Bidirektionales Laden

Ich persönlich hatte schon immer meine Bedenken bezüglich bidirektionalem Laden hinsichtlich der Langlebigkeit von Akkus. Denn, stelle ich meinen Akku zur Verfügung, so bedeutet das ja auch, dass der Akku mehr Ladezyklen haben wird und wir wissen ja alle, je mehr Lade- und Entladezyklen, desto schneller altert der Akku. Hier hat ED ein interessantes Video mit Angaben von Volvo. Demnach soll beim EX90n nur 10% des Akkus für bidirektionales Laden zur Verfügung stehen. Für mich jedenfalls beruhigend, da sich Volvo (und vermutlich auch Polestar) Gedanken über die Langlebigkeit machen.

Ist ja nicht so, als ob man das selbst per Software entscheiden könnte… Ich meine wenn ich es als Eigentum voll kaufe, ist es mein Akku und mein problem. Verständlich wäre die beschränkung bei abo oder leasingfahrzeugrn…

Ich habe starke Zweifel daran, dass Bidirektionales Laden irgend einen praktischen Einfluss auf die Langlebigkeit des Akkus hat.

Ich nehme jetzt einfach mal an, dass man 1-Phasig 16A 230V aus dem Akku ziehen kann (Also eine normale Schuko Steckdose., das sind knapp 3,7kW. Das ist grade mal ~1% der Systemleistung des P3. Um mit so einer Leistung auch nur Ansatzweise die Batterie nennenswert zu belasten müsste man schon rund um die Uhr dauerhaft Irgendwas mit 3,7kW betreiben. Jede Art der normalen Benutzung wird dir mehr Lebensdauer des Akkus klauen als alles, was du mit dem Bidirektionalen Laden anstellen kanns.

Klar, Kleinvieh macht auch Mist, aber schaltest du z.B. die Heizung aus, weil dir die Langlebigkeit des Akkus so am Herzen liegt (unabhängig von Sparmaßnahmen für die Reichweite)?

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Von Deinen Überlegungen mit 3,7 kw/h hast Du recht. Laut dem Video sollen es aber 11 kw/h sein, die entnommen werden können. Aber,… es wird ja jedem selbst überlassen sein zu entscheiden, ob er seinen Akku zur Verfügung stellen will oder nicht.

So ist es. An sich ist es nur wieder eine Bevormundung. Aber 10kWh muss man auch erst Mal verbrauchen. Mir fällt außer ein anderes Auto kein Verbraucher ein, der da solche Leistungen und Energiemengen realistisch benötigt.

Und bitte bitte:

  • Leistungen werden in kW angegeben
  • Energiemengen werden in kWh angegeben.
  • kW/h hat in der Elektromobilität keine Bedeutung.

Jedes Mal, wenn ich kW/h lese Stirbt ein kleiner Teil von mir 🥲

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Verstehe ich jetzt nicht ganz.

Meines Wissens entsteht ein Ladezyklus nur, wenn man tiefer entlädt (bspw. 0-10%) und anschließend wieder auf 100% voll läd.

Hält man den Akku in einem bestimmten, mittleren Bereich, dann entsteht kein Ladezyklus.

Als voller Ladezyklus gilt die Aufladung von 0-100%, Teilladungen werden aufsummiert. Also 5x von 60 auf 80% laden ist ein voller Ladezyklus. Ob die Summe von Teilladungen zur gleichen Alterung/Schädigung des Akkus führt, wie die gleiche Ladungsmenge in einem Rutsch, ist nicht eindeutig geklärt - ein ewiger Streit der Experten, mit bisher offenem Ausgang. Was sicher ist: der Unterschied ist wissenschaftlich interessant, praktisch aber irrelevant.

Zu dem Thema V2G/bidirektionales Laden ist das aber auch interessant.
Vergessen wir mal den zeitweisen Betrieb von Kaffeemaschinen, Grills und Toastern an der Ladebuchse - das ist ein nettes Gimmick, der Fahrzeugakku lacht darüber.
Wichtig wird das Ganze, wenn aus dem Fahrzeug der Haushalt versorgt wird - also den Solarspeicher ergänzt/ersetzt. Ein paar Zahlen:

  • Verbrauch eines mittleren Haushalts im Jahr ~5000 kWh (ohne E-Auto)
  • das sind im Tagesmittel 13,7 kWh
  • angenommen 75% könnten aus einem Akku gedeckt werden, wären das 10,3 kWh (75% deswegen weil das Auto ja auch mal fahren muss und nicht ständig zuhause stehen kann)
  • diese 10,3 kWh sind bei einem 100kWh Akku 37,5 Vollladezyklen/a und bei einem 75kWh Akku 50 Vollladezyklen/a
  • die garantierte Lebensdauer sind mind. 500 Vollladezyklen
  • der Kleine 75 kWh altert also um 10%/a, der Große 100kWh entsprechend nur um 7,5%/a

Das ist, allein für das Auto betrachtet, ein erheblicher Lebensdauernachteil. Dem gegenüber steht aber die Kosteneinsparung für die Solarbatterie - und die ist derzeit noch teuer.
Weiter muss die Frage gestellt werden wie die Energie in den Akku kommt. Das obige Beispiel geht nur auf, wenn extern günstig geladen werden kann. Diese Möglichkeiten werden aber rapide geringer.
Real bleibt doch nur das Laden über die eigene PV. Das erniedrigt aber die 75% Abdeckung erheblich (der PV-Strom wird direkt im Haus verbraucht, in das Fzg. geladen und nur Nachts entnommen). Real kommt da so in etwa 25% zusammen. Das bringt die Alterung auf 1/2 runter (weitere 25% gehen ja für’s Laden drauf) und damit in noch wirtschaftlichere Bereiche. Wenn dann der Zweitwagen auch ein E-Auto ist, ist die Alterung des Fahrzeugakkus eher akademisch ggb. der Kostenersparnis.
Naja, rechnet selbst…

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Ich sehe V2G/Bidirektionales Laden weniger als Haus-, denn als Netzpuffer, um Spitzen und Täler in der Stromerzeugung auszugleichen.

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Naja, die Hausbesitzer werden das dann schon regeln (ha-ha, sogar ein Wortspiel)!
Sie sind in der Summe die Ersten, die ein BEV haben, weil sie ja die eigene Steckdose für das BEV zur Verfügung haben. (Gibt es Zahlen, wie groß der Anteil der Heim-Lader ist?)
Und wenn die Panik vor Black- oder Brown-Out steigt - und das wird kommen, dann stellen sie sich aber bestimmt auch noch ein paar kWh als Speicher ins Haus oder in die Garage zur Steckdose für das BEV. Und wenn die Speicher dann sogar noch mit PV gekoppelt sind, dann kann das sogar richtig sinnvoll sein. Und die privaten Häuslebauer rechnen dann auch nicht immer wirtschaftlich. Ich kenne das… :innocent:

Ob die BEV mit V2G tatsächlich ein wichtiger Zwischenschritt sein werden? So ein stationärer Speicher ist auch dann zu Hause, wenn ich es nicht bin. Das ist ein BEV halt nicht.

Das alles ist noch mehr Kristallkugel als bei Polestar - und es ist bestimmt auch eine andere Kugel…

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Ja und Nein. Ich habe zuhause eine 23 KwP Solaranlage mit einem 11kWh Speicher. Dieser hält von Mitte April bis Anfang/Mitte Oktober, also über den Sommer, die ganze Nacht das Haus Autark. Es sei denn die Tage sind wirklich düster und die Heizung läuft noch / schon auf hoher Leistung, denn das zieht viel Strom nachts.

In den Wintermonaten, wie jetzt bspw. hält der Haus Akku im besten Fall bis Mitternacht und dann beziehe ich stundenlang Netzstrom.
Legende: Gelb = Solar direkt verbraucht, Grün = Akku, Grau = vom Netz bezogen

Wie hier zu sehen, gehen in den Sommermonaten ca. 230 kWh - 330 kWh pro Monat aus dem Akku und es reicht. Im September aber beziehe ich ca. 250 kWh und genau da könnte jetzt das Auto einspringen.


Wenn ich jetzt ein V2H/G fähiges Fahrzeug hätte, könnte ich ganz bequem diese Zeiten puffern und nahezu 100% autark sein. Das Auto stören die paar kW zusätzlicher Verbrauch i.d.R. nicht wirklich (tiefster Winter mal ausgenommen), aber meine Autarkie-, Klima-, und sonstige Bilanz wäre deutlich besser.

Ein zusätzlicher Haus Speicher würde sich einfach nicht lohnen, weil er mehr als 6 Monate im Jahr überflüssig wäre. Im Gegenteil, mir würde ein viel kleinerer Speicher für das Haus ausreichen. Daher wäre das Auto eine ideale Ergänzung - weil eh da!

Kosten tun beide etwas - also linke Tasche, rechte Tasche meiner Meinung nach.

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Deine Ausführungen finde ich interessant aber ich kann ihnen nicht folgen, denn es fehlt mir eine wichtige Angabe und zwar der Überschuss. Wieviel speist Du denn ins Netz ein?

Ca. 9.000 kWh bis jetzt in 2022. Aber wieso findest Du diese Angabe wichtig?
Mir geht es ja nicht um die Versorgung des Grid, sondern um eine 100% Autarkie zuhause.

Mir kommt dein Speicher bezogen auf deine PV sogar deutlich zu klein vor.

Deswegen speist du auch so viel ins Netz ein.

Warum eigentlich?

Meine Frage bezog sich auf die monatliche Einspeisung, nicht die übers Jahr.

Das Problem ist doch, dass in den sonnenreichen Monaten zu viel Energie das ist, die man dann per Einspeisung verramschen muss, weil man gar nicht so viel braucht und in den dunklen Monaten so wenig, dass viel zu wenig Überschuss vorhanden ist, den man mit einem Akku verwalten könnte. Man sieht ja in den Diagrammen auch deutlich, dass Du in den Wintermonaten nicht mal den vorhandenen Akku voll bekommst. Das EV als zusätzlicher Akku verlängert in Deinem Fall nur die Übergangszeit um bestenfalls ein paar Wochen.
Ich warte sehnlich auf bidirektionales Laden, denn ich habe keinen Hausakku und könnte in den Sommermonaten den nächtlichen Hausverbrauch damit fast vollständig abdecken. Im Winter reicht der Überschuss meiner PV leider hinten und vorne nicht.

Das muss ich verhindern :blush:
Danke fürs Aufklären.

Eine PV-Anlage i.V.m. einem Elektroauto ohne Speicher zu betreiben ist doch absoluter Nonsens m.M.n…

Jein - so einfach ist das nicht. Rechnerisch was den ROI betrifft ist er sogar zu groß, weil ich ihn eben nicht optimal auslasten kann (mir aber egal, Nachhaltigkeit ist mir wichtiger als ROI).
Im Sommer ist er zu groß, da brauche ich von Mai - August in der Nacht nur 40-50%. Im Winter bekomme ich ihn, wie von @nobrett schon richtig erkannt, gar nicht voll oder nur selten.

Aber genau deswegen wäre das Auto als Brücke so ideal!

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Ja, aber dieses Problem haben wir hier in Deutschland doch immer irgendwo… :thinking:

Solch ein Auto als Brücke bringt aber halt auch reichlich wenig, wenn das Auto nicht zuhause ist und am Netz hängt.
Hier ergibt ein fest verbauter Speicher zuhause deutlich mehr Sinn.

Man kann es drehen und wenden wie man möchte, ein Optimum wird man wohl in unserem Land bei wechselnden Wetterverhältnissen nicht hinbekommen.

Das ist schwer zu sagen, im Juni 1.900 kWh, im September 420 kWh, aber sogar im Januar hatte ich immerhin 35 kWh - die Spanne ist also groß.

Richtig, aktuell wird es schon schwierig, meistens schaffe ich aktuell nur 60-80% voll zu laden.

Das glaube ich besser hinzubekommen. Ich denke ich könnte, auf der Basis meiner Daten, bis Ende November zu >95% Autark sein und bereits Mitte Februar wieder.

Es gibt durchaus Tage, wie heute bspw., wo das Auto gut geladen ist, der Hausakku gegen 13 Uhr voll ist, dann eingespeist wird und heute Nacht beziehe ich gegen Mitternacht schon wieder Netzstrom……

Da haben wir uns falsch verstanden. Das sehe ich auch so, ein Haus-Speicher gehört ins Haus aber man kann es deutlich optimieren, wenn das Auto als zusätzlicher, deutlich größerer Speicher, mitbenutzt wird.

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