400 Volt vs 800 Volt - Interview mit Technikvorstand

Der Gedanke kam mir auch. Nur argumentiert Herr Stiegler, dass man die 400 V ja beim Polestar 3 auch deswegen gewählt hat, um an Tesla-Ladesäulen 250 kW zu ermöglichen. Das hätte Polestar dann auch für den Polestar 4 realisieren können und wäre so auf eine C-Rate von 2,5 (also wie beim Polestar 2) gekommen. Er räumt aber im Interview selbst ein, dass die Batterie im Polestar 4 das nicht hergibt. Der Polestar 4 hat also trotz kleinerer Batterie eine schlechtere C-Rate als der Polestar 3 → kein Zirkelschluss.
Auch im Polestar 3 wird die Ladeleistung von 250 kW nicht besonders lange gehalten. Ein Porsche Taycan (800 V) hat nicht nur eine höhere Ladeleistung, er hält diese hohe Leistung auch länger. D.h. er lädt dort noch mit 250 kW, wo ein Polestar 3 zwar auch mit 400 V noch mit 250 kW laden könnte, aber mit seiner Ladeleistung längst abfällt.
Oder anders: Warum lädt der Polestar 3 mit einer höheren C-Rate nicht schneller als ein Polestar 4?
Hier gibt es also bei Polestar beim Laden noch limitierende Faktoren, die nicht (allein) durch die 400 V Technologie begründet sind. Insofern hat er vermutlich Recht, dass 800 V nicht zu besseren Ladezeiten geführt hätte.
Am Ende des Tages muss sich Polestar aber fragen lassen, warum Porsche und Audi beim Macan, Taycan, GT und Q6 Ladezeiten von um die bzw. sogar unter 20 Minuten hinbekommen. Hier sind augenscheinlich schon bessere Batterien verbaut (oder hier ist, um es mit den Worten von Herrn Stiegler zu sagen, „Voodoo“ am Werk!).
Ich bin mir ziemlich sicher, dass man sowohl beim Polestar 3 wie auch beim Polestar 4 während der Produktionsdauer auf 800 V umsteigen wird.