Hallo an alle Mitbesitzer und P4 Interessierten oder Zukünftigen Fahrer![]()
Heute muss ich mal wieder einen längeren Bericht schreiben. Nicht nur, aber auch als Gegenpol zu den zuletzt eher negativen Stimmen hier im Forum zu vielen Dingen (fangt nicht gleich an zu tippen, auch die Kritiker bekommen noch was zu lesen)![]()
Ich habe meinen P4 nun seit noch nicht ganz zwei Jahren. Er ist geleast als Privatwagen allerdings mit Aktionen und Rabatten über den Arbeitgeber zu einem sehr fairen Preis. Bei Bestellung hat damals die Verknüpfung des Rabatts mit meinem Polestar Konto nicht sofort funktioniert, nach einem Anruf beim Support hat sich das sofort geklärt und ich habe als Entschuldigung denselben Rabatt, der eigentlich nur fürs Auto gedacht war, ebenfalls auf den Rest an „Zubehör“ (zum Beispiel Winterreifen) bekommen.
Bestellung lief bei mir inklusive Abwicklung fürs Leasing (in Österreich via Santander - mir tun alle herzlich Leid, die sich anscheinend mit ALD herumschlagen mussten in Deutschland) absolut einwandfrei. Ich habe außer der Vertragsunterzeichnung fürs Leasing Online auch nie weiter mit Santander kommuniziert, der Rest ging alles immer direkt über Polestar. Bestellt hatte ich Anfang Oktober 2024, geliefert wurde Anfang Februar (Voraussage bei Bestellung: Ende Januar).
Geworden ist es bei mir der LRSM mit Pilot und AHK als einzige zwei Optionen.
Genau den bin ich auch vor Bestellung im Space in Linz Probe gefahren. Von einem 10 Jahre alten Verbrenner Golf Variant kommend, hab ich nach der Probefahrt im Space nachgefragt, ob das sicher der Single Motor ist, da ich den Antritt so noch nie vorher erlebt habe. Umstieg von Verbrenner auf Elektro eben
Mittlerweile ertappe ich mich ab und zu dabei, wie ich an der grün werdenden Ampel denke: „Was ist mit der Schnarchnase vor mir? Der kommt ja gar nicht los“, bis ich mir dann in Erinnerung rufe, wie das mit dem vorherigen Golf bei mir war![]()
Mir war vor Bestellung bereits klar, dass es ein E-Auto sein muss, ich wollte definitiv keinen Verbrenner mehr. Ich bin dann neben dem P4 auch noch den VW ID.7 und den BMW i4 Probe gefahren. Der i4 war lange Zeit für mich das Auto, das ich eigentlich wollte. Zuerst gefahren bin ich den ID.7, dann den P4 und zum Schluss den i4.
Der ID.7 ist n nettes Auto, aber mich hat bei der Probefahrt damals der Autobahnverbrauch von knapp unter 21kWh in Verbindung mit dem „nur“ 77kWh Akku doch etwas verunsichert als E-Neuling. Ziel war nämlich eigentlich, 400km Autobahn ohne Laden zu schaffen, um den doch regelmäßigen Heimatbesuch in Bayern ohne Zwischenladen absolvieren zu können.
Dann bin ich den P4 gefahren. Der Unterschied zum ID.7 war für mich auf den ersten Blick: richtig cooles Design, viel besserer Innenraum, extrem viel Platz im Innenraum (selbst hinter mir mit 2,05m kann bequem jemand sitzen - undenkbar in jedem anderen Auto, das ich bisher gefahren bin), aber auch gewöhnungsbedürftig breit. Ja, dann kam mehr oder weniger die Preiswatsche für den ID.7 dazu: kein Rabatt bei VW für E-Autos zu diesem Zeitpunkt, bei Polestar gabs dann doch einiges. Und dann war da noch dieser Gedanke von: „400km… das geht sich aus“, ich hatte mit dem P4 bei der Probefahrt 19kWh. Und bevor hier irgendjemand einhakt und mir erzählen will, wie effizient doch der ID.7 gegenüber dem P4 wäre: Ja, ist er! Wenn man ihn in der Stadt bewegt, aber nicht auf der Autobahn, da säuft er genauso viele Elektronen, wie der P4. Nur: ich fahre 90% Autobahn und 10% Stadt. Mir ist die Effizienz in der Stadt somit ehrlich gesagt Wurscht.
Und dann kam der lange gewünschte i4: eingestiegen, losgefahren, umgedreht, zurück gebracht. Das Infotainment war träge genug, dass ich mehrfach gemeint habe, dass der Druck auf den Screen nicht registriert wurde und dann nochmal gedrückt habe, was dann allerdings dazu führte, dass er doch wieder irgendwo im Anschlussscreen gleich weiter die nächste Aktion ausgeführt hat. Außerdem hab ich mich nach ID.7 und P4 im i4 derart eingeengt gefühlt als Fahrer, dass ich mich mit 2,05m zumindest nicht wirklich wohl gefühlt hab.
Also war es der P4.
Den digitalen Rückspiegel hab ich mehr als Gimmick abgehakt nach der ersten Fahrt. Hat mich (als Kontaktlinsenträger) von Anfang an nicht gestört. Mittlerweile bin ich starker Verfechter. Man sieht mehr in der Nacht (wenn man in einen normalen Spiegel zum Beispiel nur das Blendwerk der Schrinwerfer von hinten sieht oder halt gar nichts mehr, weil es einfach zu finster ist) und man sieht mit Sicherheit bedeutend mehr, als wenn sie ein winziges Fenster verbaut hätten. Insofern: alles gut für mich hier, der Spiegel war bei mir auch noch nie (auch nicht im allergrößten Sauwetter) unbenutzbar, da tut die kleine Haube drüber wirklich Wunder, die Kamera freizuhalten.
Was mich zu Beginn am meisten verunsichert hat war die extreme Breite. Ist man die nicht gewöhnt, bremst man auf engeren Straßen gern mal vorsichtshalber bei Gegenverkehr
Aber nach ein paar Wochen gewöhnt man sich auch daran recht schnell. Funfact: Es gibt in der Familie auch einen Peugeot Traveller (einen vollwertigen busartigen VAN), der ist sage und schreibe mickrige 6cm breiter, als der P4![]()
Was mich am Anfang am meisten gestört hat: Die verbaute Heizung in der Frontscheibe bei den Sensoren… warum verbau ich so was, wenn man dann keinen Strom durchschickt? Nun ja, das wurde dann etwa ein Jahr später behoben mit einem Update und funktioniert mittlerweile einwandfrei.
Was mich immer noch nervt (aber mit 4.2.13 ja angepasst sein sollte - nur sitz ich halt auf 4.2.11 bis jetzt, da kein OTA seitdem): Die Piepser die zu früh reagieren vs die Kamera, die zu spät einschaltet bei Näherung an einem Hindernis. Ich sag es an der Stelle mal wieder: Mein ehemaliger Golf hatte das schon vor Jahren, für meinen Geschmack, perfekt gelöst: Zuerst Abstandsbalken einblenden, ohne Ton (!), dann ab einem gewissen Abstand die Kamera und Ton dazu schalten. Der P4 piept zuerst aktuell und schon bei riesigem Abstand, man weiß aber in dem Moment noch nicht so wirklich, wie viel Platz man noch hat, da keine Anzeige (weder Kamera noch Abstandsmesser) irgendeine visuelle Indikation dafür geben. Entweder fahre ich an der Ampel deutlich näher an das vor mir stehende Auto, oder es ist noch nie ein Polestar Tester an einer Ampel gestanden. Das nervt mich wirklich oft aktuell noch. Ich hoffe, dass das nächste Update das dann dank der Anpassung in 4.2.13 ändert und behebt.
Zugang zum Auto zu Beginn: Auch das war ein Kapitel, das mich manchmal etwas Verwirrung gekostet hat. Zu Beginn musste ich noch den mitgelieferten physischen Schlüssel nutzen. Der sperrte aber nicht immer das Auto auf. Ob das nun am Tiefschlaf des Autos lag oder am Schlüssel selbst oder an irgendetwas sonst: ich weiß es nicht und es liegt in der Vergangenheit. Ich bin mit Launch des DK auf iOS sofort umgestiegen… und hatte dort die exakt selben Probleme
Nur sind die nach ein paar Wochen plötzlich verschwunden, allesamt. Ob es an einem Update von Auto lag, an einem iOS Update oder irgendetwas anderem? Keine Ahnung. Positiv ist aber: ich habe seitdem keinerlei Probleme mehr. Das Auto zeigt mir immer die Begrüßungssequenz, es sperrt zuverlässig auf, sobald ich daneben stehe, ohne Gedenksekunde. Das einzige das auffällt: wenn ich mich von hinten nähere, muss ich (manchmal) deutlich näher ans Auto, bis er mich erkennt und die Begrüßung startet. Den Kofferraum aufbekommen hab ich bisher aber trotzdem dann immer, auch wenn die Sequenz dann manchmal noch nicht gestartet hatte, wenn ich schon dahinter stand. Von vorne kommend: funktioniert jedes Mal.
Ich geb den Android Nutzern mit dem DK grundsätzlich Recht, ich bin als iPhone Nutzer aber eben nicht betroffen:
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich die Kommunikation von Polestar zu Features immer wieder (wiederholt zu verschiedenen) etwas misslungen finde.
Es macht sich halt marketingtechnisch sehr gut, wenn auf der Produktseite drauf steht: Digital Key gibts. Was ich von anderen (nicht unbedingt Autoherstellern, aber generell) kenne, ist dass man direkt dahinter schreibt „(coming in: 2026)“ oder „(coming soon)”. Das wirkt für mich dann nämlich schon mal anders, als im Konfigurator etwas hin zu schreiben, was es noch nicht gibt und dann in der Fußnote am Ende der Seite im Kleingedruckten zu erklären, dass alles zukunftsgerichtete Aussagen sind und sie eigentlich keinen Plan haben, wann die Hälfte der Features kommt. Und wenn ich etwas lese, was nicht mal mit Datum versehen ist, werde ich zum Beispiel skeptisch. Anders sieht es aus, etwas zu versprechen, dann zu sagen: „kommt noch dieses Jahr“ und dann noch ein Jahr drauf zu packen mit der Aussage: „Hm, ja, der wird kommen.“
Ich hab meinen P4 jetzt zum Beispiel auch seit beinahe zwei Jahren und warte auch noch auf V2L, mir ist auch bewusst, dass es gut sein könnte, dass es gar nicht kommt.
Aber ums anders zu formulieren: Ich fände es wirklich toll, wenn man bei Polestar sich ein klein wenig mehr in die Karten schauen lassen würde. Gebt den Leuten eine Liste mit: „Diese drei Dinge sind aktuell Prio 1 für uns. Das ist gerade in Entwicklung für den P4 und kommt mit einem Update. Wir wissen zwar noch nicht wann, aber wir arbeiten aktiv daran zur Zeit.“
Das macht dann nämlich finde ich einen völlig anderen Eindruck. Muss ja keine vollständige Feature-/Bugbehebungsliste für die nächsten 24 Monate sein, aber so ein kleines: „Hey, hier sind die drei Dinge, die wir mit den nächsten zwei Versionen bringen wollen“![]()
Und ich persönlich finde, auch wenn man dann vielleicht teilweise enttäuscht ist, dass Feature XY, das man sich wünscht nicht dabei ist, schafft es trotzdem mehr Vertrauen, als das was aktuell passiert.
Zum Rest vom Auto muss ich sagen: Er fährt. Exzellent. Und das ist so ziemlich alles sonst.
Ich habe keine Probleme mehr mit dem Zugang zum Auto, wie gesagt. Ich hatte noch nie ein Problem mit der Alarmanlage (Auch wenn ich dank offen stehen gelassener Türe beim Ausladen und der Nachbarskatze weiß, dass sie funktioniert
), mich stört der gelegentlich zu sehende Profilladebalken nicht sonderlich, bis ich eingestiegen bin und losfahren will ist der bei mir in 90% der Fälle fertig (ja, natürlich wäre es schön, wenn es noch schneller ginge). Ich habe das Problem mit den „verrauschten“ Kameras nicht. Und ich habe auch keine Probleme dabei, einzuschätzen wie weit das Auto von einer Wand entfernt ist. Eventuell parken andere einfach schneller ein als ich und merken dadurch eher einen Delay bei den Abstandssensoren? Oder meiner ist aus irgendeinem Grund dagegen immun.
