Smart Meter nachrüsten

Moin zusammen,

ich habe in meiner Tiefgarage in einem Mehrfamilienhaus eine 400V CEE Dose nachrüsten lassen, um mit 11kW laden zu können. Ich entschied mich gegen eine Wallbox, zum einen aus Kostengründen und um in der Eigentümerversammlungsabstimmung weniger „Lärm“ zu machen, da es nach wie vor immer noch BEV-Skeptiker gibt und ich mir keine Steine in Weg legen lassen wollte (entgegen der weit verbreiteten Aussage, dass man auf jeden Fall einen Anspruch auf eine Lademöglichkeit, hat die ETV dennoch ein Mitspracherecht, was die Ausgestaltung angeht). Wie dem auch sei, nun ist die 400V-Dose da und eine mobile Wallbox tuts genauso - 11kW sind 11kW.
Jetzt überlege ich an meinem Zähler ein Smart Meter nachrüsten zu lassen, um von Schwankungen der Strombörse profitieren zu können. Der Plan ist, z.B. Nachts oder Mittags zu laden, wenn der Strom schön günstig ist. Bei bspw. Rabot-Charge kostet in diesem Falle die kWh gern mal unter 20ct (ähnlich Tibber).
Ein Smart Meter bringt aber auch Nachteile mit sich: da der Einbau freiwillig ist, ist meines Wissens nach, der Einbau nicht kostenlos (sollte sich aber in Grenzen halten). Der schwerwiegender Nachteil ist jedoch, dass dadurch die Leistung gedrosselt werden kann - wer fleißig die aktuellen News verfolgt, hat bestimmt davon gehört, dass dies in Zukunft möglich sein soll (letzte Folge Heute Show war sehr amüsant :smiling_face_with_tear:). Mein aktueller „dummer“ Anschluss, kann nicht gedrosselt werden. Wie schätzt ihr die Lage ein? Warten und höhere kWh-Preise in kauf nehmen, oder auf Smart Meter wechseln und sich neue Abhängigkeiten rein holen dafür aber günstiger Nachtstrom?

LG

Da wäre meine erste Frage, ob das nicht auch über die Eigentümergemeinschaft abgesegnet werden muss. Ich vermute, der Zählerschrank ist kein Sondereigentum…

Ich denke, es kommt sehr auf Dein Ladeverhalten an. Du musst für Dich durchrechnen, ob sich die Anschaffung lohnt.
Ich lade via Timer im Auto immer zu Nachtstromzeiten. Mehr Aufwand hätte sich bei mir trotz eigener PV nicht mehr gelohnt.

Der Zählerschank ist doch Eigentum des Energieversorgers - oder? Zumindest ist alles Verplombt, wenn man da ran will. Ein Elektrofachbetrieb darf daran gar nicht machen, sondern nur der lokale Energieversorger.

Das würde sich finanziell schon lohnen. Welche Art von Tarif hast du denn, wenn ich fragen darf (einen Smart Meter Tarif a la Tibber)?

Ich hab nur Tag- und Nacht-/Sonntagstarif, der etwa 20% günstiger ist.
In Sommer beziehe ich Strom von der 10kWpPVA, aber auch das mache ich nur Handgelenk*Pi mittels Timer und App der mobilen Wallbox.

Ich würde das ehr entspannt sehen. Erst einmal bekommst/ wünscht Du einen digitalen Zähler.
Wenn Du den hast, bedeutet das ja noch nicht, dass Du auch eine Wallbox hast/anschaffen musst, die vom Netzbetreiber steuerbar ist. Der Zähler allein kann noch nichts am Netzpunkt drosseln. Es ist ja keine Leistungselektronik oder ähnliches. Und selbst wenn, stellen wir uns vor, alle Vorgaben für eine Regelung der Wallbox wären gegeben, so könnte der Netzbetreiber im Worst Cast auf kurzzeitig 4kW einregeln wollen.
Wie auch immer, mir wäre der Tibber-Vorteil da deutlich mehr wert. Du findest gerade vom Frühjahr bis in den Herbst meist mehrere Slots/Woche, an denen Du unter 20cnt laden kannst.

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Vorweg: Ich bin kein Fachmann an der Stelle. Eine Idee könnte sein an den CEE ein Shelly zu hängen und den per MQTT (z.B. durch eine openWB auf einem Raspberry) zu steuern. Dann könnte die openWB Steuerung basierend auf dem Börsenpreis dem Shelly ein oder ausschalten.

der Shelly kann keine 11 kW :innocent:

Ich habe zu dynamischen Stromtarifen leider auch keine persönliche Erfahrung.

Ich würde mich aber für einen Anbieter entschieden (Rabot-Charge, Tibber, etc.) und mit denen dann den Einbau vom Smart Meter klären. Denn der Smart Meter muss auch zu dem Anbieter kompatibel sein und über dementsprechende Schnittstellen verfügen. Smart Meter ist nicht gleich Smart Meter.

Evtl. wird der Einbau ja auch vom neuen Stromanbieter übernommen, wenn du dort einen Vertrag abschliesst?

