Akku laden in Schottland

Hallo, wir planen unseren Urlaub in Schottland. Laut ABRP wird man auch dort nicht mit leerem Akku liegenbleiben. Die Frage ist aber: Welche Ladekarten oder Apps sind dort empfehlenswert?
Kann jemand über seine Erfahrungen berichten? Danke im Voraus!

Hallo Rainer,
Vielleicht ist dann Bonnet ein guter Anbieter. Hier haben wir aktuell eine Diskussion rund um die Nutzung in DE: Welcher Ladestromanbieter ist der günstigste?! - #36 von DOC
Habe Schottland jetzt noch nicht nachgeschaut, wäre jedoch naheliegend.

Danke für den Tip! Damit ist man im Süden nicht schlecht bedient, aber im Norden, speziell auch auf den Hebriden, scheint man mit ChargePlaceScottland weiter zu kommen. Er wäre interessant, ob Roaming mit anderen überregionalen Anbietern funktioniert - und was es dann kostet.
ChargePlaceScottland empfiehlt im Übrigen seine RFID Karten. Erstmal kann ich die App hier garnicht runterladen und dann traut man dem Mobilfunknetz nicht, welches für die App notwendig ist.
Vor der Reise sollte deshalb eine Karte im Wagen sein!

Hallo,
Goingelectric weist in Schottland / Hebriden einige Ladestationen aus:
https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/

Das Thema „Ladekarten“ habe ich da nicht gesehen, nur die Betreiber; aber es gibt unter dem Stichwort „Schottland“ einige Anekdoten („wo ist Motor?“)

edit:
„am besten und einfachsten wird es sein, wenn Du Dir eine Karte von CYC - chargeyourcar UK holst; ich habe mir für den Schottland Urlaub eine von CPS - ChargePlaceScottland besorgt (ist der gleiche Anbieter wie CYC), die Online-Bestellung ist etwas tricky, aber gewusst wie ist die Karte in wenigen da, kostet aber 20 Pfund pro Jahr“
und:

und:

Ladekartenirrsinn, der mir seit nunmehr 5 Jahren sowas von auf den Zeiger geht. Ich hab bei meinen Verbrennern über 30 Jahre lang nichts dergleichen gebraucht wie eine „Tankkarte“ und diese aufwändig recherchieren müssen, gar noch pro Land, um mein Fahrzeug überhaupt fahrbereit zu halten. Was soll der Karten-Quatsch beim Strom? Ich hab eine EC und eine Kreditkarte, das sollte reichen. Besser noch wie bei Teslas dem Auto von vornherein ein Konto geben und Plug & Charge an allen Säulen. Und jeder soll an den Säulen eines Anbieters bitte den selben Strompreis (plus/minus ein paar Cent für Treuepunkte etc) zahlen, analog zum Benzin, nicht der eine das doppelte vom anderen

Also mit einer Plugsurfing-Karte kommst du in ganz Europa so ziemlich problemlos durch. Das ist jetzt eine einzige Karte mehr, die du im Geldbeutel unterbringen musst. Verstehe nicht, was da jetzt das Problem ist. Klar gibt es unterschiedliche Preise… die gab es nach der Deregulierung des Telefonmarktes auch mal. Für die Sparfüchse ein gefundenes Fressen, aber wer sich ein 60k Auto leisten kann, ist durchaus in der Lage im Urlaub auch mal 10 Cent mehr pro KWh zu zahlen als das günstigste Angebot.

1 Like

Und gleich nochmal die Argumentations-Keule raus, die mir seit 5 Jahren die Hutschnur platzen :exploding_head: lässt: Kannst dir ein 60 k€ Auto leisten (Hinweis: tatsächlich habe ich mir vor 5 Jahren sogar ein 120 k€ Elektro-Auto gegönnt) also kannst du gefälligst auch mal random absurde 1€/kWh zahlen (Hinweis Nr. 2: Es gibt Unterschiede von 0,35 bis über 1 €/kWh) wenn du a) vorab nicht stundenlag recherchieren willst, b) nicht ein Dutzend Platikkarten mitschleppen willst und c) nicht mehrfach im Monat mal nachsiehst, was sich gerade an welchen Tarifen geändert hat, alles verschärft auf Langstecke und wenn du ins Ausland fährst.