Ich hatte ganz zu Beginn ein Problem, das mich in die Werkstatt gezwungen hat: der Soundgenerator draußen. Kurz nach Abholung war beim Fahren alles an Sound außen still. Erster Verdacht war ein Garantiefall, stellte sich raus, dass einem benachbarten Marder das Auto wohl nicht so gut gefiel. Um das herauszufinden, brauchte es allerdings gute drei Monate und einen Werkstattwechsel. Problem habe ich bereits ausführlich an anderer Stelle erläutert. Kurz gesagt: die erste Werkstatt wird mich nie wieder sehen, mit der aktuellen bin ich rundum zufrieden, der Support war damals von Polestar ebenfalls sofort bemüht.
Einziges Thema für mich nach wie vor: die letzten Winter sehr schlechte Ladeleistung in der Kälte. Da kann mir auch jeder erzählen, was er will, die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen. Aber ich bin mir zu 100% sicher, dass er im ersten Winter (noch ohne VK) besser geladen hat, als im zweiten. Ich hoffe, dass hier nochmal Verbesserungen kommen dazu. Das ist so ziemlich der eine Fehler, der wohl auch nicht bei allen auftritt, den aber meiner wohl abbekommen hat.
Ist das für mich ein Beinbruch? Als jemand, der auf bisher 30.000km ganze vierzehn Mal (ich hab eben tatsächlich nachgezählt) am Schnelllader war (und somit gerade Mal 10% der Strecken bisher mit Schnellladen absolviert hat) : Nein. Ich lade zu 95% daheim oder in der Arbeit an der 11kW Wallbox. Und wenn es dann mal zum Schnellladen gehen muss, hab ich die Zeit, weil’s in den Urlaub geht. Trotzdem wäre es sehr schön, wenn es dann nicht in Glücksspiel ausartet und er verlässlich lädt. Ich erwarte dabei keine 200kW bei -5 Grad, aber ich möchte auch nicht eine Ladekurve sehen, die bei 30-50kW startet und sich langsam auf gerade so dreistellig hoch kämpft oder noch besser: bei 120kW startet und sofort auf 70kW einbricht, wenn das Auto davor angeblich teils 30min und länger vorkonditioniert hat![]()
Nun, warum also der Titel?
Alles in allem: mich stört wenig an dem Auto wirklich gravierend. Gibt es bessere Fahrzeuge? Wahrscheinlich, kann gut sein. Aber ich komme von einem Fahrzeug, das 10 Jahre älter war, der Fahrkomfort ist jetzt ein völlig anderes Level. Ich möchte nie wieder zurück zu einem Verbrenner. Der P4 hat innen unglaublich viel Platz für alle Mitreisenden. Und ich habe nicht die Zeit mir alle Autos dieser Welt anzusehen um das Perfekte zu finden (denn die, die ich bisher kenne sind es alle nicht) oder bin gewillt, Sechsstellig in ein Auto zu investieren. Und in dem Rahmen ist der P4 dann letzten Endes für mich absolut top.
Und alles in allem habe ich heute die Anfrage zur vorzeitigen Übernahme aus dem Leasing gestellt. Selbiges wäre eigentlich für drei Jahre gelaufen, Ziel ist es, noch etwas raus zu schlagen, wenn ich ihn ein Jahr früher übernehme. Warum dann also überhaupt Leasing? Nun: E-Neuling, Polestar-Neuling… Ich wusste schlicht nicht, ob ich das Auto behalten will. Jetzt weiß ich es.
TL;DR: es gibt auch Leute, die sehr wenige Probleme mit dem Auto im Alltag haben und die deshalb durchwegs zufrieden sind mit dem P4![]()
Daher allen gebeutelten: Ich hoffe mit euch!
Und allen Zufriedenen: viel Spaß weiterhin mit dem tollen P4!