Polestar 2 - Übergabeerlebnis Pre-Owned, Meinung gefragt

Hallo liebes Forum,

Vor einiger Zeit hatte ich euch zu Infos über Pre-Owned befragt, ich wurde umfassend mit Antworten bedacht.
Kurzum: Es lief alles andere als unproblematisch, zuerst aber zum P2: Fantastisch! Der P2 ist ein großartiges, gutes Fahrzeug, ich freue mich (als großer Volvo / Polestar) Fan jeden Tag, den P2 in der Garage zu sehen.

Aber…
Die Übergabe war OK, das Fahrzeug wurde gebracht.
Die Reifen wurden, nach 4.500 km, von Continental Sport auf Pirelli Scorpion gewechselt. Ich frage mehrfach nach warum, das Profil sollte doch nicht abgenutzt sein… keine Antwort.
Zudem war leider zu dem Zeitpunkt Schatten, begutachtete das Auto und merkte an, dass es doch sehr schlecht aufbereitet sei.
Ich solle dies mit dem Handover Center besprechen, es sei kein Mangel hieß es dann als Antwort.

So weit so gut, trübt aber irgendwie das Erlebnis. Am nächsten Tag fielen mir dann jedoch einige Kratzer an der Fahrertür, Beifahrertür und Heckklappe (diese gingen bis auf das Metall durch) welche ich sofort meldete. „Man werde sich kümmern…“, es kam keine Antwort, ich Trottel habe es natürlich per Telefon anstatt Mail gemacht. Auch das erneute Fragen kurz bevor Rückgabeende (14 Tage) brachte ein „Es wird bearbeitet“, ein Drohen mit einer zügigen Bearbeitung, ansonsten Rückgabe nahm man zur Kenntnis. Gerade auch das, auf der Homepage versprochene, Batteriezertifikat fehlte. Dies war Ende Juli dieses Jahres.

Ende August kam dann eine Mail, dass man bezüglich der Reifen keine weitere Kulanz zeigt, da dies der „Qualität“ entspricht, dass das Batteriezertifikat erstellt wird und dass eine erneute Aufbereitung angestrebt wird. Zwei Wochen später, mittlerweile September.
Ich schrieb erneut, es kam zwei Tage später die Antwort, dass durch Prozesse alles sich verzögert und sowieso es sich zeigte, dass wohl auf Zeit gespielt wird. Daraufhin sagte ich, dass ich mich Unwohl fühle mit einer erneuten Aufbereitung beim Polestar Aufbereiter und ich gerne selbst dann mich drum kümmern würde. Prompt kam dann ein „OK, die Aufbereitung ist unwiderruflich storniert wurden“ und bei mir ein „wtf“ Moment, ohne auf meine genannten Punkte einzugehen.

Es erfolgte ein Mehrfaches hin- und her, viel Zeit und ich hatte die Forderung einer Preisminderung in den Raum gebracht da der Zustand des Fahrzeuges inakzeptabel ist. Dann erfolgte, nach mehrfachen und emotionalen Mails eine Kompensation von 250,- Euro. Ich konnte meinen Augen nicht trauen! Auch besprach ich offen das Vorgehen von Polestar, brachte meine Interpretation an, dass ich mich wie ein Kunde zweiter Klasse vorkomme und ich einen Anspruch auf Mangelnachbesserung nach BGB so und so habe.

Daraufhin kam dann wie folgt: Nein, diese habe ich nicht, da die Mängel „normale“ Abnutzungsspuren sind. Außerdem ist es, wir befinden uns im zeitlichen Ablauf Anfang September, für Polestar nicht mehr möglich nachzuvollziehen, woher diese Kratzer kommen - es könnte meine Schuld sein (meine Interpretation)

Ist dass das normale Vorgehen und der Umgang mit Kunden bei Polestar?
In Abklärung mit meinem Rechtsanwalt und privaten Stress / gesundheitlichen Problemen will ich keinen Rechtsstreit anstreben. Aber dieser E-Mail Verkehr ist es ebenfalls… man investiert > 60k Euro und wird so behandelt als Dank.

Wie findet ihr das hier geschilderte Erlebnis?
Ich habe euch die Fotos angehangen, die ich ebenfalls Polestar zugesendet habe. Wie soll ich mit der ganzen Sache umgehen, was ratet ihr mir?
Zumal ich wieder auf einige Fragen keine Antwort erhalten habe, seit über einen Monat auf Antworten warte. Mein Gefühl? Man will mich „loswerden“. Das Batteriezertifikat soll ich selbst anfertigen beim Fremdanbieter. Hier übernimmt man großzügig bis 100 Euro Aufwandskosten… dass ist ein Witz!

Ich bin sehr aufgebracht, eventuell sehe ich aber, wegen der immensen Geldsumme, dies alles nicht so gelassen wie ich es sehen sollte. Ist dies alles akzeptabel? Sind die Kratzer normale Gebrauchsspuren? Mein Volvo V60, ebenfalls Neuwagen, sah selbst nach 130.000 km wie neu aus. Ich habe einen recht hohen Anspruch, dass gebe ich freilich zu.

Viele Grüße

Michael







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Ich muss sagen dazu fällt mir nicht viel ein… außer unterirdischer Service in dem Fall. Das interessante ist bei mir wurden auch nach 6 Monaten sich Mängelmeldungen (Spaltmaße und ein Kratzer im Tacho der sich dann als Kleber der Folie herausgestellt hat) noch angenommen. Da sieht man mal wie unterschiedlich Serviceerfahrungen sein können.

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Stimmt, du erinnerst mich an was: Der Innenraum, gerade der Tacho + Windschutzscheibe ist auch dermaßen zerkratzt dass es bei tiefstehender Sonne doch echt schwierig wird etwas zu erkennen.

Ich wüsste nur, was ich jetzt tun sollte. Es ist alles sehr unbefriedigend in jeder Hinsicht…
Die haben sich halt den besten Kunden ausgesucht - wegen Masterthesis und Job nebenbei + Gesundheit einfach nicht das Durchhaltevermögen einen Rechtsstreit durchzustehen. Dass ist einfach zu viel.

Verkaufen und neuen bestellen. Die preowned waren bei Ps noch nie wirklich günstig. Ein Pkw ist es nie wert Magengeschwüre zu bekommen.

Das Problem beim Verkaufen ist halt die Inflation + Optionen.
Gerade, da ich häufig auch nachts fahre, wäre ein „vollständiges“ Pixel LED Fahrzeug ideal. Die Option Pixel Light ist auch irgendwie beim bestellen komisch: Man bekommt kein richtiges Pixel LED mehr, Grund angeblich Lieferschwierigkeiten, obwohl man es beim Polestar 3 sehr wohl bestellen kann.

Bei diesen Geschäftsgehaben wäre ein Verkauf mehr als denkbar, dann wird es jedoch (nach 20 Jahren ausschließlich Volvo und nun Polestar) kein Polestar oder Volvo mehr. Zu teuer für das Gebotene nach der Preiserhöhung.

Mit wem bei Polestar hast Du die Mängel besprochen und die emotionalen Mails ausgetauscht?

Die Support-Mitarbeiter haben als Aufgabe Dich abzuwimmeln, den Prozess hinauszuzögern und dann können sie viel leichter sagen, es sei nun zu spät und hoffen Du lässt das mit Dir machen.

Auch wenn es nochmal Stress bedeutet: ich würde mich hier freundlich, bestimmt an den Geschäftsführer wenden. Sachlich und ruhig bleiben, aber auf einen angemessenen finanziellen Ausgleich drängen.
250 € für die Lackprobleme sind sicher zu wenig und da Dir die Optik sehr wichtg ist, wäre Dir vermutlich eine echte Fehlerbeseitigung bei einem Profi-Aufbereiter sogar lieber. Schlag hier konkret Alternativen vor: Nachbesserung durch Polestar beauftragte Aufbereiter solange bis die Fehler mit Deinen kritischen Augen nicht mehr erkennbar sind, oder xxxx €.

