Mein Jahr mit dem Polestar 4: Von Begeisterung zu Ernüchterung

Ja, den Spass habe ich mit dem Polestar auch hin und wieder – Fahrassistenz, die sich ohne klare Vorwarnung verabschiedet, gibt’s hier leider ebenfalls. Gefühlt ist das Verhalten ziemlich vergleichbar.

Zur Ladestandprognose: Ich habe das inzwischen auch nicht mehr als allzu problematisch wahrgenommen. Ich werde aber Anfang Februar einen Roadtrip nach Köln machen und nochmal genauer darauf achten.
In einem früheren Softwarestand war die Prognose unnütz. Auf meiner Pendelstrecke in der Schweiz gibts da keine nennswerten Abweichungen: Ist aber auch nur auf jeweils ~50km.
Mal sehen wie das in Deutschland ist wenn man zwischen 125 und 140 fährt.

Ich habe jetzt mal auf den Hinweis eines Forumnutzers hier die Klima auf ECO gestellt und im Stadtverkehr ergibt sich bei mir ein deutlich verringerter Verbrauch und damit ist auch die GM Angabe des SoC am Ziel genauer. Allerdings ist das aus meiner Sicht noch nicht repräsentativ und ich müßte beobachten ob die Heizung in Eco auf Langstrecke ausreichend ist, es eine Auswirkung auf den berechneten Ziel-SoC hat und ob die inzwischen um fast 10K höheren Außentemperaturen nicht doch das Ergebnis verfälscht haben

Ich fahre immer mit der Klima auf ECO. GM lag bei der Angabe des SoC am Ziel im Winter dennoch 15% daneben.

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Ich fahre meinen PS4 nun auch schon fast ein Jahr lang und bin nach wie vor begeistert. Er gefällt mir besser, als der PS2, den ich vorher 4 Jahre gefahren habe. Er hat mehr Platz, ist deutlich komfortabler und einfach stylischer. :grinning: Was mich nervt sind nur Kleinigkeiten: warum muss ich bei jeder Fahrt das Radio an und den Scheibenwischer ausschalten? Die Einstellung kann er sich doch merken. Außerdem ist mir der Scheibenwischer bei leichtem Regen zu nervös, egal bei welcher Einstellung. Warum gibt es hier 7 Stufen, die sich aber kaum unterscheiden? Ist 1 am empfindlichsten oder 7? Ich merke fast keinen Unterschied.

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Ich habe auch eine Gleitsichtbrille mit 2,75 Dioptrin in der Nähe. Am Anfang war es ungewohnt mit dem Rückspiegel, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt

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Das ist eine reine Gewöhnungssache. Wenn es mit Gleitsichtbrille nicht möglich wäre, den Rückspiegel anzuschauen, dann hättet ihr doch alle auch Probleme mit Tacho und Center Display. Das sind genauso Bildschirme und auch noch in einem ähnlichen Abstand. Und ich habe noch von keinem Brillenträger je gehört, der seinen Tacho oder seine Displays nicht ablesen kann.
Das „Problem“ ist hier das Muskelgedächtnis, wodurch das Auge anders fokusiert. Aber da gewöhnt man sich schnell dran. Ich hatte nach einer Woche kein Problem mehr.

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Aber in einem anderen Winkel.

Zur Ladestandprognose:

Interessant mit der ECO-Einstellung da merke ich eigentlich keinen Unterschied, ausser dass die Heizleistung noch ein wenig schlechter ist. Meine Ladestandprognose war auf meiner 50km Pendelstrecke am Montag um -1% genau. Das ist ok. Aber ich Fahre wie gesagt in der Schweiz, dort ist es mit den Geschwindikeiten so eine Sache.

@GorBes:

Freut mich, dass Du so zufrieden bist, nachdem ich mal einen PS2 als Leihwagen hatte, kann ich dich da auf jeden Fall verstehen!
Beim Scheibenwischer bezweifle ich, dass diese Abstufungen schon richtig implementiert sind, ich merke auch überhaupt keinen Unterschied, was schade ist, da ich bei den Intervallwischern immer leicht genervt bin wenn die schon den ersten kleinen Tropfen wischen wollen.

Edit:
ich habe über den Teil mit der Abweichung nochmal nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Abweichung um -1% auf nur 50km garnicht mal so gut ist.

