Unterwegs in Frankreich - 2021 / Tipps

Ich beabsichtige, in nächster Zeit eine längere Reise quer durch Frankreich zu machen (wahrscheinlich von Ost nach West und zurück, Planung vorher mit ABRP… :sweat_smile:), und wäre interessiert hier zu sammeln, wenn jemand im laufenden Jahr schon eigene und gute Erfahrungen zur Ladesituation in Frankreich gemacht hat, verbunden mit entsprechenden Tipps zu verwendeten Apps, zuverlässigen Anbietern und funktionierenden Ladekarten.

In den einschlägigen Foren finden sich ja eine ganze Reihe von Beiträgen, welche nach dem Desaster des „Corri-Door“ Verbundes bzw. Izivia im vergangenen Jahr offenbar auch 2021 noch immer empfindliche Lücken feststellen, was Schnelllader betrifft (einzig IONITY scheint da - abgesehen vom Tesla-eigenen Netz - einigermassen entgegenzuhalten). Aber auch über das übrige Netz an öffentlichen Ladestationen wird noch immer kritisch berichtet: zu kritisch?

Übrigens: die Berichte in anderen Threads von @polstjaerna - Valencia, von @joe37111 - Marbella und von @Chrigel - Spanien, welche alle ebenfalls kürzlich in Frankreich unterwegs waren, habe ich bereits gelesen, danke!

EDIT:
Und natürlich werde ich dann selber gerne berichten, wenn ich - hoffentlich mit vielen guten, eigenen Rückmeldungen - die geplante Fahrt hinter mir habe… :wink:

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Ich hab meine Reise durchgeplant und für die Strecke Genf bis Spanien folgendes “gelernt”:

Ionity war gut vertreten, alle etwa 100-150 Km bis auf der Strecke zwischen Raststätte Tavel (Avignon) und Village catalan (Grenzübergang nach ES), da sind es 260Km (dazwischen gibt es ein Allego in Montpellier).
Mit den neuen P*-Preisen nun meine erste Wahl.
Immer mehrere Ladesäulen und ich hab höchstens 1 Auto am laden gesehen (Wochentag ende Juni). Dazu muss man nicht von der Autobahn rausfahren (und Maut bezahlen).
Als Plan B hatte ich:
TotalEV, aber ich mag die Zeitbedingte Zahlung überhaupt nicht. Meistens auch nur 1x 175kW. Hab nicht gross recherchiert aber bei hohe Ladeleistung war die direkte Anmeldung via dessen Homepage die günstigste Variante (0.65€/min).
Allego auf diese Strecke nur in Montpellier vertreten. 2. Versuch klappte ohne App, direkt mit KK an der Ladesäule. Alle von 6 Parkplätze frei.
Lokale Versorger (=Syndicat) und dessen 43-50kW Ladestationen. Hier auch meistens einzeln vorhanden aber ein bisschen überall ausserhalb der AB verteilt. Preisen sehr unterschiedlich und ich hab nur die gespeichert, die eine Abbuchung direkt mit KK und fairen Preisen anbieten. Ist ein Djungel und laut goingelectric auch eine Glückslotterie. Ich konnte zB ein 50kW Lader für Pauschal 7.20€ Euro finden und es hat für meine Mittagspause perfekt gepasst (hatte schon Ladeabbrüche erwartet…)

*Apps
Ich hab schlussendlich keine lokale Apps runtergeladen. Lediglich Chargemaps als Backup aber nie verwendet.

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Ich habe vor einiger Zeit ABRP so eingestellt, dass nur noch Ionity Ladestationen gesucht werden. Die gefundenen Ladestationen übernehme ich dann als Favoriten in Google Maps und dann bin ich perfekt vorbereitet. Damit bin ich Mai/Juni Frankreich von Nord nach Süd und zurück gefahren. Das klappte absolut problemlos und zuverlässig. Die ganze Fahrt war so entspannt wie nie und das Ladedrama bleibt aus. Ich war immer der einzige an den Ladesäulen und meine Plugsurfing Karte hat jederzeit klaglos funktioniert.

Irgendwann kam die Plugsurfing Rechnung. Unter anderem wurde meine Hinreise durch Frankreich abgerechnet. Vier mal Ionity mit in Summe 156kWh wurden mit 87€ abgerechnet. Das macht ungefähr 56ct pro kWh. Ich hatte eigentlich mit 1,09€ gerechnet. Das nenne ich doch mal fair.

Grund dafür ist, dass Ionity Frankreich nicht nach kWh abrechnet sondern nach Standzeit (43,56€ pro Stunde). Finde ich super, dass Plugsurfing dies an seine Kunden weiterreicht und nicht die vereinbarten 1,09€ pro kWh verrechnet. Mittlerweile sind wir ja bei 35ct. Da sieht das natürlich noch besser aus.

Fazit: Ich plane meine Langtrecke nur mit Ionity. Sowohl im Inland als auch im Ausland. Zur Not auch mit Umweg. Das ist aktuell die günstigste Möglichkeit zum Laden und es sorgt für eine stressfreie Reise. Dann hat auch die Frau nix zu meckern. Happy wife happy life …

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Hier nun also mein Bericht zu etwas mehr als 3’000km mit dem Polestar 2 unterwegs von der Schweiz bis in den äussersten Westen Frankreichs (Bretagne) und wieder zurück (sorry für allfällige Tippfehler).

Spezifische Fragen beantworte ich gerne, falls ich die Antwort habe :wink:.

Als allererstes unser Kürzest-Fazit:

  • wir würden’s jederzeit wieder machen und sind froh, nicht nochmals den Verbrenner genommen zu haben :grin:

Dann das kurze Fazit (für alle, die nicht bis zum Schluss lesen wollen… :wink:):

  • Mit etwas Vorbereitung ohne (Lade-) Probleme und überhaupt sehr entspannt unterwegs

  • dank ABRP und seinen individuell wählbaren Margen und Parametern alle Strecken grundsätzlich einfach und zuverlässig planbar

  • ein Ladekabel mit Typ 3C Stecker kann bei vielen lokalen Ladestationen ohne festes Kabel Gold wert sein…

  • sehr hohe Zuverlässigkeit den IONITY Ladestationen (für uns ja derzeit mit sehr günstigem Preis) angetroffen, andere Anbieter haben da zum Teil leider noch deutliche Probleme

  • ChargeMap (Konto, App und Ladekarte/Pass) bieten in Frankreich eine gute bis brauchbare Informationsquelle für Betriebszustand von öffentlichen Ladestationen (z.B. auch viele hinterlegte und sehr aktuelle Kommentare von anderen Nutzern) und für die Authentifizierung und Abrechnung (hinterlegte Kreditkarte) bei sehr vielen lokalen Anbietern.


Wie bin ich zu dieser Beurteilung gekommen?

Allgemeines

  • Mit etwas Vorbereitung, was verfügbare mobile Ladetechnik und einzelne, bereits im Voraus bekannte grössere Etappen betrifft, waren wir insgesamt mit dem Polestar 2 sehr zufrieden und wir waren auch sehr entspannt unterwegs, da gerade auf längeren Strecken mit den nötigen Ladestopps die Pausen nicht zu kurz gekommen und wir selber so ebenfalls immer „mit vollen Batterien“ am Zielort angekommen sind.

  • dank ABRP kann mit (individuell gewählten) Margen - u.a. was SoC-Ankunft an Ladestation bzw. Zielort, Anzahl vorhandener Ladepunkte und maximaler Reisegeschwindigkeit betrifft - mehr oder weniger Nervenkitzel angepeilt werden…wir entschieden uns bei unserer ersten wirklich weiten Reise mit persönlich noch unbekannter Lade-Infrastruktur für die eher sichere Seite :sweat_smile:

  • Wenn’s dann doch mal vorübergehend (Lade-) Stress gegeben hat, dann eigentlich nur, weil wir meinten, klüger als ABRP sein zu müssen (Stichwort: bloss 7 Minuten schnell-laden können wir doch bei dem SoC Stand noch gut auslassen…) , oder weil wir beim ruhigen Dahinfahren kurz unaufmerksam waren (Stichwort: von ABRP empfohlene Autobahnausfahrt verpasst und für den nötigen Umweg ungeplant Batterie verbrauchen: ABRP Planung im Eimer…); aber dank ausreichend SoC-Marge (siehe oben), gab’s höchstens zusätzlichen Zeitbedarf, weil dann halt statt dem nächsten Schnellader nur 22kW oder 43/50kW Stationen in Reichweite waren…

  • ein paar Eckdaten (Software P2129, kein PP, 19’ Räder):
    → gemäss Bord Computer: 3’150 km, 18.8 kWh/100km, Durchschnittsgeschwindigkeit 69 km/h;
    Fahrgeschwindigkeit i.A. nicht über 120 km/h (in CH) bzw. 110 - 115 km/h (in F);
    → 2 Personen inkl. Gepäck (OHNE Dachbox oder Fahrradanhänger)
    → „altes“ GoogleMaps ohne die neuen, verbesserten Selektionmöglichkeiten für Ladesäulen und Ladekarten
    mobile Ladestation inkl. 5m Verlängerungskabel und Set von Steckern
    → abgerechnete Kosten für den Ladestrom in der Grössenordnung von total CHF 134.- (nur unterwegs; Start in CH mit 100% SoC und Rückkehr mit ??% SoC; also bitte nicht auf obige Gesamtstrecke umrechnen :sweat_smile:…)
    → genutzte Ladekarten: Polestar-PlugSurfing und Chargemap (keine Freischaltung über Apps oder QR Codes)

Ladeinfrastruktur in Frankreich

  • die im Herbst 2021 angetroffene Ladeinfrastruktur war besser als aufgrund von vielen Berichten in einschlägigen Foren zunächst befürchtet (deshalb auch mobile Ladestation als Backup…)
  • insbesondere IONITY funktionierte mit der (durch Polestar verbilligten!) PlugSurfing Karte sehr zuverlässig (im Einzelfall brachte ein Säulenwechsel deutlich bessere Ladeleistung) mit durchschnittlich CHF 0.29/kW gemäss Liste der Ladevorgänge in der App bzw. im PlugSurfing Konto (falls in der Endrechnung nicht noch weitere Kosten dazukommen…); leider nimmt zur Zeit die Dichte an IONITY Stationen abseits der bekannten „Touristenrouten“ deutlich ab, und so gibt es westlich einer Linie Saint-Malo - Saint-Nazaire noch genau EINE Schnell-Ladestation >50 kW (abgesehen von den für uns (noch) nicht nutzbaren Tesla Superchargern)
  • eine wohl länderspezifische Besonderheit: der von @F2M / Frank berichtete „Zeittarif“ wurde mir bei IONITY verrechnet (er deckt sich aber exakt mit der in der App angegebenen Summe für die bezogenen Strommenge), andere Anbieter verrechnen direkt die bezogene Strommenge
  • leider waren ein paar angefahrene Ladesäulen defekt (z.T. durch Vandalismus beschädigt), wir konnten und nicht authentifizieren oder der Ladevorgang startete trotz Freigabe schliesslich nicht; andererseits konnten wir mehrmals während des Abendessens auf öffentlichen Parkplätzen ganz in Restaurantnähe problemlos laden (u.a. auch wegen des mitgeführten Typ 3C Steckers, da nicht alle Ladestationen ohne fixes Ladekabel mit dem EU Stecker ausgerüstet sind…)
  • unsere Gastgeber (kleinere Hotels oder Maisons d’hôtes) waren leider noch nicht mit Lademöglichkeiten ausgerüstet, und entsprechende Anbieter sind noch sehr rar (ausser in grösseren Hotels, z.B. der Accor/Ibis Gruppe)

Was ist noch verbesserungswürdig oder hat nicht so gut geklappt

  • zügiger Ausbau der Ladeinfrastruktur (insbesondere >50 kW) und Zuverlässigkeit
  • Übernahme der geplanten ABRP Tagesstrecke (inklusive der Teilstrecken) in GoogleMaps
  • Spontane Anpassungen in ABRP sind noch eher mühsam (BeifahrerIn kann während Fahrt auch nichts ändern, da nur in P Position machbar)
  • angetroffene Reisende oder lokale BEV Fahrer berichteten von teilweise massiven Ausfällen bei Ladestationen (auch bei IONITY) während der Hitzeperioden, v.a. in Südfrankreich, aber es war ja z.T. auch extrem heiss in diesem Sommer
  • einen so schlechten Radio/DAB+ Empfang hatte ich schon seit Jahren nicht mehr…z.T. rauschte es wie in alten UKW Zeiten, und so werde ich mir ein Spotify-Konto für die nächste Fernreise überlegen :thinking: und hoffe auf eine stabile Datenverbindung…
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Als gute alternative zum „normalen“ Radio/DAB+, kann ich der App „Open Radio“ empfehlen. Verwende ich meistens wenn ich eine lange Strecke fahre. Kanst Du immer deine favorite Radiosender hören (streaming) und kostet nichts.

Danke @agdejager , damit komme ich auf meiner Lernkurve wieder etwas weiter und werde das gerne mal ausprobieren :wink:

Wir waren gerade noch einmal in Frankreich unterwegs, diesmal aber nur bis Annecy (Haute Savoie, Region Rhône-Alpes).

Wiederum problemlose und entspannte Fahrt, und dank der Möglichkeit im einem der städtischen Parkhäuser in Annecy gratis (!) laden zu können (natürlich fielen die normalen, aber dank der Hotelübernachtung mit Rabattticket auf 50% reduzierten Parkgebühren an), brauchte es diesmal auch keinen weiteren Ladehalt…

Verbrauch (inzwischen mit OTA P2130) gemäss BC 18.9 kWh/100 km über ca. 550km bei vergleichbaren übrigen Eckdaten wie oben bereits erwähnt.

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Wir sind zur Zeit in Korsika unterwegs.
Hier wird die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut.
Wir haben uns vor Abreise noch überlegt ein juice booster für alle Fälle zu kaufen, da auf Ladeapps das Angebot in Korsika eher dürftig ausgesehen hat. Wir haben uns auch wegen den Ausgaben gegen den Kauf eines Juice Boosters entschieden.
Wir erleben hier nun, dass es die richtige Entscheidung war. Wir sehen an einigen Orten neue Ladestationen (50 -120kw) welche selbst auf chargemap noch nicht gelistet sind.
Für uns und ein deutliches Zeichen, dass es mit der Elektromobilitöt vorwärts geht.

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Merci für den schönen Bericht!

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Hallo Oliver,

Also auf Korsika funktioniert das recht gut, auch wenn machen Schnelllader nicht funktioniert haben.

Wir waren die letzte 2 Wochen im September vor Ort, vom Norden bis in den Süden entlang der Ostküste, und auch in Corte und haben einmal am Hotel geladen und danach sehr oft über die Strompauschale auf dem Campingplatz. Somit hat das gut geklappt.
Bei der Hinfahrt von Stuttgart nach Livorno in der Nacht hatten wir nur einmal Pech, da war ein Schnelllader durch eine gesperrte Autobahnausfahrt verwehrt und wir mussten in der nächsten Abfahrt in einem Hinterhof eines Gewerbegebiet den Schnelllade suchen. Das war schon gruselig.

Deutschland und Schweiz keine Probleme, auch Frankreich gut ausgebaut. Nur Italien ist sehr spärlich!

Würde es wieder machen!

Viele Grüße

Joachim

Hallo Joachim
Wir waren in Bonifacio und da hat der Kartenleser der Ladestation gestreikt. Zum Glück sind wir mit genügend Reserve angereist.
Die Situation auf den italienischen Autobahnen ist definitiv verbesserunsgswürdig.
Ich hab mir sagen lassen, dass die Autobahnen in Italien in privatem Besitz sind und daher eher wenig Interesse an E-Ladestationen besteht.
Wir haben auf der Hinreise 2 Stopps (Ionity) in Italien eingelegt und hatten keine Probleme.
Für die letzte Ladestation in der Region Viareggio mussten wir nicht mal die Autobahn verlassen.

Gruss Oliver

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