Hm, grade habe ich etwas Probleme zu verstehen, in wie fern deine Rechnung deine Aussage unterstützt:
Was man recht deutlich sieht: In der Ebene steigt bei 5% höherer Geschwindigkeit die Antriebsleistung um 12,5%. Im Gefälle sinkt sie um 4,8% (also Zunahme der Rekuperation). Der Energetische Nutzen des Rekuperierens beim Bergabfahren bleibt also bei gleicher Strecke recht ähnlich, unabhängig von der Geschwindigkeit.
Und das, was Doc und Ich beschrieben haben, war ja das mitnehmen des Schwungs. Du hast mit deiner Rechnung also gezeigt: Die Rekuperationsenergie bleibt Streckenbereinigt beinahe gleich, auch wenn man schneller bergab fährt. Das Interessante am „Schwung mitnehmen“ ist ja aber, dass man oben die Erdbeschleunigung zum Beschleunigen des Fahrzeugs nutzt, um Unten später erst wieder Luft- und Rollwiderstand kompensieren zu müssen.
Mal die Geschwindigkeitsüberschreitung des Tempomaten vs DOCs Szenario und die damit höhere kinetische Energie des Autos betrachtet:
dv = 3 km/h = 0,83 m/s
m = 2_200 kg
dE_kin = 1/2 * m * dv² = 758 J (bei 30km/h: 76_328 J)
758 J = 0,21 Wh
76_328 J = 21,2 Wh
Das ist also Energie, die dem Auto zur Verfügung steht, die nicht erst in den Akku herein und später wieder heraus gewandelt werden muss, also quasi Verlustfrei.
Wenn man jetzt einfach mal 210 Wh/km (= 21 kWh/100km) zugrunde legt. Dann spart DOC mit seiner Fahrweise ca. 10%. Allerdings nur, wenn 1x pro km ein Hügel auf der Strecke ist, bei dem er 30km/h allein durch Rollen zulegen kann. Bei der Tempomatüberschreitung sind es dann nur noch 0,1% bei dieser „Milchmädchenrechnung“. In der Realität wird der Effekt noch mal deutlich geringer ausfallen. Schließlich wurde die „fehlende“ Geschwindigkeitszunahme rekuperiert. Also müsste man hier noch mal den Wirkungsgrad Rad → Akku → Rad als Faktor mit einberechnen.
Der Aussage „Einhalten der Geschwindigkeit bergab mit Rekuperation ist um ein Vielfaches energetisch günstiger als Missachten des Sollwert bei gleichzeitiger Überschreitung“ muss ich also widersprechen. Es ist schlichtweg egal.
Mein Fazit wäre eher: Es hat rechnerisch einen energetisch positiven Effekt, bergab schneller zu werden und anschließend zu rollen. Aber dieser Effekt geht bei grade mal 3 km/h in den Randbedingungen der Realität völlig verloren. Daher würde ich persönlich den höheren Komfort eines exakter regelnden Tempomaten dieser „Verbrauchsoptimierung“ jederzeit vorziehen.
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