Zudem sind die dynamischen Tarife immer sehr abhängig davon, wo du wohnst. So ist es im Norden tendenziell immer dann günstig, wenn viel Wind bläst.

Weisst du schon welches mobile Ladegerät du einsetzen willst? Es sollte sicher über eine Schnittstelle verfügen damit es über eine Intelligenz gesteuert werden kann. Du brauchst dann logischerweise auch Kommunikation (WLAN?) in der Nähe der Ladestation. Das gleiche gilt dann auch für den Zählerkasten wo der Smart Meter verbaut ist.

Zum Schluss benötigst du noch die Intelligenz, die die Steuerung der Ladung anhand vom Tarif vornimmt. Entweder die Wallbox lässt sich direkt beim Stromanbieter integrieren, oder du kümmerst dich um eine eigene Lösung, die dann mehr Freiheitsgrade bietet.

In den meisten Fällen ist das ein kleiner Platinencomputer (Raspberry) auf dem entsprechende «freie» Softwarelösungen (EVCC, OpenHAB, HomeAssistant, etc,) ausgeführt werden.

Ansonsten gibt es auch kaufbare Lösungen wie «Solarmanager».

Mit dem Shelly könnte man aber ein Schütz schalten. :slight_smile:

Besser wäre aus meiner Sicht aber wenn, man beim Kauf der mobilen Wallbox darauf achtet, dass diese über eine Schnittstelle (Modbus oder API) schalten kann.

Viel einfacher ist aber folgende Option (kostet aber auch ca. 500-550€): go-e Gemini flex Charger (nicht fix!) kaufen und dann mit zuvor genannter Steuerung schalten. Vorausgesetzt bei der CEE Dose gibt es WLAN Empfang. Installation geht super easy, Programm kann ich bei Bedarf bereitstellen. Aktuell wird Tibber und aWattar unterstütz. Die Strompreise sind aber vergleichbar, also egal.

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Es muss gar nicht so kompliziert sein, einfach ein Blick in die Rabot-Charge-App wie gerade der Strompreis ist bzw. sein wird und das Laden timen. Ich habe ein ganz einfaches CEE-Kabel und stelle den Timer einfach am Auto selbst. 4h Laden mitten in der Nacht ist genau genug. So smart brauche ich es gar nicht

Aber dazu brauchst du ja den Smartmeter oder wenigstens eine intelligente Messeinrichtung mit Zusatzdongle, damit Tibber und Konsorten mitbekommen, wann genau du Strom aus dem Netz beziehst.

Ich hab genau die gleiche Situation - hab mir im Mehrfamilienhaus in der TG eine 3phasige Steckdose an meinem Stellplatz installieren lassen. War allerdings nicht der erste - 3 Wallboxen waren schon vorhanden - Hausverwaltung hat auch das OK gegeben.

Dann aus von dir genannten Gründen Smartmeter nachgerüstet. War ein Anruf beim Netzbetreiber - und eine Woche später war das ganze Wohnhaus auf Smartmeters umgerüstet :grin: War selbst verwundert wie schnell das geht.
Gekostet hat das garnichts - aber kommt vermutlich auch drauf an wo (Deutschland/Österreich) und welcher Netzbetreiber.

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Hallo, ich habe seit einem Jahr Tibber, lade über openwb im Winter meist am Wochenende für ca 20ct die kWh. Ich habe mir den Pulse an mein Smartmeter/Zähler geklemmt. Damit funktioniert eine Stundengenaue Abrechnung. Bei meinen Zähler kann der Versorger noch nicht drosseln, aber selbst wenn hätte ich da keine Probleme mit wenn er bei hoher Netzlast drosselt. Fände ich sogar sinnvoll

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Wenn du ein SmartMeter hättest, bräuchtest du keinen Pulse!

Was man für Tibber braucht ist eine intelligente Messeinrichtung vulgo digitaler Stromzähler. Der ist nicht teuer!

Dann noch von einem freundlichen Tibber-User einen Freundschafts-Werbe-Code erhalten (z.B. bei mir per PN) und den Pulse für 50€ dazu, fertig.

Übrigens: Den digitalen Zähler gibt es ruckzuck kostenlos, wenn man ein Balkonkraftwerk beim Netzbetreiber anmeldet. Natürlich kann man diesen Plan auch später noch verwerfen. :hugs:

Das gilt natürlich nicht für den einfachen digitalen Zähler, der telefoniert nämlich nicht nach Hause!

Entschuldige die ungenaue Beschreibung meines Stromzählers. :crazy_face::sunglasses:

Na, das war nicht das Problem:

Wenn sich @Grasfox aufgrund unserer Beschreibung das falsche Gerät setzen lässt, wird es halt teuer, da ein Smartmeter dann erhebliche Betriebskosten verursacht!

Der Punkt mit dem Balkonkraftwerk ist der, dass der Netzbetreiber auf eigene Veranlassung tauscht, da er ja nicht will, dass der alte Ferraris rückwärts läuft.

Hier übrigens eine gute Quelle zum Einlesen:

Mirt ADAC Mitgliedschaft kostet der übrigens auch nur noch 50€.
(Und Tibber Code hätte ich auch zu vergeben, wenn jemand Interesse hat)

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