ich bin noch ganz neu hier und habe direkt ein paar Fragen an euch.
Aktuell fahre ich einen Audi Avant Quattro als Diesel und spiele mit dem Gedanken, diesen zu verkaufen und auf einen Polestar 2 mit 476 PS und Performance-Paket umzusteigen. Bei meiner jährlichen Fahrleistung von etwa 20.000 bis 25.000 km – überwiegend im näheren Umkreis rund um den Kirchturm und 2–3 Mal im Jahr eine längere Strecke nach München (ca. 750 km one way) denke ich, dass das auch mit einem E-Auto gut machbar sein sollte.
Mein Wunschfahrzeug wäre ein Modelljahr 2024, idealerweise 2025.
Nun zu meinen Fragen:
Nappaleder in hell:
Wie sind eure Erfahrungen damit? Neigt es schnell zu Verfärbungen oder ist das im Alltag noch gut akzeptabel?
Umsatteln auf dunkles Nappaleder:
Besteht die Möglichkeit, die Sitze später auf dunkles Nappaleder neu beledern zu lassen? Hat das eventuell schon jemand von euch gemacht oder Erfahrungen damit?
Allrad auf Schnee:
Wie verhält sich der Allradantrieb des Polestar 2 bei winterlichen Bedingungen? Ist er mit dem klassischen Audi Quattro vergleichbar, sodass man auch auf Schnee problemlos anfahren kann, oder gibt es hier spürbare Unterschiede?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen könnt.
Und ja – ich gebe es zu: Ich bin ein bisschen verliebt in den Polestar 2.
Naja ich hab mir schon recht viel Youtube gegeben was mein neues Auto angeht… Das Autu Motor Sport Video hat mir ein wenig Sorge bereitet auf Schne… Was mit der Leder Thematik?
Ich habe helles Nappa im PS2, es neigt überhaupt nicht zu Verfärbung und ich sitze meist mit „Blue Jeans“ im Auto.
Umsatteln wird vermutlich horrend teuer, dann lieber direkt einen mit schwarzen Sitzen kaufen. Du kannst ja mal bei einem Polestar Servicepartner einen Kostenvoranschlag einholen. Sollte kein Problem sein.
Allrad auf Schnee: ich finds super und einfach zu fahren, ich fahre allerdings TPD, bei OPD brauchts vermutlich schon etwas mehr Übung. Grundsätzlich wird ein Allrad Verbrenner einem Allrad E-Auto gegenüber in wirklich tiefem Schnee (mit Steigungen) immer eine gewisse Überlegenheit haben. Aber es ist mitnichten so, dass der PS2 mit Dual Motor solche Situationen nicht meistern könnte.
Die Physik ist immer die selbe. Du hast Recht, das war zu vereinfacht geschrieben, aber gerade für BEV-Anfänger (wie hier der Fall), gibt es schon einiges zu beachten. Als ich vor Jahren zum ersten Mal mit einem BEV in echtem Schnee unterwegs war, hatte ich auch - wie so viele - meine Start-Schwierigkeiten.
Am besten fährst Du ihn Probe, idealerweise auf Schnee. Für mich fahrt der PS2 auch auf Schnee „wie auf Schienen“, aber bedingt durch das wahnsinns Drehmoment ab dem ersten Moment lässt sich das nicht wirklich mit einem Ölbrenner vergleichen. (da wird eher das bremsen zur Herausforderung)
Leder nur schwarz.
Ich habe das helle Leder in meinem MY2025 LRSM und bin sehr zufrieden damit. Bis jetzt sieht es aus wie neu, sind aber auch erst 4000km damit gefahren worden. Ich finde es im Interieur leider die einzige schöne/hochwertige Option. Aber das ist Geschmacksache.
Zu Allrad und Leistung kann ich beim PS nichts sagen, außer das ich mich nach 2,5 Jahren Model 3 Performance jetzt für ein LRSM entschieden habe weil ich die Leistung zu selten wirklich genutzt habe. Ich weiß nicht wie es beim Polestar ist, beim Tesla war die „mehr Leistung“ vor allem auch im Bereich bis 100/120 vorhanden, wenn man also nicht viel auf Landstraßen überholt oder Ampelstarts macht hat man, gerade auf der AB nicht so viel davon. Wie gesagt das bezieht sich auf Tesla, bei PS besser noch mal verifizieren oder es hat hier jemand im
Forum Erfahrung/Vergleiche.
