Danke für den weiteren Austausch. Ein paar Gedanken zu Punkten, die noch nicht so ausführlich besprochen wurden:
Ich komme von einem Tesla Modell 2021 (das mit den Schwarzen Türgriffen).
Aus meiner Sicht verliert der Polestar gegen Tesla in Softwarefragen durchgehend – sei es bei Assistenzsystemen, Update-Geschwindigkeit oder Zuverlässigkeit.
Beim Tesla konnte ich auf der Autobahn entspannt fahren, vor allem in den letzen Softwareversionen - ich würde schätzen ab 2024 - waren die Phantombremsungen fast komplett weg. Unzulänglichkeiten des AutoPilot konnte ich durch Kennen des Verhaltens gut vorhersagen und entsprechend eingreifen.
Beim P4 muss ich auch bei über 100 km/h im Vergleich viel aufmerksamer bleiben, weil er nicht mal gleichmässig mittig in der Spur fahren kann. Wo der P4 punktet: Fahrkomfort, Innenraum, Verarbeitung. Aber das ist eben was anderes, nicht Software. - und Sitzheizung und Heiz- Kühlleistung zahlen auch nicht auf dieses Konto ein.
Schildererkennung und Touchpanels
Bei mir übernimmt der P4 aber radikal Tempo-60-Schilder von Autobahnausfahrten, auch wenn ich auf der mittleren oder linken Spur fahre. Dann muss ich den schwammigen Druckpunkt des Gaspedals aushalten oder mit den Touchpanels am Lenkrad die Geschwindigkeit mühsam wieder hochklicken.
Die Touchpanels sind unpräzise und erfordern zu viel Aufmerksamkeit – physische Tasten wie beim Tesla waren sicherer.
Dashcam – halbfertige Lösung
Ich bin froh, dass die Dashcam mitlerweile funktioniert. Aber nur die Frontkamera aufzuzeichnen ist eigentlich unsinnig. Bei Auffahrunfällen von hinten, Parkschäden oder seitlichen Kollisionen bringt mir das wenig. Das Auto hat mehrere Kameras – warum werden die nicht genutzt?
Das Grundproblem: Bewährte Technologie scheitert
Was mich, wie gesagt, besonders irritiert: Die meisten kritisierten Funktionen sind keine revolutionäre E-Auto-Technologie, sondern Basis-KFZ-Technik seit Jahrzehnten. Heizdrähte, Spurhalteassistenten, Schildererkennung, Notbremsassitent usw.
Ich hatte mit Kinderkrankheiten bei neuen Features gerechnet, nicht damit, dass grundlegende KFZ-Funktionen nach über einem Jahr nicht zuverlässig arbeiten.
Inkonsistente Updates
Während manche von Verbesserungen berichten, nehme ich eine deutliche Verschlechterung beim ACC nach dem letzten OTA wahr. Testen verschiedene Fahrzeuge unterschiedliche Software-Stände? Diese Inkonsistenz macht es schwer einzuschätzen, ob Updates helfen oder schaden.
Fehlender Parkassistent
Hier wurde angesprochen, warum es keinen Parkassistenten gibt: Das ist tatsächlich schwer nachzuvollziehen. Kameras sind reichlich vorhanden, ebenso Sensoren und offenbar die technische Basis für semi-autonomes Fahren. Dass dieses Feature komplett fehlt, während Volvo es seit Jahren anbietet, wirft Fragen auf – besonders bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse.
Langfristige Perspektive
Da ich das Auto für eine längere Nutzungsdauer angeschafft habe, hatte ich mir mehr „Futuristische Features“ und damit eine gewisse Zukunftssicherheit erhofft – auch mit Blick auf autonomes Fahren. Die aktuellen Softwareprobleme und die fehlende Kommunikation zu geplanten Features machen es schwer einzuschätzen, wie sich das Fahrzeug in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Unsicherheit bei dieser langfristigen finanziellen Verpflichtung bleibt daher bestehen.
Ich kann nur hoffen, dass ich mit Ende meiner Leasingzeit ein fertiges Auto habe, welches auch noch ein paar fortschrittliche Features hinzubekommen hat.