Ich habe jetzt mal einen Monat lang mit ODP aus und einen Monat mit ODP an herumgefahren, meistens auf meinen Pendelstrecken zur Arbeit. Ein direkter Vergleich ist natürlich schwierig, weil die Bedingungen in beiden Zeiträumen nicht identisch waren. Trotzdem komme ich zu dem Fazit, dass ODP eher Energie kostet – gefühlt so 1-3 kWh auf 100 km.
Warum? Ganz einfach: Mit ODP bremse ich viel häufiger, auch auf geringere Geschwindigkeiten herunter, und muss danach wieder beschleunigen. Ohne ODP bleibt man dagegen oft in höherem Tempo unterwegs, fährt Kurven schneller und rollt tendenziell länger, bevor man sich entscheidet zu bremsen. Gerade wenn der Abstand zum Vordermann etwas knapp wird, lässt man es eher noch rollen, anstatt gleich auf die Bremse zu treten.
Das heißt für mich: ODP spart keine Energie, sondern kostet sie. ABER – und das ist mir wichtig – ich glaube, es ist ein Sicherheitsfeature. Mit ODP an bin ich definitiv langsamer und defensiver unterwegs. Und langsamer meine ich nicht im Sinne von Zeitverlust, sondern eher defensiver Fahrweise.
Ein gutes Beispiel hatte ich neulich im Berufsverkehr: Plötzlich ein Stau „aus dem Nichts“ auf beiden Spuren. Ich war rechts unterwegs und etwa gleich schnell wie der Wagen neben mir auf der linken Spur. Plötzlich gingen überall die Bremslichter an. Mein Polestar hat sofort verzögert, während der Kollege links noch einige Meter weitergerollt ist, bevor bei ihm die Bremslichter angingen. Er musste dann ziemlich heftig in die Eisen steigen, während mein Polestar die Situation schon gut abgefangen hat.
Der Unterschied mag nur eine halbe Sekunde ausmachen, aber das sind locker 5 Meter mehr oder weniger Bremsweg – und die können im Ernstfall entscheidend sein.
Fazit: ODP kostet Energie, bringt aber spürbar mehr Sicherheit. Mir persönlich ist der Sicherheitsaspekt wichtiger als ein paar kWh Ersparnis.