Beim Tanken von fossilen Kraftstoffen würde sich so ein regional fragmentierter Kartenwahnsinn und so eine bizzarre Preispolitik mit Unterschieden von 300 % an ein und der selben Zapfsäule je nachdem welche Karte man zur Hand hat und welches Auto man fährt (im deutschen Subventionsclub oder nicht?) niemand bieten lassen oder irgendwie als „normal“ ansehen. Der Liter Sprit für im Moment 2,20 €? Aber nur für Fahrer bestimmeter deutscher Autos oder Mitglieder im Club, weil die Säule mit deutschen Steuergeldern subventioniert wurde auf Manipulation der Autolobby hin (Es geht ja auch gar nicht anders, gell? Tesla Supercharger? Was ist das? Bestimmt sind die auch irgendwie mit Steuergelder gebaut worden, oder? :face_with_monocle:) Sie fahren einen Peugeut oder wollen „ad hoc“ (was soll das überhaupt bedeuten „ad hoc“?) tanken? Ja dann kostet Sie der Liter natürlich 6,18 € :laughing:. Ach sie haben eine Mastercard satt Visa? Die geht hier gar nicht :kissing_heart:. Nehmen Sie doch die Stöpseltanken-Karte, die geht immer (na ja, fast immer :man_shrugging:t2:), Preis egal, kostet halt was es kostet, Sie können sich ja auch ein teures Auto leisten. :wink:

Dieses Abkanzeln ist - mit Verlaub gesagt - eine dreiste Unverschämtheit und in meinem Fall falsch noch dazu. Ich lade sehr oft umsonst da ich lifelong free supercharging habe, über die Firma oder (noch) mit der Plugsurfing-Karte und dem Guthaben von Polestar zu halbwegs vernünftigen Konditionen z.B. bei Ionity zu 0,35€/kWh - bei Fastned gestern aber schon wieder für knapp 0,7 € kWh. Die SWM-Karte mit ihren 0,38€/kWh läuft Ende März aus bzw. hat dann auch eine Preiserhöhung in uninteressante Bereiche hinein. Der Kartenwahn und die Mentalität, die dahinter steckt gehen mir trotzdem massiv auf den S…enkel. :roll_eyes: Ich hätte nämlich seit 5 Jahren gerne und auch weiterhin ein Karte (ganannt Kreditkarte) mit der ich an allen Säulen den dort aufgerufenen und deutlich lesbar ausgezeichneten Preis bezahle, den alle anderen dort auch bezahlen. Wie an der Benzintanke, eventuell aber intelligenter an manchen (später allen) Säulen über einen Account des Autos. :slightly_smiling_face: per plug & charge.

Bei Strom finden die Zumutungen offenkundig diejenigen normal, die immer meinen, es müsste im Grunde eigentlich alles irgendwie so sein wie es gerade ist. :roll_eyes: Muss es nicht. Es. Gibt. Keinen. Rationalen. Grund. Strom. Verkaufstechnisch. Anders. Zu. Behandeln. Als. Benzin. Oder Brot. Oder Schuhe :expressionless:

Bedanke mich.

4 Likes

Du lädst meist umsonst, regst dich aber tierisch darüber auf, dass die Preise nicht reguliert sind. Hört sich für mich nach Prinzipienreiterei an. Ich nutzt seit mehreren Jahren übrigens nur eine einzige Karte zum Laden: Meine Plugsurfing-Karte, so wie du es eigentlich forderst. Könntest du auch, du willst aber auf ein paar Euronen pro Jahr optimieren. Kann man so machen, muss man aber nicht. Ist für mich kein valider Kritikpunkt, sondern Jammern auf sehr hohem Niveau.

Danke für die Bestätigung! Ich habe mir auch eine CPS-Karte bestellt, und hoffe, sie kommt noch vor Ostern!
(was die Notwendigkeit der Karten angeht, ist ein anderes Thema. Ich muß damit leben und werde mich deshalb nicht extra aufregen)

Hier ist der Bericht aus Schottland. Zunächst ist statt einer Ladekarte von CPS eine Email gekommen, in der bedauert wird, das nur britische Residents eine Karte bekommen können.
Vor Ort ist die Zap Map nützlich. Geladen wird mit „webpay.cargeplacescotland.org“, also per Internetapp. Eine Kreditkarte ist hier ausreichend. Manchmal ist es aber aufgrund des schlechten Datenempfangs mühsam, den Ladevorgang zu starten, d.h. es braucht schon mal mehrere Versuche.
Das Angebot an Ladestationen ist aus meiner Sicht knapp: Wenige Punkte bieten mehr als 50 kW, meist ist 22kW oder weniger installiert. Nicht alle funktionieren. Und es gibt durchaus so viele E-Autos, dass alle Punkte belegt sein können. Bei den schlappen Ladeleistungen sind die Wartezeiten lang.
Es gibt aber auch Plätze, die umsonst sind.
Fazit: Geduld mitbringen und immer ausreichend Reserve in der Batterie einplanen. Die Reiseplanung muss sich stärker an den Ladestationen ausrichten als bisher gewohnt.

2 Likes

Ich fürchte Du verstehst mich mentalitätsbedingt nicht so recht, auch wenn ich mich noch x Mal wiederholen würde. Schwachsinnige Regelungen nerven, auch wenn ich für mich persönlich und im Moment Wege gefunden habe, diesen Nonsens meistens zu umgehen. Was wäre das denn für eine Einstellung zu sagen „mich betrifft das ja nicht und alle andern sollen sich mal nicht so haben, haben eh alle zu viel Geld diese Knauser?“ Eure Armut kotzt mich an? Der rein monetäre Aspekt ist dabei aber eben nur einer von mehreren Punkten, und ggf. nicht mal immer der schlimmste.

Mit Prinzipien-Reiterei hat das gar nichts zu tun, eher ist das genaue Gegenteil der Fall. Ich will nicht zwanghaft auf wie du es formulierte „ein paar Euronen im Jahr optimieren“. Ich finde es ehrlich gesagt recht dreist und – wie soll ich es formulieren – phantasielos*?, prozeduralen Unfug damit rechtfertigen zu wollen, indem jedem, der sich darüber mokiert, Prinzipienreitere und Knausrigkeit vorgeworfen wird.

(*) Weil es gibt da so einen Typ Mensch, der immer den aktuellen Status Quo für alternativlos hält und sich irgendwie nur ganz schwer oder gar nie etwas anderes vorstellen kann oder will. Der wird dann vielleicht etwas unzünftig, wenn man sein schönesWeltbild angeht, und verteidigt dieses gerne mit Argumentum ad hominem. Würdest Du dich selbst so einschätzen?

1 Like

Meine Güte. Zahl doch mit EC oder Kreditkarte und gut ist.

Übrigens gibt es auf Autobahnen auch andere Preise als auf dem flachen Land beim Dino-Saft.

Und nun bitte wieder zurück nach Schottland - denn darum geht es hier in diesem Thread.

Korrekt, ich verstehe dich mentalitätsbedingt nicht. Mit der Plugsurfing-Karte kannst du an so gut wie jeder Säule in Europa laden. Ganz ohne dich aufregen zu müssen. Und damit habe ich fertig.

Auch gut. Gute Nacht.

Zurück zu Schottland: Hier gibt es die wahren Herausforderungen in Sachen E-Autoladen.

Nach 2000km Schottland kann ich abschließend ergänzen: Am besten eröffnet man einen kostenlosen Account bei ChargePlace Scotland (CPS) Man findet die Ladestationen mit der Zap Map, die ist am aktuellsten und bietet noch Zusatzinfos.

Bevor nun alle Schotten und Schottlandfans erboste Kommentare schreiben: Es gibt Stationen, die sind selbsterklärend und funktionieren einfach (Option „contactless paying“ mit Kreditkarte) oder sind umsonst. Die habe ich in der Gegend um Edinburgh gefunden. (RFID Karte ist für Fremde nicht erhältlich).

Für die kniffligen und nervigen Fälle kommt nun der Rest dieses Artikels.

