Stromspeicher kontra Ladezeitbegrenzung

Droht uns eine Ladezeitbegrenzung?
Fernzugriff auf Wallbox u. Co.?
Dann kann ich noch laden über 220V Steckdose oder 400V Kraftanschuß!
Wie auch immer -

Ich denke nicht, da es technisch kaum zu steuern ist. Überall, angefangen beim Ortsnetz müsste massiv aufgerüstet werden.

Das ist der falsche Weg und m.E. gezielte Propaganda gegen die E-Mobilität und wenig begründet….

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@Heinrich : worauf bezieht sich dein neuer Thread? Kannst du das bitte noch anfügen, danke.

Allgemein betrachtet werden aus meiner Sicht - neben eines sinnvoll durchdachten und ausgeführten Ausbaues des Stromnetzes - funktionierende und transparent kommunizierte Systeme der Stromlieferanten für eine intelligente Steuerung der zur Verfügung stehenden Strommenge wohl sinnvoller sein, als durch Abwarten oder durch eine „es-wird-schon-nicht-so-weit-kommen“-Haltung provozierte Unterbrüche des Stromnetzes, wenn zu viele gleichzeitig möglichst schnell laden wollen… Jedenfalls viel besser und flexibler, als zeitlich fixe Einschränkungen für Wallboxes (wie früher mal für Waschmaschinen, Boiler o.ä. „Stromfresser“)…

Oder es wird über den Tarif gesteuert:
wer zu Spitzenzeiten Strom verbraucht, zahlt eben mehr.
Dadurch regelt sich das auch schön.
In europäischen Nachbarländern ist das ja schon üblich, dort kann keine Spülmaschine/Waschmaschine/Trockner mehr ohne Zeitsteuerung verkauft werden.

Intelligente Wallboxen werden dann günstige Zeiten nutzen.

— ich glaube eher daran dass es unangenehmer oder teurer oder beides - wird :cry:

Hmmm…. Also für die bereits installierten Boxen ist das ja nun nicht mehr möglich und letztlich brauchst du auch hinter dem 400V Drehstromanschluss irgendeine Art „Wallbox“.
Von daher kann ich mir so etwas schon schwer vorstellen.
Außerdem müssen Wallboxen, je nach Bundesland, angemeldet (meist 11kW), oder genehmigt (22kW) werden.
Das machen die Energieversorger nicht um ihre letzten Stempelkissen zu verbrauchen, sondern, weil sie die Auslastung der Leitungsauslegung von der Erzeugung bis zum Endabnehmer im Blick behalten müssen.

D.h. ich würde an manchen Stellen eher erwarten, dass punktuell keine Wallbox genehmigt wird, weil die Last in der Straße/Stadtteil zu hoch wird.

Das wird der Stromnetzbetreiber früher oder später über das Lärmmanagement regeln. Alle Wallboxen, für die die KfW-Förderung in Anspruch genommen wird oder wurde können das prinzipiell.
Da wird mit Sicherheit eine Regelung/Verordnung/Gesetz kommen, mit der sich der Betreiber dann den Zugriff auf die Wallbox gewähren lässt oder die Genehmigung für den Betrieb wird verfallen.
Pauschal keine neuen Genehmigungen zu erteilen halte ich für unwahrscheinlich, wegen Gleichberechtigung.

Nein, pauschal nicht. Aber lokal, aufgrund technischer Limitierung.

:postal_horn: :partying_face:

Stand heute ist das technisch nicht machbar, KfW hin oder her. Eine KfW geförderte Wallbox die bei mir installiert wurde hat gar keinen Anschluss ans Internet. Steuerung von aussen ist, so wie sie installiert ist, nicht möglich. Ihre einzige Verbindung zur Aussenwelt ist der Stromanschluss. Sie soll einfach laden wenn man das Auto ansteckt, mehr nicht.

  • Natürlich könnte man das Laden zu bestimmten Zeiten verbieten. Wird man aber sicher nicht tun. Und wenn: wer würde sich daran halten und wer wollte das kontrollieren?

  • Natürlich könnte man durch einen zeitvariablen Tarif das Laden zu bestimmten Zeiten teurer machen. Das wäre aber eine sinnvolle und smarte Lösung, daher wird das nicht so bald kommen. Nicht in D wo man in der Fläche noch nicht einmal sinnvoll smarte Stromzähler hinbekommt.

Mal ganz abgesehen davon: wie sollte das werden? Schnarchladen zu Hause zu bestimmten Zeiten beschränkt, Schnelladen unterwegs aber möglich? :grin:

Das Thema war ja Anfang des Jahres bereits hochgekocht, wurde dann aber vor der Wahl auf die lange Bank geschoben:

Wollen tut das niemand, die Frage ist ob sich das Netz schnell genug weiterentwickelt.

Das Thema könnte durch intelligente Energiepolitik geregelt werden: Tarife nach aktuellem Strom-Angebot durch die Erneuerbaren.
Durch die Zunahme der Erneuerbaren (Wind,PV) entsteht immer höherer Bedarf an Speicherung. Das kann flächendeckend u.a. durch Hausspeicher, Steckdosenspeicher und die E-Fahrzeugflotte erledigt werden. Bei Sonnenschein und bei Wind bekommt man den Strom billiger. Jeder Abnehmer denkt mit und stellt sich darauf ein, weil er einen Nutzen davon hat.
Technisch ist das kein Problem.