Du hast ja viel Geld bezahlt und „Preowned“ gab es nicht beim Schotterplatz-Händler mit den bunten Wimpeln. Vollkomen zu Recht erwartest Du ein fehlerfreies Produkt.

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Ich kippe den Thread mal in Köln ein…
Das muss mal besprochen werden.

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Nein, keine Namen öffentlich nennen. Das nimmt jetzt seinen Lauf. Was aber raus kommt, kann ich nicht versprechen, aber die Geschäftsführung muss das wissen. Alex Lutz ist das übrigens nicht mehr, sondern Willem Boudewijns.

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ALexander Lutz ist schon lange nicht mehr GF.

Bullshit. Solange Du Namen unkenntlich machst, ist der Geltungsbereich der DSGVO nicht eröffnet.

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Kleiner Hinweis dazu: der Vertragspartner hat immer das Recht einen Mangel auszubessern. Wenn du also verweigerst, dass Polestar das bei sich ausbessert, dann verlierst du natürlich auch deinen Anspruch auf Beseitigung des Mangels. Nachtrag zur Spezifizierung: Man hat als Käufer zwar das Recht sich eine Methode zur Nacherfüllung auszusuchen, allerdings muss diese verhältnismäßig zur Nacherfüllung durch den Verkäufer sein, insbesondere in Form der Kosten. Das Auto einfach einem anderen Aufbereiter geben und diese Kosten einzufordern kann dann schon zu teuer sein. Alles weitere ist dann reine Kulanz, besonders da es für Polestar natürlich deutlich teurer ist einen Dritten zu bezahlen.

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Ich fasse meine Lesart zusammen: Polestar hat doch angeboten die Lackmängel zu beheben. Kunde heult weiter rum, er hätte aufgrund von Hörensagen kein Vertrauen und wolle lieber Kohle sehen. Polestar bietet Kohle an, aber Kunde will mehr. Da ist doch eigentlich klar wie das weitergeht.

Ich lese auf der Webseite auch nicht, dass der Kunde ein Batteriezertifikat erhält, lediglich dass der Batteriezustand überprüft wird.

Da weder der Kunde, noch Polestar Spaß an dem Deal haben, wäre für mich Rückabwicklung die naheliegendste Lösung.

Für „Kratzer bis aufs Blech“ ist das aber gutes Blech dass da nichts korrodiert. Das finde ich gut zu wissen. :+1:

Das versuchen viele Verkäufer ihren Kunden immer noch weißzumachen, aber das war einmal… Seit 2002 kann der Käufer als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen. (§ 439 (1) BGB)

Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen. (§ 439 (2) BGB)

Zu den weiteren Rechten des Käufers gehören noch Minderung, Rücktritt vom Vertrag und Schadensersatz.

Da hast du prinzipiell absolut Recht, rechtlich gesehen darf man das auch selbst wählen und verliert dabei nicht die Kompensation für den Mangel (habe meinen Beitrag korrigiert). In der Praxis kommt aber Absatz 4 um die Ecke, der setzt verhältnismäßige Kosten voraus.

Also ja, man könnte nach Absatz 1 auch einfach Geld fordern zur Nacherfüllung, aber eben in Höhe der Kosten der einfachsten Methode den Mangel zu beseitigen. Da ist man dann bei den Kosten die Polestar entstehen, wenn sie das selbst noch mal aufbereiten und das ist nicht viel und macht niemanden glücklich. Alles darüber muss sich an dem Wort „verhältnismäßig“ messen und da wird’s dann kompliziert.

Diese Verhältnismäßigkeit muss eben gewahrt sein, hier ist zwar sehr viel von Gefühlen und Ärger die Rede, aber rein vom Mangel her ist der in Relation zur Sache eher minderer Art, wenn nicht sogar kein Mangel, besonders bei Gebrauchtwagen muss man da mit einigem Leben. Wir reden halt nicht von „diese 50€ Ware ist fast vollständig kaputt, ich fordere Ersatz“, sondern von einem strittigen Mangel im Wert von 0,2% des Kaufpreises.