Allrad braucht man hier in BaWü bei dem wenigen Schnee nicht, da reichen gute Winterreifen.
Vorweg, ich habe keinen Vergleich zu einem Audi Quattro, aber zu anderen Allradsystemen. Wohne in Österreich und bin im Winter sehr aktiv, Skitouren, Eisklettern usw.
Fahre den P2 jetzt den zweiten Winter und bin nach wie vor sehr positiv überrascht vom Allrad. Hatte bisher keine einzige Situation wo ich Bedenken gehabt hätte. Von meiner Einfahrt muss ich aus dem Stand 70hm eine steile Straße hoch die meistens nicht gut geräumt ist.
Als Zweitauto habe ich einen VW T5.2, höhergelegt mit mechanischem Heck-Diff bzw Sperre. Wirklich ein Auto mit dem man weit kommt wenn man will. Aber der P2 fühlt sich da schon noch souveräner an, einfach weil auch die Kraft da ist und man bergauf auch sehr einfach langsam bzw kontrolliert wegfahren kann.
Was man mit dem P2 nicht will ist driften auf Schneefahrbahnen, dafür hab ich zumindest nicht genug „big balls“ Die Drehmomententfaltung ist dann doch deutlich direkter als bei den Verbrennern und die Traktion eine Hausnummer. Das müsste man wirklich einen Tag üben, aber wo kann man das schon heutzutage.
Mein erster Neuschnee mit dem Polestar 2 LRDM war eine echte Herausforderung. Grund dafür war das Überraschungsmoment.
Ich fahre immer auf höchster Stufe des One Pedal Drive. Das automatische harte Bremsen dieser Stufe zusammen mit dem hohen Gewicht des Autos hatten mich eiskalt erwischt.
Seitdem ich das weiß, schalte ich bei Glättegefahr immer auf die mittlere Rekuperation. Damit klappt die Fahrt perfekt.
Achja… Ich fahre OPD immer aus, da viel Autobahn und das Rollenlassen doch effizienter ist. Dadurch ist das Auto vom Verhalten her einem Automatik-Verbrenner ähnlicher.
Auch Bergbewohner mit DM hier: ja Schnee kann er perfekt. Man muss nur den rechten Fuss kontrollieren können. Klar das Gewicht merkt man, aber dafür fährt er wie auf Schienen. Hatte schon starken Schneefall über den St. Bernardino den Berg hoch. Die Schneeketten fahre ich seit Jahren unbenutzt durch die Gegend.
wieso will man das nicht? Meine Erfahrungen im Neuschnee waren bisher mehr als positiv, man muss sich aber an das sehr freizügige ESP gewöhnen. Der P2 lässt im Normalmodus durchaus etwas Driftwinkel zu, da hat das ESP in meinem A3 8V früher schon vieeeeel früher die Reissleine gezogen. Nichtsdestotrotz, wenn man nicht völlig abwegig kurbelt oder einen schweren Klumpfuß hat, halten einen der Allrad (Vorderachse zieht) und das ESP vollkommen sicher in der Spur.
Ansonsten lässt sich halt wie schon beschrieben Physik nicht austricksen. Man muss sich bewusst sein, dass man ein >2to Fahrzeug bewegt und die Haftungsgrenze der Reifen bald erreicht ist → dann gehts untersteuernd weiter.
Zu den anderen Fragen: die 750km Langstrecke sind machbar, im Winter muss man sich halt auf mehrere Ladestopps einstellen. Meine Strategie ist nach 120tkm: „schnell fahren, schnell laden“, heißt, der Sweet-Spot zwischen Fahrzeit und Ladezeit liegt bei 140-150km/h und dann Ladehübe von ca. 10% - 60%, max 70% SoC.
Ich hatte vor meinem Polestar auch einen A4 Avant B9, du wirst es nicht bereuen, obwohl mir die Optik beim Audi sogar tatsächlich noch etwas besser gefallen hat. Aber der Polestar ist definitiv auch ein Hingucker.