Verdacht zum Verbrauch

Nach einigen Wochen mit dem Polestar 2 bei manchmal recht kühler Witterung (besonders nachts) kommt mir zunehmend der Verdacht, dass die im Vergleich zu Tesla deutlich höheren Verbrauchswerte zum Teil von einem weniger gut steuerbaren BMS herrühren.

Ich vermute beim P2 springt bei kühlem Akku die Akkuheizung (AH) auch bei Kurz- und Kürzeststrecken automatisch an. Das ist im Winter aber schädlich für den Verbrauch zb in der Stadt.

Zum Vergleich: fahre ich mit meinem Tesla im Winter Kurzstrecke z. B. 10 km ins Büro, so brauche ich mit eingeschalteter AH über 330 Wh/km, bei ausgeschalteter AH 230 Wh/km. Bei solchen kurzen Strecken zieht die AH extrem viel Strom um den Akku anzuwärmen, der dann bei Ankunft am Ziel noch lange nicht optimale Temperatur hat und auch gleich wieder bei 8 Stunden Standzeit auskühlt, so dass sich das Spiel bei Heimfahrt wiederholten würde.

Daher schalte ich im Winter auf Kurzstrecke (nicht verwirren lassen!) den Range Mode (Reichweitenmodus) des Teslas AN, das schaltet nämlich unter anderem die Akkuheizung AUS solange der Akku nicht durch niedrige Temperaturen gefährdet wird. Dann heizt das BMS den Akku natürlich schon.

Niedrigste Verbräuche im Winter erziele ich indem ich das Laden daheim so einstelle, dass der Ladevorgang kurz vor Abfahrt beendet ist. Dann fährt man mit wohltemperiert Akku los und hat die AH sozusagen aus dem Netz und nicht dem Akku selbst entnommen (umsonst gibt’s nix im Leben :wink:)

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Das ist auch meine Hoffnung und ich deshalb mit Softwareupdates noch was fixen lässt.
Wie Du schon berichtest ist der Verbrauch auf Kurzstrecke extrem hoch, obwohl nur sehr vorsichtig gefahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten (also nur Stadtverkehr).
Auf einer längeren Strecke sinkt dann auch bei mir der Durchschnittsverbrauch, obwohl ich dort dann zügiger unterwegs bin.

Ja Tesla ist da in diesem Punkt auch (wie mit den meisten Sachen) einfach weiter als andere Hersteller.
Man überlässt dem User gewisse Entscheidungen selbst - Kann mir aber vorstellen, das dies bei Polestar nicht gewollt ist, da es gegen das selbst initiierte Nutzungskonzept von „Schlicht und Simpel“ verstößt.

Meine Hoffnung ruht nun noch auf den Tausch der (nun doch beiden) Inverter bzw. Frequenzumformer der Antriebsmotore.
Denn als Elektrotechniker kann ich nicht ganz nachvollziehen wieso diese für das 12V-Bordspannungsproblem verantwortlich sein sollten…

Evtl. sind die ja mitunter so schlecht designed oder tragen einen so merkwürdigen Fehler in sich, daß die die Energie dort quasi wie verrückt verbraten wird.

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Das mit dem Verbraten von Energie wäre auch meine Einschätzung, weil bei jeder „Schnarchladung“ ein deutlich warmer Wind aus den vorderen Kühleinlässen ausströmt.
11Kw sind sicherlich kein Pappenstil, sollten aber nun wirklich nicht zu einem solchen Wärmeverlust führen.
Nach Abschluss der Ladung (Limit erreicht) heult der Lüfter - auch bei kalter Witterung - regelmäßig für 20-30 sek. auf (Alarmanlage daher OFF). Auch ein Indiz für Deine Theorie.
Hoffen wir also mal das Beste…

Das wäre dann jedoch der OBC (On Board Charger) und keines der Antriebsfrequenzumformer.
Es bleibt auch jeden Fall spannend.

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Gibt es dann beim Tesla mit dem „kalten“ Akku eine Leistungsbeschränkung?
Deine Beobachtungen kann ich bestätigen. Heizt man das Auto vor dem Start vor erscheint mir der Verbrauch auf Kurzstrecke deutlich niedriger

Ist es denn nicht für den Akku gesünder, wenn er im warmen Zustand seine Leistung abgibt? Ich meine, die AH wird ja ihre Berechtigung haben.

Ja, wenn der Akku sehr kalt ist gibt es eine Rekuperationsbegrenzung (ist ja eine Ladebegrenzung) nach unten und eine Leistungsbegrenzung nach oben jeweils zur Akkuschonung.

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Im wesentlichen ja. Bei sehr kaltem Akku würde ich wie bei einem sehr kalten Verbrenner nicht sofort Vollstrom auf der Autobahn fahren. Der wird dann dort aber sehr schnell warm, in der Realität wohl eigentlich schon auf dem Weg zur Autobahn, und es würde eh nur um das volle Durchtreten des Spasspedals gehen. Eigentlich würde ich da dem BMS voll vertrauen.

Die Akkuheizung hat schon Sinn um den Akku zu schonen und vor allen zügiger auch an die volle gespeicherte Kapazität zu gelangen (Chemie am Werk). Allerdings bringt das auf einer Kurzstrecke im Winter morgens hin und abends zurück gar nichts außer Stromverluste. Dafür reicht die Heizzeit einfach nicht aus.

Womit ich sehr gut Leben könnte.
Auf dem Weg zum Sport… 10km pro Strecke, nur Stadt mit 50 und 30… komme ich tlw auch auf Verbräuche von 25-30kWh/100… die ersten 3-4km ist es sogar noch deutlich mehr.

Jetzt die letzen paar Tage, wo es wieder etwas wärmer war, ging es deutlich nach unten mit dem Verbrauch.

Also die Innenraumheizung ist es jedenfalls nicht, die so frisst.

Bin mal ohne gefahren (Lüftung etc. ganz aus). Das bringt so gut wie gar keinen Unterschied.

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Dass hier im Forum der hohe Stadt und Kurzstreckenverbrauch doch relativ spärlich thematisiert worden ist, hat uns überrascht. Vielleicht ist der HVCH ja mit einer der Haupt-Übeltäter.

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Also ich meine, dass wenn ich mit der Parkklima vorheize (evtl. wird hier auch der Akku vorgewärmt?) ist der Verbrauch deutlich geringer, als wie wenn ich diese Prozedur nicht mache.
Ist besonders die letzten, kalten Tage aufgefallen…

Gut möglich. Am billigsten ist das aber in jedem Fall; wenn der Wagen dabei am Stromnetz hängt, und auch nur das geht nicht auf die Reichweite beim Losfahren.

Meiner wurde ja getauscht…habe gestern neue Winterschlappen bekommen (Michelin Pilot Alpin 5 auf 3,2 Bar) und heute bei 10°C, trockene Straße mit max. 120 auf der AVUS einen Verbrauch von knapp 27 kWh/100km gehabt…das hat mich echt ein wenig fertig gemacht…die Heizung ist es jedenfalls nicht. Am Montag fahre ich nach München, da schaue ich mal wie es sich einpendelt auf einer etwas längeren Strecke.

Bei mir pendelt sich der Verbrauch auch bei rund 26 kWh/100km ein, mehr als 280km Reichweite habe ich nicht wenn ich den Akku von 100% auf fast 0% runterfahre. Das ist dann doch etwas enttäuschend für eine komplett neue Fahrzeugentwicklung.

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Und ist auch ehrlicherweise weit von den Werbeaussagen und den online gestellten Reichweitentools entfernt.

Hast du einen P2 oder P2P?

Nachdem mit dem aktuellen Rückruf, bei beinahe allen Fahrzeugen, zwei sehr zentrale Komponenten bzgl. Antrieb und Temperaturmanagement der Batterie ausgetauscht werden, besteht zumindest ein wenig die Möglichkeit, dass diese zur Zeit den Verbrauch (zeitweise/temperaturabhängig) negativ beeinflussen könnten.

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Es geht ja auch nicht nur um Reichweite sondern auch um die Kosten. Wenn man jetzt viel Kurzstrecke fährt und über 30kwh/100km verbraucht, zahlt man da beim zuhause laden schon fast 9€/100km. Wenn man jetzt beim Model 3 20kwh/100km ansetzt(wahrscheinlich sogar weniger wenn ich die Daten von George sehe) ist man bei 6€/100km. Das sollte man auch nicht unterschätzen, außer man hat eh eine PV Anlage auf dem Dach und bezieht den Strom umsonst

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Ich fahre den P2 mit 19"

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