  1. Die Stationen, die von außen unzugänglich erscheinen, können meist per „webpay.cargeplacescotland.org“ zum Leben erweckt werden, also per Internetapp. Am besten in Vivaldi als Lesezeichen speichern. Die App startet und fragt nach der 5-stelligen Stations-ID. Die steht im besten Falle vorn auf einem CPS-Aufkleber. Manchmal irgendwo seitlich oder hinten, mit Edding aufgeschrieben oder auf einem Zettel in der Nähe. Dann werden Kreditkarten- Daten abgefragt. Es wird 1Pence abgebucht und dazu erfolgt bei mir die Bestätigung über S-ID-Check (ist auf dem Handy). Jetzt wird der Ladevorgang gestartet. Hat man Pech und einen alten Lader mit inkompatibler Software erwischt, dann bricht der Vorgang ab und geht auch bei Wiederholung nicht. In diesem Fall hilft die freundliche Hotline und dazu braucht man den Account. Die Hotline kann helfen, den Ladevorgang ferngesteuert starten, und bucht dann die Kosten auf den Account. Das kann alles schon mal dauern.
  2. Ganz schlecht war es um Fort William an der A830 und A86. Es gab einen 50kW Lader, der besetzt war. Immerhin sind dort neue Stationen im Bau, was uns noch nichts genutzt hat. Aber manche sind ausser Betrieb, oder geben ihre Stecker nicht frei. Da kann auch die Hotline nicht helfen.
  3. Vorsicht Falle: Einige Stationen sind zeitlich begrenzt und erheben 1 Pound Strafgebühr: pro Minute! (gedeckelt auf 30 Pound). Da kriege ich die Batterie nur halbvoll und darf frühestens nach einer Stunde wiederkommen. Und dann ist der Lader besetzt.
  4. In Verbindung mit den schlappen Ladeleistungen kann ich sagen, dass das elektrische Reisen insbesondere in Westschottland schwierig ist und jede Menge Geduld erfordert. Tesla ist manchmal dort besser vertreten. Also die Freigabe für Nicht-Teslas prüfen.
5 Likes

Danke für diese sehr hilfreichen Hinweise! Wir haben gestern Abend sehr spontan zwei Wochen Urlaub in Schottland im Januar gebucht. Erste Woche im Westen (Isle of Skye), zweite bei Loch Ness. Der Bericht lässt mich zweifeln, ob das eine gute Idee war. Vielleicht fahren wir doch besser mit unserem betagten Touran Diesel.

Kleine Korrektur: Die URL für die „Web App“ lautet
https://webpay.chargeplacescotland.org/

Hatte zu früh den Panik Modus aktiviert. Anscheinend hat sich in der Zwischenzeit einiges getan.

  • ich konnte eine RFID Karte bestellen und das Formular hat anstandslos meine Adresse in D akzeptiert (werde berichten, ob sie ankommt :wink:)
  • Als Zahlungsmittel konnte ich ein SEPA Verfahren über GoCardless einrichten. Bin gespannt, wann da wieviel abgebucht wird (voraussichtlich eine Jahresgebühr plus 12 Pfund für die RFID)

Jetzt bleibt noch zu hoffen, dass ich eine günstige Fährverbindung finde (Amsterdam-Newcastle). Leider ermöglicht DFDS zur Zeit nur Buchungen in diesem Jahr.

Auch wenn das allgemeine Interesse an diesem Thema gering zu sein scheint, hier in Stichpunkten noch ein Update, nachdem Chargepoint Scotland prompt auf meine Bestellung reagiert hat (Sonntag früh um 4 Uhr - die scheinen ein 24/7 Service Center im Near/Offshore Bereich zu haben, bin beeindruckt!)

  • RFID Karte kann tatsächlich nicht nach D geschickt werden. Workaround ist aber, die Karte in Dundee abzuholen oder sie an eine Adresse in UK schicken zu lassen (so werde ich das machen).
  • Bezahlung per SEPA und in Euro über meine deutsche Bank ist nicht möglich. Das SEPA Mandat wurde kostenlos storniert. Workaround ist sich ein Wise Konto mit GPB Guthaben anzulegen. Hierzu gibt es eine Webpage:
    Account Set-Up (Outside UK) - Charge Place Scotland
3 Likes