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Das Thema gibt es bei allen “Großverbrauchern”. Wenn man einen Wärmepumpen Tarif hat, dann darf der Netzbetreiber auch 1h pro Tag abschalten. Passiert fast nie was man so hört.
Ich hab PV auf dem Dach daher hat sich der Aufwand für den zweiten Zähler nicht gelohnt.

Das dachte ich, bis vor ein paar Jahren, bzgl. meiner PV-Anlage auch.
Dann kam eine Verpflichtung zur Nachtrüstung (Funkempfänger zur Leistungsreduktion durch Netzbetreiber). Gab einfach nur die Wahl: Nachrüsten oder die Anlage geht vom Netz, also in den sauren Apfel gebissen und nachgerüstet (auf eigene Kosten).
Leistungsreduzierung oder gar Abschaltung gab’s noch nie…

Der EVU weiß in welchem Haushalt WB installiert sind (11kW Meldepflicht, 22kW Meldepflicht+Genehmigung). Es ist also ein Leichtes durch eine Nachrüstpflicht die Abschaltung zu realisieren und wenn’s nicht nachrüstet wird eben dein Hausanschluss/Unterverteilung auf xykW begrenzt.
Es wäre techn. möglich eine begrenzte Abschaltung zu realisieren und bei politischem Willen auch umsetzbar auch bei einer „dummen“ Wallbox.

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Wenn man den öffentlichen Diskurs von diesem Unsinn wegbekommen würde, dann wäre der Gesellschaft sehr geholfen. Eine hoffentlich bald größere und flächendeckende Flotte von E-Fahrzeugen würde mit den installierten Speicherkapazitäten die Energieabnahme ausbalancieren. Spitzen gäbe es dann immer weniger und keiner müßte (vorgeschobene) Angst haben, dass bei ihm das Licht ausgeht.
Aber darüber hinaus ist es technisch natürlich kein Problem, die Abnahme zu begrenzen. Technisch.
Politik und wirtschaftliche Interessenlage sind andere Kategorien. Aber das wird sich geben.

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Ich hoffe du behältst Recht!
Es sieht derzeit für mich ein wenig nach einen „Wettrennen“ aus, zwischen denen die (unbegründet) Angst haben, dass das Licht ausgeht und den Realisten, die auf Spitzenglättung und verteilte Ladezeiten setzen.
Wenn’s dumm läuft, wird es so wie ich oben mit der PV-Anlage geschrieben habe: wir werden zur Nachrüstung verdonnert, aber sie wird nie benutzt werden (müssen).
Es ist dann einfach ein Sponsoring des E-Handwerks, des EVUs und der Elektronik-Industrie.

ich bin optimistisch. Es können sich künftig sogar Nicht-E-Autobesitzer an einer venünftigen Energiewirtschaft beteiligen … wenn die Politik die Energieversorger zu vergünstigtem grünem Strom verdonnert.
Künftig kann z.B. jeder in seinem Wohnzimmer einen Speicher in die Steckdose stecken und den dann laden, wenn der Tarif günstig ist. Und ihn verbrauchen, wenn der Tarif nicht günstig ist. Jeder kann mitmachen und hat was davon. Ginge ganz einfach … ich würde die Dinger sogar im Leasing anbieten.

Die aktuell in E-Autos verwendeten Lithium-Cobaltoxid-Akkus würde ich nicht als Zwischenspeicherlösung einsetzen wollen. Auch wäre ich nur gering motiviert, mein Fahrzeug jede Nacht anzustöpseln, wenn ich es eigentlich nur einmal in der Woche laden muss.
Für die im Heimspeicherbereich eingesetzten Lithium-Eisenphosphat-Akkus greift dieses Szenario schon eher. Zweifel habe ich da auf der monetären Seite - selbst für PV-Betreiber sind die Speicher aktuell in aller Regel noch unwirtschaftlich. Wie soll sich das dann rechnen, wenn ich (ohne PV) meinen Speicher ausschließlich dem Netzbetreiber zur Verfügung stelle, aber ihm aufgrund von Ladeverlusten von 10 gelieferten kWh nur 8,5 kWh zurückliefere?
Aber egal wie: eine flächendeckende Lösung zur Netzstabilisierung ist das nicht. Bei einem vollständigen Umbau auf erneuerbare Energien werden wir bei Dunkelflauten die aktuell in D erforderlichen Leistungen von bis zu 80 GW und mehr - auch und insbesondere über einen längeren Zeitraum (täglicher Energiebedarf im Schnitt 1,5 TWh) - nicht aus Batterien bereitstellen können. Das einzige Speichermedium hier wird Wasserstoff sein, weil hier (teilweise) bereits auf bestehende Infrastruktur der Erdgaswirtschaft zurückgegriffen werden kann (Kavernenspeicherung und Gaskraftwerke mit entsprechender technischer Umrüstung).

Ja, da gibt es aber einen wesentlichen Unterschied. Bei der PV willst Du Geld von denen für Deine Einspeisung. Wenn Du nicht mitmachst kriegst Du kein Geld mehr.

Mit der Wallbox kaufst Du Strom von denen, d.h. die wollen Dein Geld bekommen.

— Du kannst Dich drehen wie Du willst - - - - - - - - bleibt immer hinten! :blush: