Klebende Bremsen

Hallo zusammen,

bisher habe ich davon hier noch nichts wirklich gelesen, aber das Problem plagt mich immer mal wieder:
Nach etwas Standzeit (paar Stunden, oder auch über Nacht) kleben die Bremsen gerne mal an. Wenn ich losfahren will, tut sich erst nichts und mit stärkerem Druck aufs Pedal löst sich der Widerstand (klingt herrlich eingerostet). Als würde sich die Parkbremse nicht lösen. Sorgt manchmal dafür dass ich einen kleinen Satz aus der Garage oder einem Parkplatz mache.

Vor allem bei nassem kalten Wetter hab ich das öfter, aber auch ordentliche Vollbremsungen vor dem abstellen helfen nicht wirklich.

Hat das noch jemand?

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Ja, habe ich auch, und wundere mich, weil das beim 2er schon so war - da hat Polestar entweder nicht draus gelernt, oder gehandelt, oder es ist „Stand der Technik“ (was ich anzweifle)

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Tatsächlich habe ich öfters das gleiche Problem. Teilweise auch etwas Gefährlich in der Tiefgarage, wenn das Auto einen Sprung nach hinten macht…

Ähm, das ist leider ein allgemeines Problem der Elektrofahrzeuge.
Da statt zu bremsen i.d.R. rekuperiert wird, werden die Bremsen halt nicht benutzt und die Bremsscheibe heizt sich nicht auf, so dass Feuchtigkeit schneller verdunstet. Fährst du jetzt, wie es sich für ein E-Fahrzeug gehört, vorausschauend bremst du ja fast nie. Jetzt kommt die Feststellbremse über Nacht auf die Nasse Scheibe und diese rostet schnell fest. Deshalb „klebt“ es am Anfang und es knallt und braucht schon einen gewissen Strom-Schub, um loszufahren. Danach schleift es bei mir dann auch eine Weile.

Helfen tut dann nur ein beherzter Tritt auf die Bremse, nachdem du auf „N“ geschaltet hast und schön von einer hohen Geschwindigkeit auf Null gebremst hast. Das entfernt den Rost.

Ja - der P4 wie auch der P2 und P3 legen die Bremsen beim Losfahren an, um genau diesen Effekt des „Freibremsens“ zu bekommen, aber das reicht nicht, wenn die Bremse richtig festgebacken war.

Nach der beherzten Bremsung ist alles wieder in Ordnung. Gerade im Winter bei Schnee, Nässe und vor allen Dingen auch noch das Salz passiert das Festbacken sehr schnell.

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Rekuperation vs. OPD-Diskussion in 3-2-1…

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Tatsächlich fahre ich ausschließlich ohne OPD. Ebenfalls geht es in die Tiefgarage nach unten, sodass ich die Bremsen kurz vorher noch nutze, auch wenn rekuperiert wird. Nach meinem Verständnis wäre damit deine Begründung hinsichtlich der nassen Bremsen nicht tragfähig und ein anderes Problem liegt dem Zugrunde?

Oder verstehe ich da etwas falsch? :slight_smile:

Ja, habe ich auch. Ist wirklich teils sehr beunruhigend, aber man hört ja, dass die Bremsen danach mit minimalem Druck anliegen. Ich habe da immer ein paar km so ein schönes Schleifgeräusch. Hat der Ford Explorer meiner Mutter jedoch auch ähnlich, und wirklich überwinden kannst du es ja auch nicht.

Wieso nutzt du die Bremsen zwangsläufig? Selbst wenn, dann ist das ja nicht ausreichend, dass die absolut trocken und salzfrei sind, du hast ja immer die hohe Feuchtigkeit.

Wenn du kurz vor der Garage ne Runde über die Rennstrecke fährst, die Bremsen so kochend heiß sind, dann wäre das für mich ein Argument dagegen.

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In der Tat. Denn auch wenn du die Bremse trittst in der Tiefgarage, wird das Fahrzeug rekuperieren. Es sei denn, du fährst mit ca. 80-100 km/h in der Tiefgarage rum, dann könnte es sein, dass tatsächlich die physische Bremse greift. Das bisschen bergab auf die nächste Ebene führt nicht dazu, dass gebremst wird.