Ganz genau. Ich nutze auch eine Brille und habe damit keine Probleme. Man schaut einfach gezielt auf den Spiegel, so wie man das auch mit anderen Bildschirmen macht (z.B. Smartphone, Bildschirm über der Mittelkonsole, Tacho etc.).

Nein, da muss ich widersprechen. Ich habe ebenfalls eine Gleitsichtbrille und damit meine Probleme mit dem E-Spiegel. Bei einer Gleitsichtbrille ist unten der Nahbereich und oben der Fernbereich. Wenn ich auf den Tacho schaue, muss ich meinen Kopf nur minimal bewegen. Wenn ich jedoch in den Rückspiegel schaue, muss ich den Kopf stark nach hinten neigen, damit das Bild scharf wird. Ich komme zwar damit zurecht, aber der Verkehr hinter mir bleibt unscharf.

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Exakt, und genau das ist der relevante Punkt.
Beim Tacho wird durch den unteren Teil der Brille geschaut (Nahbereich), beim Rückspiegel ist die übliche Kopfhaltung aber dazu nicht geeignet - da ist es eigentlich der obere Teil (Fernbereich) der Brille der genutzt wird.
Es wäre notwendig „hochnäsig“ in den Rückspiegel zu schauen, um den Nahbereich zu nutzen.

Wie stark das ausfällt ist sicher auch noch mal davon abhängig, wie viel Dioptrien zwischen den beiden Bereichen liegt - je weniger, desto leichter fällt es den Augen vielleicht, den „falschen“ Fokus vorübergehend zu kompensieren, und deshalb den Fernbereich „mal“ nutzen zu können.

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Update nach ~1000 km Roadtrip nach Köln und zurück

Die Fahrt ist abgeschlossen und ich kann ein gemischtes Fazit ziehen.

Das Positive

Der Sitzkomfort ist wirklich hervorragend, auch nach langen Etappen keine Ermüdung. Auch die Klimatisierung hat auf dieser Fahrt gut funktioniert.

Die Probleme

Leider gab es drei wesentliche Punkte, die mir die Fahrt massiv verleidet haben:

1. Pilot Assist: Phantombremsen ohne Ende

Der PA bremst ständig grundlos und ohne erkennbaren Anlass ab. Das erinnert mich stark an die ersten Jahre beim Model 3 von Tesla. Für Langstrecken ist das System in diesem Zustand nicht zu gebrauchen.

2. Spurhaltung: Konstantes Schlingern

Das Fahrzeug schlingert permanent in der Spur hin und her, statt mittig und ruhig zu fahren. Das ist wirklich kaum auszuhalten, gefährlich und macht den PA zusätzlich unbrauchbar.

3. Ladegeschwindigkeit: Deutlich unter den Erwartungen

Das ist für mich der kritischste Punkt:

  • Durchgehend unter 200 kW, keinen einzigen Peak über 200 kW erreicht
  • Letzter Ladestopp: Nur 120 kW bei angeblich 7°C (reell vermutlich um 1°C)
  • Vorkonditionierung war aktiv

200 kW hatte ich bereits als niedrig akzeptiert, aber damit gerechnet, dass das zumindest konstant möglich ist. 120 kW sind für einen Langstrecken-Ladestopp wirklich untragbar. Das ist einer der kritischsten Punkte wenn es um die Langlebigkeit, für mich als „Langzeitkäufer“ geht.

4. Reichweitenberechnung: Komplett unzuverlässig

Von der Genauigkeit der Reichweitenprognose rede ich besser gar nicht mehr. Ich plane mittlerweile 20% Puffer bis zur nächsten Ladesäule ein und komme trotzdem teilweise mit 5% an. Wenn meine Mutter mit diesem Auto unterwegs wäre, würde sie mit dem ADAC heimkommen…
Wie also schon in einem früheren Post erwähnt, die Abweichung um ~1% auf meiner 50km Pendelstrecke ist schon schlecht, weil es mit zunehmender Strecke noch grössere Abweichung wird.
PS: ich bin in Deutschland strich 130km/h gefahren, und eher langsamer natürlich (Baustellen etc.) aber niemals schneller. Was ein Witz.

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Danke dir für die Insights!

Kann hier Spur einstellen lassen durch Volvo / Polestar helfen? Hab einige Benutzer im Forum gesehen, bei denen es dadurch besser wurde.

Mich würde hier einmal interessieren, inwiefern die falsche Temperaturanzeige die Vorkonditionierung beeinflusst. Wenn das Auto von 7 Grad Außentemperatur ausgeht, wird eventuell anders vorkonditioniert als bei 0 Grad (oder weniger). Andererseits hängt die Vorkonditionierung doch nur an der Batterietemperatur… (oder sollte?)

Das sollte dann ja in der 4.2.9 besser sein, wo die Reichweitenberechnung den dynamischen Verbrauch ranzieht und nicht mehr einen statischen Wert.

Kann da einige Punkte nur zum Teil nachvollziehen. Ich lege sehr viele Autobahnstrecken mit dem PA zurück und bin sehr happy.
Allerdings hat er m.E. unter 4.2.6 besser funktioniert. Beim überholen von LKWs zieht er teilweise etwas zur Seite, das könnte das beschriebene schlingern sein. Das ist mit 4.2.8 „neu“.
Phantombremsungen hatte ich bei ca. 15t km (Davon sicher 10t mit PA) bisher genau 3. Somit zumindest bei mir kein Problem.

Auch die Reichweitenprognose passt bei mir gut. Google Maps hat sich gut auf meinen Fahrstil eingestellt und passt auf ±2% in 99% der Fälle. Große Abweichungen hab ich nur, sollte ich plötzlich rasen, oder sonst etwas unvorhersehbares passieren.

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Erstaunlich, dass es beim PA so unterschiedliche Erfahrungen gibt. Hat die Stärke des Abbremsen vielleicht auch damit etwas zu tun wie stark die Rekuperation eingestellt wurde? Standard (starkes One-Pedal-Feeling), Niedrig (geringere Verzögerung) und Aus (Ausrollen/Segeln)?

Das Schlingern habe ich auch. Man merkt das sehr deutlich am Lenkrad. Innerhalb gut erkennbarer Spuren korrigiert das Auto sich die ganze Zeit von links nach rechts und von rechts nach links.
Habe ich 4.2.8, unter 4.2.7 war noch alles okay.

Genau. Und je breiter die Spur, desto klarer ist dieses Schlingern zu erkennen. Auch das massive Abbremsen bei einer kurvigen Autobahn kam mit 4.2.8. Wirkt fast so, als hätte man den PA von 4.2.x her genommen und in 4.2.8 eingepflegt. Dazu wieder die Phantombremsungen bei LKWs in leichten Linkskurven.
Lustiges Detail: Auf der Ennstal Bundesstraße hat er bei Dunkelheit wirklich jede Linksabbiegespur genommen. Ich bins dann erneut bei Tageslicht gefahren und siehe da, er blieb auf der eigentlichen Spur.

ich kann da mit 1.0dpt nur bedingt mitreden was das Thema Brille angeht, aber ich konnte mich in meiner 2h Probefahrt im P4 nicht mit dem digitalen Innenspiegel anfreunden.
Rein physikalisch MUSS dieses Setup zu einer stärkeren Ermüdung der Augen führen, da man von Fernsicht (durch die Windschutzscheibe) ständig auf Nahsicht (aufs Display des Spiegels) umstellen muss, um dort die Fahrzeuge scharf zu sehen.
Bei einem normalen Spiegel ist das nicht der Fall, da sich durch die reine Reflektion keine größere Abweichung der Brennweite ergibt.
Wie stark das nun bei jedem Einzelnen ausgeprägt sein mag, ist eine andere Frage. Für mich war das nicht wirklich „stimmig“, weshalb ich einen normalen Rückspiegel bevorzugen würde.

Auch hinsichtlich der Abschätzungen zum Hintermann, da man keine Referenzpunkte sieht (Dach/C-Säule), anhand derer man einen Abstand kalkulieren könnte.

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nein, das habe ich schon probiert.

Es ist wohl auch die Frage, wie häufig, man den digitalen Rückspiegel nutzt.
Es gibt Fahrer die schauen ständig in den Rückspiegel, ich gehöre eher zu den Fahrern die eigentlich nur nach vorne gucken. Was hinter mir ist, interessiert mich eigentlich recht wenig.
Bei Überholen schaue ich meist nur in den linken Aussenspiegel, beim Wiedereinscheren in den rechten Außenspiegel.
Den digitalen Rückspiegel nutze ich daher recht wenig, daher stört mich das mit der Fokussierung der Augen auch nicht so sehr, trotz Gleitsichtbrille.
Ist einfach eine persönliche Sache, die man nicht verallgemeiner sollte. Der eine kommt besser mit klar, der andere weniger.

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