(Habe mir die Bilder mal angeschaut, von den Kratzern her würde meiner Meinung nach höchstens der ganz lange im 4. Bild durchgehen, der Rest sind Gebrauchsspuren.)

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Kann sein dass das auf den Bilder anders wirkt - aber ich sehe das genauso. Da kann man sich auf jeder flotten Autobahnfahrt schlimmere Steinschläge holen. Wenn man eine Neuwagenlackierung erwartet ist es sicher stressfreier gleich zu einem Neuwagen zu greifen.

Und das Reifenproblem verstehe ich auch nicht ganz - es sind vor Übergabe neue Reifen eines anderen Herstellers aufgezogen worden? Und wo liegt da konkret das Problem?

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Genau das macht sie doch zu Gebrauchsspuren, diese Macke in der Heckklappe hatte meiner nach 2.000km nach Kontakt mit der Decke einer Tiefgarage. Genauso die Macke in der Tür die offenbar gegen ein Hindernis gekommen ist, solche „Missgeschicke“ sind alltäglicher Gebrauch und gehören zu den ertragbaren Gebrauchsspuren. Genauso Kratzer in den Griffmulden, an den Türgfriffen, in den Stoßfängern an den äußersten Kanten des Fahrzeugs. Solange das Auto nicht frisch vom Schiff gefallen ist, gehört das zu dem normalen Zustand eines gebrauchten Fahrzeugs.

Genau deshalb sind Gebrauchtwagen üblicherweise günstiger als Neuwagen. Der Vorbesitzer hat seine Gebrauchsspuren im Wertverlust des Fahrzeugs bezahlt. Das man fast den Neuwagen zahlt und auch noch 2 Jahre Garantie bekommt gibt vielleicht das Gefühl, dass der Wagen quasi Neu sein muss, aber es ist halt immer noch ein Gebrauchtwagen und darf gebraucht sein.

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Da steht doch nirgends was von Batteriezertifikat das übergeben wird? Damit dann einen Hersteller festnageln wollen wird sicher problematisch…

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Auch wenn ich mich damit jetzt unbeliebt machen sollte: ich verstehe deine Ansicht ehrlich gesagt in keinster Weise.

Zunächst einmal handelt es sich um einen Gebrauchtwagen. Die gezeigten Bilder zeigen keinen Schaden, der in irgendeiner Weise unüblich wäre. Das sind in meinen Augen ganz normale Gebrauchsspuren.

Und das Batteriezertifikat: hier verstehe ich nicht, wie man aus dem Text herauslesen könnte, dass ein solches von Polestar ausgehändigt wird. Es steht lediglich drin, dass der Zustand der Batterie geprüft wird / wurde. Von einer Bescheinigung / einem Zertifikat steht dort nichts. Ich finde nicht, dass das irgendwie interpretationsabhängig wäre. Du schreibst selbst: „Für mich liest es so, dass das Auto eine fahrzeugspezifische Wartungs- und Besitzbescheinigung übergeben wird.“ Das wären dann das Serviceheft und der Fahrzeugschein.

Aus meiner Sicht ist mehr als eine erneute Aufbereitung nicht drin und ich kann nicht erkennen, an welcher Stelle ein Versprechen gebrochen worden sein soll.

Wenn ich als Händler eine Mail wie die deinige zu lesen bekäme, wäre mein nächster Schritt die Übergabe an die Rechtsabteilung.

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Ich kann nur Folgendes dazu sagen:

  1. Dein Wunsch nach Nachhaltigkeit und dein Hang zum Perfektionismus passen nicht zusammen.
  2. Du kannst nicht von anderen erwarten, dass sie den gleichen Anspruch an ein Fahrzeug bzw. an den Umgang mit einem solchen haben.
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@PS-Driver Flotte Nachricht zurück: Zu Punkt 1 hast du absolut Unrecht, und ohne weiteren Kommentar ist Perfektionismus gerade im Punkt Nachhaltigkeit wichtig.
Punkt 2: Nein, dass habe ich auch nicht so formuliert!