Dieses „blended Braking“ kann man auch nicht ausstellen, es sei denn, du legst die Fahrstufe „N“ ein. Nur dann ist der Tritt auf Bremse auch gleichbedeutend mit dem Anlegen der Bremsscheiben und -backen.

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Auch wenn du ohne OPD bremst, wird rekuperiert und nicht die Scheibenbremse verwendet. Nur dann, wenn du extrem langsam bist oder eine Vollbremsung machst.

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Danke für die Erklärungen! Wieder etwas dazu gelernt :slight_smile:

Ich habe die genannten Probleme auch und gefühlt schlimmer als beim Polestar 2 und unserem e-up.
Schlimmer in dem Sinn, als dass der 4er gefühlt schon nach einem Tag Stillstand fest ist.
Am schlimmsten ist bei mir allerdings, dass es mit ein-zweimal scharf Bremsen, bis die mechanischen verwendet werden, nicht getan ist. Das merke ich drastisch, wenn ich dutzende Kilometer gefahren bin - mit mehrfachen starken Bremsmanövern - und er immer noch deutlich rupft. Das fühlt sich richtig kaputt an. Da muss ich schon mindestens 100km fahren, bis das wieder besser ist. War die letzten Tage auch wieder so. Zum Glück fahren wir ab dem Wochenende mal wieder einige 1000km für 3-4 Wochen. Da gibt sich das dann wieder - hoffentlich.

Danke für den Tipp - hatte alles so gemacht außer auf N geschaltet, auf die Idee bin ich nicht gekommen.
Habe das gleiche Problem und ehrlich gesagt sogar auch ein deutliches Schleifgeräusch inzwischen.
Die Erklärung ist mit natürlich bekannt, vor allem aber wenn man über Wochen mal keine Autobahnetappe hat und dazu immer wieder Salz-gestreute Straßen, wirds irgendwie schwierig. Muss man dann jede Woche mal ne Autobahn Runde einplanen? Kann es ja auch irgendwie nicht sein oder?

Es muss ja nicht Autobahn sein. Bei der Autobahn bietet sich halt die Ausfahrt an, aber es geht auch auf einem großen Parkplatz oder einer abschüssigen Straße.

Falsch, das ist ein Problem der Fahrzeuge die eine Deaktivierung der automatischen Feststellbremse nicht erlauben.
Ohne Feststellbremse ging es beim Verbrenner über eingelegten Gang bzw. blockierten Automatikgetriebe in „P“ , der elektrische Antrieb benötigt allein dazu eine zusätzlische Sperrklinke.
Der alte BMW I3 meiner Frau hat das, beim Polestar ist das Teil „weg gespart“ mit der Konsequenz des Festklebens der Bremse.

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Ich kann zwar nur vom 2er berichten - aber ich denke mal hier gilt es genauso. Man muss meiner Meinung nach zwischen 2 Dingen unterscheiden:

  • „Freibremsen“ bzw. das automatische Anlegen der Bremsbelägen - damit wird man Rost an der Scheibe los
  • Festkleben der Bremsbacken nach einer Fahrt im Regen

Der erste Punkt hat nur bedingt mit dem zweiten zu tun. Zumindest bei meinem 2er kleben die Beläge auf einer blanken Scheibe genauso an. Ich denke das Problem mit den Festkleben lässt sich höchstens mit anderen Bremsbelägen vermindern. Oder wie von @Landmatrose erwähnt - dass man das Anlegen der Beläge ganz ausschalten kann.

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Mal eine andere Frage, das Einlegen von „N“ ist bis Schritttempo ja kein Problem nehme ich an.
Aber wenn ich lese bei der Autobahnausfahrt…dann gehe ich nicht davon aus, dass ihr da zuerst auf 5km/h runterbremst und den Poli „gleiten“ lässt oder?
Ist es ok den „N“ bei höhreren Geschwindigkeiten einzulegen? Und umgekehrt ins „D“?
Danke für eure Insights :slight_smile:

Ja, das geht problemlos. Du kannst bei 100 km/h auch den N einlegen und dann wieder auf D umschalten.

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kann ich zu 100% unterschreiben. Ist beim 4er schlimmer als damals beim 2er … und es nervt.

Ok, danke. Dann habe ich etwas mehr Spielraum beim Trockenbremsen :slight_smile: