am grübeln ob ein Privatkauf auch in Frage kommt da es ja beim E-Auto nicht so viel versteckte Mängel geben kann (denke ich).
Natürlich mit Batteriecheck über den ADAC und Gebrauchtwagen-Check ebenfalls beim ADAC